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(Vortrag/Diskussion)
von Christopher Bünte Dienstag, 03. März 2009
Als treuer Comic-Leser ist man sich im tiefsten Inneren seines Herzens der traurigen Tatsache bewusst, dass circa fünfundneunzig Prozent der Hefte, Alben und Trades, die man liest, irgendwo zwischen den Kategorien Schrott, Mist, Langweilig oder Geht-so rangieren. Das ist nichts Comic-Spezifisches, das gibt es überall, in der Musik, in der Belletristik, im Film, eben überall.
Unterhalten wir uns also über die verbleibenden fünf Prozent. (Gut, vielleicht sind es auch sechs, wer weiß...) Sie machen den Kern der Sache aus. Es sind Comics, die sich von den anderen durch irgendeine Qualität oder Originalität abheben, dass man sie immer wieder liest, zitiert und kopiert. Wer diesem Text bis hierhin gefolgt ist, wird bemerkt haben, dass es mir nur schwer fällt, meine Begeisterung im Zaum zu halten. Denn es passiert höchstens ein- oder zweimal im Jahr (jedenfalls äußerst selten), dass man einen Comic liest, der so elegant und effektsicher ist, dass er den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zieht. Die Rede ist vom ersten Band der Umbrella Academy, jüngst erschienen bei Cross Cult.
Aber die Überraschung gehört zum Lesen dazu. Und sie war groß. Als erstes aufgrund des Artworks. Denn Zeichner Gabriel Bá ist phantastisch, so nah an Mignola, dass man sich ab und zu fragt, ob nicht Hellboy gleich ins Panel gesprungen kommt. Auch ein bisschen Eduardo Risso mag man finden, auf jeden Fall herrlich klare, verspielte Linien, mutige Schwarzflächen und Liebe zum Detail ohne Überfrachtung. Ein weiterer Höhepunkt sind die Cover, gezeichnet von James Jean, der auch für die Cover von Fables verantwortlich zeichnet, damit schon diverse Eisner-Awards abgeräumt hat und wohl der beste Cover-Illustrator ist, den man derzeit für derart phantastisch-verträumte Projekte bekommen kann. (Die weiße, nüchterne Frontdame gehört nicht dazu.)
The Umbrella Academy 1: Weltuntergangs-Suite
Cross Cult, Januar 2009
Text: Gerard Way
Zeichnungen: Gabriel Bá
Übersetzung: Matthias Wieland
160 Seiten, Hardcover, farbig; 19,80 Euro
ISBN: 9783941248168

Abbildungen aus der dt. Ausgabe: © Cross Cult
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Es ist vollbracht, die fünfteilige, neu bearbeitete
Andrax-Gesamtausgabe liegt jetzt also komplett vor. Auch wenn die Stories aus
den 70ern an vielen Stellen vornehmlich durch hölzerne Dialoge und übertriebene
Handlungen auffallen, so beweist die spanisch-deutsche Koproduktion von Autor
Peter Wiechmann und Zeichner Jordi Bernet dennoch, dass überbordende
s/w-Fantasycomics auch heute noch ihren verdienten Platz innehaben können.
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- 06.10.2008
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