JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Hamburg: Comics aus Finnland
01.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Montag, 12. April 2010
| Nimm Alles an
Bleib in Bewegung Keine Angst Keine Erwartungen Bleib rein Pass auf dich auf |
Mit dieser kryptischen Botschaft entlässt Tommi Musturi seine Leser aus seinem ansonsten völlig stummen Werk. Es sind Sätze die irgendwie hypnotisch wirken, nicht nur wegen der quietschbunten Farbkombination (die hier möglichst originalgetreu wiedergegeben wurde), sondern auch aufgrund des vorangehenden Inhalts von Unterwegs mit Samuel.
Aber der Reihe nach: Das schicke, quadratische Hardcoverbuch erzählt in wortlosen Bildern eine Reise nach. Es scheint eine Art fantastische Evolution im Zeitraffer vonstatten zu gehen, vom farbenprächtigen Urknall bis hin zur völligen Verschmelzung allen Seins im großen universellen Kontext. Und dass während eines solchen Zyklus auch Leben entsteht, scheint auch im Comic des finnischen Künstler nur allzu logisch.
An dieser Stelle kommt Samuel ins Spiel, der Hauptprotagonist in diesem
verwirrenden Stück. Zigarettenrauchend entsteigt er einem Gebüsch und guckt
erst einmal recht gelangweilt. In der nächsten Szene, einer zweiseitgen
Nahaufnahme, durchflutet ihn ein aus Puzzleteilen bestehender Regenbogen.
Möglicherweise ist das für Samuel die Initialzündung für seinen kommenden
Ausflug (der im Übrigen den kompletten Comic über andauern soll). Fortan
durchwandert er Zeit und Raum, besucht Dinosaurier, Fantasiewelten, hohe Berge
und landet gar in einem sündigen Stadtviertel. Und das ist längst nicht alles,
Samuel reitet auf einem Kometen, freundet sich mit einem Affen an, begeht einen
Mord und präsentiert dem Leser, wie er eine Flöte zu bauen versteht.
Sind die Erlebnisse des einäuigen Wesens nun als psychedelischer Trip zu verstehen oder als Spiel mit den Realitäten? Letztlich bleiben solche Fragen offen. Sicher ist, dass in Musturis Buch viel Metaphorik steckt. Denn irgendwie seltsam ist es schon, wenn plötzlich in einem Panel eine große, menschliche Hand in die knuffige Fantasiewelt eindringt oder Samuel sich aus Holz ein Ebenbild schnitzt und es gleich darauf anzündet.
Letzten Endes kann man Unterwegs mit Samuel aber auch genießen, ohne
sich ständig die Frage nach dem Sinn zu stellen. Der Comic ist sowohl
humoristisch als auch als verstörend und stellenweise brutal anzusehen. Trotz
der knalligen Farben und runder, freundlicher Formen ist das Buch des
finnischen Zeichners sicherlich nicht für Kinder geeignet. Und das ist eigentlich
auch gut so, denn Musturi legt hier eine sehr eigenwillige Erzählung vor. Eine Erzählung,
die unvorhersehbar, klug und grafisch grandios geglückt ist.
Zwischen den Kapiteln, wenn man sie so nenen will, springen dem Betrachter immer wieder große, hypnotische Bilder entgegen, zum Beispiel ein buntes Blitzgewitter, eine Hand, die auf einen zeigt während die andere eine Flamme hält, oder eine durch einen Lichtstrahl zerberstende Brille in Nahaufnahme. KeineWunder, dass man nach der 136seitigen Gesamterfahrung eingelullt genug ist, um auch den oben zitierten Schlussspruch des Autors noch ohne Widerstand in sich aufzunehmen.
Unterwegs mit Samuel
Reprodukt, Februar 2010
Autor und Zeichner: Tommi Musturi
136 Seiten, farbig, Hardcover, 20 Euro
ISBN: 978-3-941099-29-6
Musturis erstes Buch in Deutschland ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk, das viel Interpretationsspielraum bietet
Abbildungen: © Reprodukt















Neue Veranstaltung einsenden



Auf einer
Podiumsdiskussion vor einigen Wochen im Münchener Literaturhaus wurde zum x-ten
Mal über das Für und Wider des Prädikats „Graphic Novel“ und seiner Stellung
auf dem Buchmarkt gesprochen. Ein nicht uninteressanter Vorschlag kam dabei von
Armin Abmeier, dem Herausgeber von Die
Tollen Hefte:
Man könnte doch anspruchsvolle Comics wie Romane behandeln und sie in die
jeweilige Genre-Kategorie in der Buchhandlung einordnen, um so Vorurteile gegenüber dem Comic zu überbrücken. Ein Comic mit dem Aufkleber „Graphic Novel“, der diesen
Weg hier exemplarisch gehen soll, ist Sascha Hommers neuer Comic Vier Augen aus dem Hause Reprodukt.
- 05.01.2010
Chester Browns autobiografisches Comicwerk Fuck beginnt
mit einem verlassen wirkenden Einzelpanel, dem Bild eines Mädchens und der
nüchternen Textzeile: „Connie Pug wohnte gegenüber…“. Distanz und Leere sind
zwei der Merkmale, die sich für den Leser dadurch bereits ankündigen und die
als durchgängiges Charakteristikum für den kompletten Band gelten können.
- 17.03.2009
Da Pinocchio bereits 2009 in Angoulême als „Bestes Album“ gewählt und 2010 in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester internationaler Comic“ ausgezeichnet wurde, bedarf der Comic darüber hinaus nicht wirklich mehr des Lobs. Was man jedoch tun kann: Man kann versuchen, die Stärken des Werks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, das Winshluss sich mit Pinocchio sowohl erzählerisch als auch grafisch allen definitiven Aussagen entzieht und so neue Maßstäbe für den modernen Comic setzt.
- 22.06.2010
Herakles, die sagenumwobene griechische Heldenfigur, ist der Sohn des Zeus und damit ein echter Halbgott. Sein getreuer Begleiter und bester Freund Sokrates ist nach eigenem Bekunden ein Halbhund: halb Hund, halb Philosoph. Dass dieser dabei den Namen eines berühmten philosophischen Vorbildes trägt, ist natürlich ein deutlicher Hinweis auf die Rolle des sprechenden Kläffers in der neuen Serie von Joann Sfar und Christophe Blain.
In Ben Tanakas Leben läuft gerade nicht alles so, wie er es
sich vorstellt: Das Kino, das er leitet, wird kurzzeitig geschlossen, seine
Freundin Miko zieht alleine nach New York um sich beruflich weiterzuentwickeln und
von der der Beziehung eine Auszeit zu nehmen und auch seine beste Freundin, die
lesbische Studentin Alice, zieht es in den Big Apple. Für Ben, der seinem
Umfeld ohnehin mit Engstirnigkeit und Sarkasmus entgegentritt, Grund genug,
sich immer mehr in Pessimismus und Hoffnungslosigkeit zu verlieren.