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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Mittwoch, 13. Juli 2011
Eric Powells Serie The Goon ist bekannt für ihre Noir-Atmosphäre, die mit Horror, Pulp und Humor angereichert wird. Das ist manchmal ziemlich abstrus, aber die Reihe hat den unbedingten Willen zum Trash und will auch gar nichts anderes als zu unterhalten und Spaß zu machen. Der Humor geht allerdings manchmal sehr in die Bereiche von Flatulenz-Gags wie bei den Filmen der Farrelly-Brüder. Der neue Band von The Goon ist anders. Er wurde von vornherein als Graphic Novel konzipiert, er steht außerhalb der Serie und folgt auch nicht deren Kontinuität. Vielmehr wird hier die Vergangenheit des Goon beleuchtet und manche Handlungslücke geschlossen. Schon im allerersten Band der Reihe wurden die traumatischen Ereignisse in Chinatown erwähnt und eben dies ist das Thema dieses Bandes.
Der Goon hatte die Avancen der schönen Sängerin Mirna zurückgewiesen, weil er diese als Mitleid interpretiert hatte. In der Befürchtung, Mirna damit sehr verletzt zu haben, erinnert er sich an die damaligen Ereignisse in Chinatown, wie er seine einzige große Liebe fand und verlor. Damals bekam er im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner auch seine Narben, die ihm sein charakteristisches Aussehen geben. Allerdings kommen die mit den Erinnerungen an seine große Liebe verbundenen Depressionen zur Unzeit, denn ein geheimnisvoller neuer Gegner, Mr. Wicker, will nicht nur seinen persönlichen Groll gegen den Goon ausleben, sondern macht ihm nach und nach auch dessen Revier streitig.
Verglichen mit den übrigen Bänden der Serie ist der Humor hier sehr deutlich zurückgeschraubt. Angesichts der Thematik des gebrochenenn Herzens im Verbund mit einer starken Noir-Stimmung wären Witze über Exkremente aber auch fehl am Platze gewesen. Somit ist die Stimmung sehr viel düsterer und gleitet ins Melancholische. Dennoch müssen sich Fans der Serie keine Sorgen machen, da andere charakteristische Merkmale der Serie noch vorhanden sind: schräge Charaktere, Anspielungen auf Filme (Mr. Wicker entstammt eindeutig dem Film The Wicker Man; sowohl dem Original als auch dem Remake mit Nicolas Cage) und Pulpliteratur, Action und Monster.
Die Erhellung von Goons Vergangenheit (seine Zeit im Zirkus war allerdings schon bekannt) ist sehr sensibel gestaltet und wirklich tragisch und berührend. Zu den Erinnerungen kommt gar noch ein schlechtes Gewissen und der Goon hadert mit sich selbst. Nicht nur wegen der berührenden Story, die wohl kaum jemand dieser Serie zugetraut hätte, bekam der Band zwei Eisner Awards, sondern vor allem wegen seiner hervorragenden graphischen Gestaltung. Mit dem neuen inhaltlichen Ansatz beweist Eric Powell Mut, da er damit vielleicht einen Teil der Leserschaft verschreckt haben mag. Zeichnerisch jedoch war er noch nie so gut.
Das liegt auch an der neuen Farbgebung, die in Sepiatönen gehalten ist und je nach Schauplatz und Zeit die Grundfarbe leicht ändert (so werden z.B. in den Chinatown-Szenen eher leuchtende Farben wie Rot genutzt). Die Körpersprache wird effizient und reduziert eingesetzt. Am gelungensten aber ist der seelische Zusammenbruch des Goons, der auf mehreren ganzseitigen Splashpages erzählt wird. Diese Seiten sind sehr eindrucksvoll geworden und vermögen den Leser wirklich zu berühren. Gerade auf diesen Seiten und auch durch Powells häufigen Verzicht auf Panelbegrenzungen, wird doch ein leichter Einfluss von Großmeister Will Eisner deutlich. Insgesamt ist der Band durchaus auch etwas für Leser, die bislang nicht sonderlich viel mit der Serie anfangen konnten.
Wertung: ![]()
Trotz bekannter Serienelemente ein sehr feinfühliger, berührender und hervorragend gestalteter Band. Eindeutig der bislang beste der Serie.
The Goon 7 - Chinatown und das Geheimnis von Mr. Wicker
Cross Cult, April 2011
Text und Zeichnungen: Eric Powell
Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-942649-37-7
Leseprobe
Abbildungen: © Eric Powell, der dt. Ausgabe: Cross Cult















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Rezensionen



Als Autor John Layman mit seiner Idee von einem Cop, der mittels einer außergewöhnlichen Geschmacksbegabung die Geschichte und Herkunft einer jeden Speise erfahren kann, in der amerikanischen Comicverlagslandschaft hausieren ging, lehnte so gut wie jeder ab. Die Zurückweisung kam dem ehemaligen Wildstorm-Redakteur jedoch letztendlich zugute.
Da haben wir einen Comic, der überzogene Gewaltdarstellungen mit unmöglichen Mördertitten kreuzt, in dem ein riesiger Scheißhaufen prominent in Szene gesetzt wird, Figuren "Hundeficker" genannt und Gesichter verspeist werden. Und die deutschen Medien überhäufen dieses Machwerk mit Lob.
Seine erste Lenore-Geschichte zeichnete Roman Dirge bereits im
Jahr 1992, der vorliegende Sammelband erschien 1999 in den USA. Weitere
zehn Jahre später liegen die Comics vom "süßen kleinen toten Mädchen"
auch auf Deutsch vor. Dies besorgt der kleine Verlag UBooks, der
unkonventionelle Literatur verlegt, u.a. auch Vampir-Romane,
Gothic-Bildbände und die norwegische Comicserie Nemi.
- 15.07.2009
Ich muss gestehen, dass die Yps-Hefte nicht wirklich Teil
meiner Kindheit waren. Die Rangfolge war damals vielmehr ungefähr so: Micky
Maus-Magazin, unregelmäßig Fix & Foxi und ganz selten mal ein Yps-Heft in
den Händen gehalten. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich Yps mehr mit
Gimmicks als mit Comicgeschichten assoziiert habe. Urzeitkrebse und andere
legendäre Beilagen sind aber selbst mir geläufig gewesen. Es ist jedoch
erstaunlich, dass die jetzt erschienene Neuauflage von Thomas der Trommler
den Nachweis liefert, dass ich offenbar früher doch richtig gute Stories
verpasst habe.
- 04.08.2009
Mit dem vierten Band komplettieren sich die Vorlagen zum 1. Sin-City-Film (dem Inhalt von Band 2 begegnet man allerdings erst im 2. Film).