JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Hamburg: Comics aus Finnland
01.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Daniel Wüllner Mittwoch, 05. Dezember 2007
Kleist beginnt seinen neuesten Comic mit einer Widmung „für Topps den Elefanten, gestorben 1903". Die Erklärung für diese kryptische Bemerkung versucht er in seinem Vorwort zu liefern. Dort beschreibt er den Entstehungsprozess von The Secrets of Coney Island. Auf diesen ersten zwei Seiten findet sich eine ganze Reihe von Sekundärtexten, die Kleist für seine Recherche gewälzt hat. Wie ein kleines, fasziniertes Kind zeigt er uns sein neues Spielzeug und begeht in dem Vorwort einen der größten Fehler, der einem Geschichtenerzähler passieren kann: Er versucht den Leser allein durch seine eigene Begeisterung von der Geschichte zu überzeugen. Man könnte dies entschuldigen, wenn er sich in den Geschichten davon losreißen würde, da sich die wenigsten Leser das Vorwort zu Gemüte führen. Doch diese bereits im Vorwort eingenommene Haltung ist symptomatisch für die folgenden Erzählungen.
Der Comic ist in drei einzelne Episoden strukturiert, in denen Kleist das Tor nach Coney Island aufstößt. Gleich in der ersten Episode, der längsten der drei, folgen wir dem Protagonisten Coop Selznick durch die zerschlissene Welt des Vergnügungsparks. Vorbei an lachenden Clowns, die von abgewrackten Schildern herunter das Setting nur noch belächeln können, und an Neonleuchten, deren Botschaften aufgrund fehlender Leuchtbuchstaben nicht mehr zu entziffern sind, wird der Leser wie auf einer Achterbahn ins Geschehen hineinkatapultiert. Ähnlich wie der Held versucht Kleist gemeinsam mit dem Leser die Magie des Ortes zu durchdringen, zu hinterfragen und ihn letztendlich dadurch zu entzaubern. Von den trügerischen Fassaden der Gebäude wendet sich Kleist schnell ab und nutzt seine außerordentlichen Fähigkeiten in der Darstellung von Figuren. Die alternden Gesichter der Akteure werden zum tragischen Zentrum der Geschichte. Hinter ihren Falten und ihren zusammengepressten Lippen verbergen sich Geheimnisse, die erkundet werden müssen. Die Magie, die Kleist sucht, findet sich leider nur in der graphischen Darstellung dieser ersten Episode, aber nicht auf der thematischen Ebene.
In der zweiten Geschichte unternimmt Kleist einen weiteren Versuch, den Zauber von Coney Island einzufangen. Sie stellt eine Hommage an den Film Angel Heart und seinen Hauptdarsteller Mickey Rourke dar. Erst in dieser kurzen Episode gelingt es dem Autor, mit selbigem Protagonisten dieses undurchdringliche Gefühl, das man in Coney Island verspürt, wiederzugeben. Von weißen, weiten Filmsets stolpert Rourke in Bars, deren Innenleben genauso weiß und klinisch wirken wie die Welt draußen. Diese hellen Flächen dienen Kleist als Projektionsräume für die Erschaffung von nostalgischen Traumwelten. Ohne jedoch den Versuch zu unternehmen, den danach folgenden Wechsel zu erklären, springt in der Mitte der Geschichte die Handlung in tiefes Schwarz über, Räume werden zu klaustrophobischen Zellen und ein Gefühl des Film Noir stellt sich ein. Auch die Flucht aus der Beklemmung ändert nichts an diesem Zustand, denn auch die Weite des Vergnügungsparks, dessen Riesenrad wie ein alles sehendes Auge wirkt, ist schwarz wie die Nacht. Erst mit dem nächsten Tag kommt der hellgraue Himmel wieder, der nichts von den Geheimnissen der vorherigen Nacht preisgibt.
Die dritte Episode schließt den Kreis der gesamten Erzählung. Erst hier gelingt es Kleist endlich, ein Bild von Coney Island zu zeichnen, das dem alternden Kuriositätenkabinett gerecht wird. Bei einem Treffen der greisen Akteure umreißt er deren Anekdoten nur soweit, dass ihr Zauber zwar dargestellt, nicht aber hinterfragt wird. Nur durch das Erzählen der Geschichten wird deutlich, dass die Magie des Ortes noch lange nicht verschwunden ist und so lange weiterlebt, wie Geschichten darüber erzählt werden.
Wieder einmal hat es Reinhard Kleist geschafft, durch seine Klasse als Erzähler zu glänzen. Auch wenn er in The Secrets of Coney Island die Magie des Vergnügungsparks dadurch entlarvt, dass er sie hinterfragt, gelingt es ihm dennoch, eine überzeugende, unterhaltsame Geschichte zu entwerfen. Vielleicht entscheidet er sich ja in den nächsten Jahren mal dazu, wieder einmal einen Blick nach Deutschland zu werfen und die hiesige Populärkultur zu illustrieren. Bei einem solchen Unterfangen würde er auch nicht Gefahr laufen, seinen Lesern durch zu viele Erklärungen die Magie zu nehmen.
The Secrets of Coney Island
Edition 52, Juli 2007
Szenario: Reinhard Kleist
Zeichnungen: Reinhard Kleist
Softcover; schwarz-weiß; 80 Seiten; 12,00 Euro
ISBN: 3-9352-2952-6
Bildquelle: www.reinhard-kleist.de















Neue Veranstaltung einsenden



In dem neuesten Band von Jan-Michael Richter (kurz Jamiri), Arsenicum Album, behandelt der Zeichner in ganzseitigen Cartoons die Tücken des Alltags, der Technik und das Leben in der Großstadt. Die meisten Cartoons gewinnen ihren Witz normalerweise durch graphische
Aussparungen: der Dialog oder die Situation wird zumeist erst in der
detaillierteren Zeichnung des letzten Panels aufgelöst und liefert so
die Pointe. Dieses Prinzip ist vor allem in den Cartoonserien zu
finden, die ursprünglich in Zeitungen abgedruckt wurden, wie z.B. bei Garfield, Hägar und auch bei den Peanuts.
Mit dem ersten Band von Seide und Schwert betritt der vor zwei Jahren
ins Leben gerufene Splitter Verlag Neuland: Nach vielen Lizenzausgaben
französischer Comics legt er erstmals eine Eigenproduktion vor und
folgt gleichzeitig dem aktuellen Trend, Stoffe zu adaptieren, die
bereits als Roman erfolgreich waren. In diesem Fall handelt es sich um
eine Adaption der Romantrilogie Das Wolkenvolk von Kai Meyer, einer Fantasygeschichte, die im mittelalterlichen China spielt.
- 10.11.2008
Spätestens seit Walk the Line
im Kino lief, kann man guten Gewissens von »Cashmania« reden. Franz Dobler, Autor der Cash-Biographie The Beast In Me,
verwendet diese Vokabel in seinem Vorwort zu Reinhard Kleists Comicbiographie Cash - I see a darkness. Cashmania. Ein Ausdruck für die allgemeine
Begeisterung, die Johnny Cash posthum zuteil wird.
Nachdem ich Katrin Baumgärtners Mundkopf zum ersten Mal gelesen hatte, fühlte ich mich nicht in der Lage, sofort eine Rezension zu schreiben. Der ganze Comic ließ mich mit einem extrem starken "What the fuck?"-Gefühl zurück, das dafür sorgte, dass ich beschloss den Comic nicht zu rezensieren, ehe ich ihn nicht ein zweites Mal gelesen hatte.
Es passiert nicht mehr oft, dass junge deutschsprachige
Comic-Enthusiasten ihre eigenen Projekte auf eigene Faust als Heftserie
veröffentlichen. Jetzt haben zwei Österreicher diesen Schritt gewagt: Frank (oder, wie es in der Originalschreibweise heißt: