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von Benjamin Vogt Montag, 25. April 2011
Gesamtausgaben europäischer Comicklassiker boomen. Die seit einigen Jahren verlagsübergreifende Veröffentlichungspolitik, in der des Öfteren zwei bis drei Originalalben in einem Band mit Begleitmaterial erscheinen, ist für den Leser vor allem dann erfreulich, wenn dabei jahrzehnte alte Schätze zu Tage gefördert und in adäquater Gestaltung wieder verfügbar gemacht werden. Die frankobelgische Serie Valerian & Veronique vom französischen Kreativduo Pierre Christin (Szenarist) und Jean-Claude Mézières (Zeichner) ist ein solches Juwel der Comicliteratur.
1967, im legendären Magazin Pilote, wurden die Abenteuer der Raum-Zeit-Agenten Valerian und Veronique erstmals präsentiert. Die damals abgedruckte Geschichte „Schlechte Träume“, die später als Album Nummer 0 veröffentlicht wurde und die sich als erste Episode in der aktuellen deutschen Gesamtausgabe wieder finden lässt, verschlägt die beiden Hauptprotagonisten erstmal ins Mittelalter. Damit ist der Start der Reihe weniger Science-Fiction-lastig als man es erwarten würde. Zudem sind die Zeichnungen und der Slapstick-Humor noch deutlicher im Funnysegment verortet, als dies die spätere Entwicklung der Serie zeigen wird.
Die beiden weiteren Geschichten führen die Raum-Zeit-Agenten von ihrer Basis in der Zukunftsmetropole Galaxity aus in das überflutete New York von 1986 und auf den fremdem Planeten Syrtis Magnificus.
Beim Carlsen Verlag hat man sich dazu entschlossen, jeweils drei Alben in einen Hardcoverband der Gesamtausgabe zu packen, im Falle der Auftaktnummer sind dies demnach die Alben 0, 1 und 2. Begleitend ist ein aufschlussreicher Einführungstext von Stan Barets abgedruckt, in dem dieser u.a. auf die bemerkenswerten Parallelen zwischen Christins und Mézières Valerian & Veronique und George Lucas' Star Wars zu sprechen kommt.
Außerdem sind zwischen den drei einzelnen Stories die Cover der französischen Originalausgaben eingefügt und im Anhang befindet sich ein, für Neuleser zugegebenermaßen verwirrender, Zeitstrahl.
Wertung: ![]()
Ein weiterer Klassiker in neuem Gewand. Einsteigerfreundlich für Neuleser, für Sammler ansprechend aufbereitet.
Valerian & Veronique Gesamtausgabe, Band 1
Carlsen Comics, Dezember 2010
Text: Pierre Christin
Zeichnungen: Jean-Claude Mezières
160 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 29,90 Euro
ISBN: 978-3-551-02550-0















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Rezensionen




Der Berliner Verlag Reprodukt überrascht mal wieder und nimmt mit der
jetzt gestarteten Mumins-Gesamtausgabe einen wirklichen Klassiker in sein
Programm auf. Ursprünglich wurden der Troll Mumin und seine Freunde von ihrer
Schöpferin, der finnisch-schwedischen Künstlerin Tove Jansson, als
Kinderbuchfiguren erschaffen. Deren Popularität führte aber auch zu einer Serie von
Comicstrips, die ab 1954 in der englischen Zeitung "The Evening News"
erschienen. Die kompletten Strips aus den 50ern legt Reprodukt jetzt
erstmals komplett in hochwertigen HC-Alben auf.
In diesem Februar kann die Comicwelt einen Geburtstag feiern, der es in sich hat. Prinz Eisenherz fasziniert seine Leser seit nunmehr 75 Jahren! Die erste Seite des Dauerbrenners wurde im Februar 1937 veröffentlicht. Hal Foster selbst schuf die Serie 34 Jahre lang und John Cullen Murphy hat immerhin zehn Jahre zunächst die Vorgaben des Altmeisters erfüllt, bevor er vollkommen eigenständig die Serie übernahm. Darauf erst einmal ein paar Humpen Met geleert. Herzlichen Glückwunsch.
Der japanische Comickünstler Jiro Taniguchi kann mittlerweile auf eine wahre Fülle an Publikationen zurückblicken, von denen in den vergangen Jahren auch recht viele ins Deutsche übersetzt wurden. Jüngst hinzugekommen ist das sich über zwei Bände erstreckende Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß, eine getreue Adaption des Romans der ebenfalls aus Japan stammenden Schriftstellerin Hiromi Kawakami.
Es ist bereits fünf Jahre her, dass der Carlsen Verlag mit Abersen eine der vielleicht ungewöhnlichsten Fantasyserien startete. Aber
nicht zuletzt die verworrene und fordernde Handlung dürfte dafür gesorgt haben,
dass Abersen bereits nach zwei Alben ein vorzeitiges Ende beschert war.