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von Daniel Wüllner Samstag, 05. Februar 2011
Mit The Goon 6: Böses Blut macht Eric Powell genau dort weiter, wo er mit den vorherigen Ausgaben (eins, zwei, drei, vier, fünf) seiner kruden tour de force aufgehört hat: Ein Verwirrspiel mit dem Genre, eine Hommage an alle Horrorfilme und ein lustiger Comic in einem. Sinnvollerweise ist der Comic mit einer Altersempfehlung „16+“ ausgeschildert, obwohl er eigentlich für eben jene männlichen Teenager gedacht ist, die den Comic heimlich unter der Bettdecke lesen.
Grafisch ist Böses Blut eine Augenweide. Powell versteht geschickt mit seinem Werkzeug umzugehen. Er weiß, wann er zu tuschen hat und wann eine Traumsequenz nach einer Kreuzschraffur schreit. Während andere Comickünstler ihren Figuren nur durch Handlungen und Dialoge Persönlichkeit verleihen, nutzt Powell seine grafischen Fähigkeiten, um seine (Anti-)Helden zu charakterisieren. So konversieren cartoonige Figuren, wie Goons durchgeknallter Sidekick Franky, mit gemalten, zwielichtigen Mafia-Unterhändlern im selben Panel. An anderer Stelle grinst der namenlose Zombiepriester, wie ein Alter Ego des Mad Hatter, aus dem Panel heraus.
Die Haupthandlung ist schnell zusammengefasst: Der nicht enden wollende Kampf um die Vorherrschaft in der Stadt setzt sich in gewohnter witziger The Goon-Manier fort. Gerade als der Goon und seine Männer die Zombieplage in den Griff bekommen zu haben scheinen, dreht sich das Untotenkarusell weiter. Leider franst das freundliche DIN-A5 Comic aus dem Hause Cross Cult nach der offiziellen Handlung aus. Obgleich die ergänzenden Kurzgeschichten und der Prolog zum Skandalheft „Satan's Sodomy Baby“ für den Sammler eine sinnvolle Ergänzung sein mögen, besitzen die Kurzgeschichten weder das grafische noch das erzählerische Potential der Hauptgeschichte.
Die Ergänzung des einmalig in Amerika aufgelegten Heftes „Satan's Sodomy Baby“ erinnert stark an die sagenumwobene Zimmer-Frei-Folge mit Cherno Jobatey, die erst durch ihre Nichtausstrahlung Aufsehen erregte. Beim Anschauen erwies sich das „Chernobyl“ – basierend auf der Legasthenie des Moderators – als große Luftnummer. Obwohl man sich bei Cross Cult Mühe gegeben hat, die Story hinter dem Skandal in Worte zu fassen, liest sich Powells pervers-komisch gemeinte Pointengala wie eine fade Aneinanderreihung von obszönen Kalauern. Ist es hier doch gerade die unterhaltsame Rahmenhandlung, inklusive der öffentlichen Empörung und der Leserbriefe, die das Ganze erst witzig gemacht haben.
Während die Haupthandlung von The Goon die Stärken von Eric Powell deutlich aufzeigt, so ist der Rest des Bandes doch eher ein Kessel Buntes, der heißer gekocht wurde, als er serviert wird. Aufsehen erregt Eric Powell dieser Tage aber eher mit seinen Statements zur amerikanischen Comicindustrie.
Wertung: ![]()
Vorzügliches Bouquet, aber leider fad im Abgang
The Goon 6 - Böses Blut
Cross Cult, Dezember 2010
Text und Zeichnungen: Eric Powell
144 Seiten, farbig, DIN A5 Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-941248-25-0
Abbildungen © Eric Powell, der dt. Ausgabe: Cross Cult















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Rezensionen




Hellboy gehört zu den Comic-Serien, die sich in der Comicgate-Redaktion sehr großer Beliebtheit erfreuen. So ist es kein Wunder, dass der neue Band Seltsame Orte gleich von zwei Redaktionsmitgliedern besprochen wird: von Benjamin Vogt und von unserem Neuzugang Bastian Richelshagen.
- 06.07.2006
Lange musste man hierzulande auf die Veröffentlichung der
US-Kultreihe The Goon
warten, nun liegt der erste Sammelband der
bereits fünffach
mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie auf Deutsch und in
gewohnter Cross Cult-Aufmachung im A5-Hardcover vor.
Manchen Lesern und Fans dürfte dieser Comic nicht gänzlich unbekannt sein, da er schon vorab in Fortsetzungen im Magazin Comix erschien. Nur hat man hier nun den kompletten Band in einer sehr viel schöneren Aufmachung vorliegen. Qualitativ ist an den Cross-Cult-Veröffentlichungen kaum etwas auszusetzen, was Papier, Bindung und Zusatzmaterial betrifft. Hier sind einige Anhänge zu den Storyhintergründen und eine kleine Galerie angefügt.
Unter dem deutschen Titel Am Rande des Himmels erschien dieses Werk schon einmal, 1996 beim Carlsen Verlag. 15 Jahre später hat sich die Comiclandschaft stark verändert – ein Comic, der teilweise autobiografisch auf über 200 Seiten von Rassismus und Homosexualität, Politik und Gesellschaft erzählt, muss längst nicht mehr als exotische Besonderheit gelten, sondern passt formal und inhaltlich hervorragend in die mittlerweile etablierte Marktnische der "Graphic Novels". Grund genug für den Verlag Cross Cult, eine Neuauflage des vergriffenen Comics zu machen, diesmal unter dem englischen Originaltitel.
Wie oft kann man ein Genre parodieren, in dessen Fahrwasser man schwimmt, ohne dabei selbst abgeschmackt zu wirken? Die Antwort auf diese Frage gibt die aktuelle Ausgabe von