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von Thomas Kögel Samstag, 03. April 2010
Fies' Erzählung entspannt sich vom Jahr 1939 (Weltausstellung in New York) bis 1975 (Ende des Apollo-Programms), ihr Protagonist ist der kleine Junge Buddy, der – diese künstlerische Freiheit hat sich der Autor erlaubt – in diesem Zeitraum nur geringfügig altert. Gemeinsam mit Buddy und seinem Vater erleben wir eine Ära, die (zumindest aus amerikanischer Sicht) geprägt war von enormen technischen und wissenschaftlichen Fortschritten, allen voran der Atomkraft und derRaumfahrt. Beides regte die Fantasie der Menschen an, von beidem erhoffte man sich Großes. Sowohl Buddy als auch sein Vater sind begeistert von den neuen Errungenschaften und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, müssen jedoch im Laufe der Jahre erkennen, dass nicht alle Träume wahr wurden und viele Illusionen geplatzt sind wie Seifenplatzen.
Buddy tritt dabei als Ich-Erzähler auf. So bekommt die Geschichte zwar eine persönliche Färbung, bleibt aber trotzdem immer sachlich, nüchtern und faktenorientiert. In diesen Passagen könnte man Und wir träumten von der Zukunft mit Fug und Recht als Sachcomic bezeichnen – wären da nicht die eingeschobenen „Space Age Adventures“, ein Comic im Comic. Buddy liebt diese fiktive Comicheftserie, deren Held Commander Cap Crater mit seinem Sidekick Cosmic Kid auf dem Mond lebt und immer dann auf die Erde gerufen wird, wenn mal wieder Not am Mann ist und ein Superschurke wie der sinistre Dr. Xandra besiegt werden muss.
Die „Space Age Adventures“ geben dem Comic eine sehr schöne Metaebene. Die vier Ausgaben gehören jeweils zu einem anderen Jahrzehnt und spiegeln sowohl den jeweils aktuellen Stand der Technik (und der daraus sich ergebenden fantastischen Szenarios) als auch die Comicgeschichte mit ihren Trends und Entwicklungen. Im ersten Heft von 1939 sind Cap Crater und Cosmic Kid noch naive Handlanger der Regierung, während sich in der letzten Ausgabe (1975) ein desillusionierter Held von seinen Lesern verabschiedet, der sein Tun als sinnlos ansieht und aufgibt.
Und wir träumten von der Zukunft hätte noch deutlich interessanter werden können, wenn Fies etwas mutiger gewesen wäre und auch die dunklen Seiten jener Ära genauer beleuchtet hätte. Dass Kriege, Krisen und Konflikte nicht ganz unschuldig am Platzen vieler Zukunftsträume waren, wird zwar nicht verschwiegen, der Autor belässt es aber bei eher dezenten Hinweisen. Dadurch bleibt die Geschichte vom Technikboom doch recht banal und oberflächlich. Die Idee mit den „Space Age Adventures“ erweist sich letztlich als großer Glücksfall, denn sie wirken wie eine Flasche Tabasco, die einem eher fade schmeckenden Gericht die nötige Würze verleihen, so dass es letztlich doch sehr gut schmeckt.
Und wir träumten von der Zukunft
Knesebeck, Februar 2010
Text und Zeichnungen: Brian Fies
Hardcover, farbig; 208 Seiten, 24,95 Euro
ISBN; 978-3-86873-150-7

Mix aus Sachcomic, Graphic Novel und Meta-Comic, teilweise etwas bieder, aber insgesamt empfehlenswert.
Abbildungen: © Knesebeck
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Ein
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die Adaption einer literarischen Vorlage für die große Leinwand.
Ständig wird man zwischen künstlerischer Eigenständigkeit und Werktreue
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zu werden. Obwohl die perfekte Besänftigung all dieser Gruppen einem
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(im Edel Verlag erschienen) einer solchen Aufgabe gestellt. Als
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- 27.11.2009
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