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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Freitag, 14. November 2008
Lange musste man hierzulande auf die Veröffentlichung der
US-Kultreihe The Goon warten, die Björn bereits vor über zwei Jahren in unserem ersten Printmagazin als einen der Tipps für die einsame Insel vorgestellt hatte, nun liegt der erste Sammelband der bereits fünffach
mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie auf Deutsch und in
gewohnter Cross-Cult-Aufmachung im A5-Hardcover vor.
Auch wenn Autor und Zeichner Eric Powell in seinem Vorwort darauf verweist, dass er mit der hier abgedruckten Story, quasi dem Frühstadium seiner Arbeit an The Goon, wenig zufrieden ist, so hält bereits Band 1 eine Menge abgedrehte Ideen und ein durchaus respektables Niveau bereit.
Der Goon, der titelgebende Protagonist von Powells Werk, ist
ein grober Schlägertyp, dessen Merkmale die hervorstehenden Zähne und die
charakteristische tiefgezogene Mütze sind. Mit seinem kleinen Kumpel Franky - der "Erdnusskopf",
wie ihn Powell selbst bezeichnet - steht dem Goon ein aufbrausender, irrer
Gefährte zur Seite. Im Namen des berüchtigten Mafioso Labrazio prügeln sich die
beiden durch die untoten Horden des Zombie-Priesters.
The Goon ist keine reine Monsterprügelei, die Dialoge, die Figuren, die Situationen, alles wird von Powell gekonnt ins Absurde gezogen. Gerade im Zusammenspiel mit dem Sidekick Franky erhält die Story eine weitere interessante Komponente und vertieft damit auch den einzigartigen Humor dieser Serie. Mit Versatzstücken aus Horror, Comedy und Crime ist The Goon schließlich mehr als nur die Summe einiger gut erdachter Ansätze, sondern weiß durch seine abgedrehte Eigenheit zu überzeugen.
Powells "Krudes Zeug" (das vom Verlag erst "Grobes Zeug" genannt wurde, was der Grund dafür ist, dass manche Anbieter noch einen anderen Namen anzeigen) enthält die allererste dreiteilige
Miniserie, die im Original damals nicht beim jetzigen Verlag Dark Horse, sondern noch
bei Avatar Press erschien, außerdem einige Kurzgeschichten und weiteres
Bonusmaterial (Interview, Skizzen). Wenn man dem Künstler selbst glauben darf,
wird The Goon in den folgenden Geschichten immer besser, was angesichts des
ersten Bandes, der auch schon recht gut gelungen ist, kaum auszumalen ist. Da
scheint man sich als Leser ja auf richtig tolles Material freuen zu können.
The Goon 1: Krudes Zeug
Cross Cult, November 2008
Text und Zeichnungen: von Eric Powell
A5, Hardcover, vierfarbig, 100 Seiten;14,80 Euro
ISBN: 978-3-936480-94-8
Leseprobe online auf cross-cult.de
The Goon © Eric Powell, Abbildungen der dt. Ausgabe © Cross Cult















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Rezensionen

Den Stuttgarter Martin Frei darf man mittlerweile schon fast zu den
Veteranen unter den deutschen Comic-Zeichnern zählen. Seit bald 25
Jahren veröffentlicht er Comics und legt dabei eine erstaunliche
stilistische und inhaltliche Palette an den Tag: Science Fiction (Gregor Ka), Horror (Kurzer Prozess), Fantasy (Asanghia), aber auch Krimi- (Tatort) und Funny-Comics (Superbabe) hat Frei bereits gezeichnet. Sein neuestes Werk ist eine Mischung aus den beiden letztgenannten.
- 05.01.2009
Der Comic-Verlag Cross Cult schaltete sich diesen November in den internationalen Dialog zwischen Frankreich und Amerika ein und brachte mit Ich bin Legion einen äußerst blutigen Weltkriegscomic auf den deutschen Markt. Gestützt wird Fabien Nurys Erzählung über politische Intrigen und übernatürliche Phänomene während des Zweiten Weltkrieges durch den hyperrealistischen Zeichenstil des zweifachen Eisner-Award-Gewinners („Bester Zeichner/Tuscher" 2004 und 2005) John Cassaday.
Manchen Lesern und Fans dürfte dieser Comic nicht gänzlich unbekannt sein, da er schon vorab in Fortsetzungen im Magazin Comix erschien. Nur hat man hier nun den kompletten Band in einer sehr viel schöneren Aufmachung vorliegen. Qualitativ ist an den Cross-Cult-Veröffentlichungen kaum etwas auszusetzen, was Papier, Bindung und Zusatzmaterial betrifft. Hier sind einige Anhänge zu den Storyhintergründen und eine kleine Galerie angefügt.
Da möchten Don Diego de la Vega
und sein Diener Bernardo einfach nur eine ruhige Schifffahrt unternehmen
... und
müssen unterwegs gleich dem legendären Vampirfürsten Dracula
entgegentreten. Dieser hat
sich nämlich ebenfalls als Passagier an Bord begeben und möchte von
Spanien
nach Frankreich übersiedeln. Don Diego, der nachts als maskierter Rächer
Zorro
für Gerechtigkeit kämpft, hat sich glücklicher Weise kurz zuvor in
Toledo vom Meisterschmied
Rambak ein spezielles Schwert anfertigen lassen. Nur dass es so schnell
zum
Einsatz kommen muss, damit hat Zorro freilich nicht gerechnet.
Christophe Bec macht in seiner Fortsetzung von Prometheus genau
da weiter, wo er im Auftaktband „Atlantis" aufgehört hatte. So vermischt
der Autor auch in "Blue Beam Project" Versatzstücke aus der
griechischen Mythologie - der Titel verrät es bereits - mit einer
kinoverdächtigen Blockbusterästhetik zu einer reißerischen
Endzeit-Science-Fiction. Wer sich bei der Lektüre der Serie unweigerlich
an die Filme von Roland Emmerich (Independence Day, 2012)
oder James Cameron (Titanic) erinnert fühlt, hat die
"Vor-Bilder" der Serie bereits entlarvt.
- 09.04.2010