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01.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Simon Weinert Samstag, 31. März 2007
Der Pilot Travis betreibt eine Ein-Mann-Spedition und
transportiert mit seinem Raumschiff Versorgungsgüter von der Erde zu der
Raumstation Huracan. Oben erwartet ihn die Wissenschaftlerin Anna, mit der er
ein Verhältnis zu haben scheint. Dieses Mal haben die "Schauerleute" im
Weltraumhafen ihm allerdings ohne sein Wissen eine gefährliche und illegale
Fracht an Bord geschmuggelt: eine Gruppe brutaler Terroristen unter der Führung
eines gewissen Vlad. Die scheinen bestens mit der Station vertraut zu sein,
dort sogar einen Undercover-Komplizen eingeschleust zu haben, so dass sie den
Satelliten in kürzester Zeit unter ihre Kontrolle bringen.
Wie so viele technische Errungenschaften kann der Laser
nicht nur zur Vermeidung von Naturkatastrophen benutzt werden, sondern auch als
schreckliche Waffe. Die Terroristen drohen, den Laser derart einzusetzen,
sollten sie die geforderte Geldsumme nicht erhalten. Zu überbringen ist die
Summe vom Erfinder Inger Carlsen, mit dem Vlad noch eine Rechnung offen hat.
In der Tat kennen sich Carlsen, Vlad und Anna anscheinend von früher her schon sehr
gut, und bald stellt sich die Frage: Wer von den dreien ist der größte
Verbrecher?
Travis entgeht in der Zwischenzeit der Zerstörung seines
Transportschiffs und versucht, Anna mit dem Beistand seiner attraktiven
Holo-KI Peggy zu retten. Als Carlsen mit dem Geld eintrifft und in die Hände
Vlads gerät, stellt der Erpresser Anna und den Erfinder vor eine grausame Wahl
und es kommt zum nervenaufreibenden Showdown, in dem Travis und Peggy sich als
Helden erweisen.
Man merkt dem Comic an, dass seine Autoren aus dem Umfeld
Olivier Vatines (Aquablue, Star Wars - The Trawn Trilogy) kommen:
Kräftige, atmosphärische Farben, schöne Zeichnungen aber keine spektakulären
Layouts, gute, spannende Unterhaltung, die neben Action auch eine durchdachte
Geschichte ohne Schwarzweißmalerei bietet. Als Vergleich drängt sich mir Golden City von Pecqueur und Malfin
(deutsch bei Epsilon) auf. Was daran liegen mag, dass beide Serien dasselbe
Koloristenteam, Schelle & Rosa, haben.
Erfreulich ist die Tatsache, dass dem Szenaristen Fred Duval
ein spannender, temporeicher SF-Thriller gelingt, der thematisch und zeitlich
sehr nahe an der derzeitigen globalen Situation liegt. Klimakatastrophen und
Terrorismus statt Weltraumschlachten und exotischer Aliens. Was nicht heißt,
dass der Comic auf Knalleffekte wie explodierende Shuttles oder einen
Kampfroboter verzichtet.
Die Weltraumszenen sind vom Zeichner Christophe Quet dementsprechend
überzeugend umgesetzt. Auch wenn die Geschichte layoutmäßig weitgehend traditionell
erzählt wird, auf aufwändig verschachtelte und überblendete Panels also verzichtet
und sich nicht - wie zum Beispiel Bajram in Universal War One - in seitenlangen Weltraumpanoramen ergeht, so
weiß die Grafik doch eine beeindruckende Stimmung zu erzeugen. Besondere
Aufmerksamkeit erhalten technische Details und Hintergründe, wie zum Beispiel
das Innere der Raumstation oder eines Aufzuges. Alles in allem: schöne Bilder,
sehr viel Bewegung, atmosphärische Settings. Und das zusammen mit einer klugen
und unterhaltsamen Geschichte, das ist vorbildlicher frankobelgischer
Comicgenuss.
Dieser erste Band der Serie war vor Jahren übrigens schon
bei Splitter - dem alten Splitter Verlag, wohlgemerkt! - angekündigt, aber
meines Wissens ist er dort nicht mehr erschienen. Ein Glück, denn bei Bunte
Dimensionen ist er weitaus besser aufgehoben und hat eine vorbildliche
Ausstattung und ein sauberes Lettering erhalten. Der zweite Band ist
mittlerweile übrigens auch erschienen. Obwohl "Huracan" in sich einigermaßen abgeschlossen ist, gibt es
einige lose Enden, die mit Spannung auf die Fortsetzung blicken lassen. Ein
sehr erfreulicher frankobelgischer SF-Titel!
Travis 1: Huracan
Bunte Dimensionen,
Oktober 2006
Text: Fred Duval
Zeichnungen:
Christophe Quet
Farben: Pierre Schelle
& Stéphane Rosa
48 Seiten, farbig,
Hardcover; 13,- Euro
ISBN:
978-3-938698-51-8
Bildquelle: comiccombo.de















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FreakAngels wurde von dem Starautoren Warren Ellis (Planetary, Global Frequency) ursprünglich für das Internet geschrieben, in regelmäßigen Abständen erscheinen neue Seiten der Geschichte im Web. In Deutschland sind die Helden und ihre Erlebnisse auf myComics.de zu finden. Panini bringt die Serie nun auch in gesammelter Form als gedruckte Alben heraus.
Die Franzosen und Belgier lieben Western, was man am Ausstoß von Comics dieses Genres leicht ersehen kann. Und diese Liebe führt nicht nur zu einer steigenden Unzahl an Westerncomics, sondern auch zu immer ausgefalleneren Variationen und Spielarten derselben und zu einigen wirklich großartigen Highlights und Kunstwerken. Einer dieser Höhepunkte heißt Angela und liegt seit Ende letzten Jahres bei Bunte Dimensionen auf Deutsch vor.
Christophe Bec macht in seiner Fortsetzung von Prometheus genau
da weiter, wo er im Auftaktband „Atlantis" aufgehört hatte. So vermischt
der Autor auch in "Blue Beam Project" Versatzstücke aus der
griechischen Mythologie - der Titel verrät es bereits - mit einer
kinoverdächtigen Blockbusterästhetik zu einer reißerischen
Endzeit-Science-Fiction. Wer sich bei der Lektüre der Serie unweigerlich
an die Filme von Roland Emmerich (Independence Day, 2012)
oder James Cameron (Titanic) erinnert fühlt, hat die
"Vor-Bilder" der Serie bereits entlarvt.
- 09.04.2010
Christophe Bec lässt es scheinbar ganz schön krachen. Denn mit dem
ersten Heiligtum-Band "USS Nebraska" ist bei Splitter nach Prometheus
und Carthago seine dritte Albumserie gestartet. Doch bei
dieser Science-Fiction-Mystery hat er das Schreiben an seinen Kollegen
Xavier Dorison abgegeben. Splitter hat die etwas ältere
Zusammenarbeit der beiden Franzosen aus dem Jahr 2001 anscheinend neu
für sich entdeckt und nun für den deutschen Markt herausgebracht.
- 23.07.2010
Manchmal ist es doch beruhigend, dass sich Elemente, die sich mit einem bestimmten Autor verbinden, treu bleiben. Da weiß man, was man in etwa erwarten kann. Der Band hält das, was der Name Jodorowsky verspricht. Wo Jodorowsky drauf steht, ist auch Jodorowsky drin. Das mag Fans erfreuen. Leser, die mit dem Autor eh nichts anfangen können, werden diesen Band nicht mögen. Aber auch dem Autor zugeneigte Betrachter können nicht ganz umhin kommen, die vielen Wiederholungen aus anderen Serien langsam etwas missmutig aufzunehmen.
Science Fiction rockt.