JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Rezis nach Kategorien
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Sonntag, 06. September 2009
Die Figur des Tanatos, ein dunkel maskierter Erfinder und
Verbrecher, dessen Name sich vom griechischen Gott des Todes ableiten lässt,
bleibt über die komplett Story hinweg mysteriös. Gemeinhin spricht man von ihm
im Volk auch als "der Skarabäus", seine Angestellten hingegen reden ihn meistens
mit "Herr Graf" an, seine wahre Identität kennt aber wohl niemand. Überhaupt
passt jene letzte Bezeichnung sehr gut zum eloquenten und gerissenen Schurken,
der über eine wohlorganisierte Belegschaft und ein nobles Schloss verfügt.
Zudem ist es vonnöten, das zugrundeliegende Szenario zu umreißen, wenn man den
Charakter von Tanatos und seine Rolle in diesem geschichtsträchtigen Comic
verstehen will: Die Geschichte spielt sich im Jahr 1914 ab, d. h. dass man als
Leser direkt mit der Zeit vor dem 1. Weltkrieg bis hin zur vollständigen
Eskalation (gegenseitige Kriegserklärung aller Verbündeten) konfrontiert wird.
Und das, soweit ich das sehe, tatsächlich im realgeschichtlichen Kontext, zumindest soweit
es den französischen Blickwinkel der Geschehnisse betrifft. Denn genau darum
geht es in diesem Album. Eingestreute Titelblätter französischer Zeitungen
unterstützen die Chronologie der Weltpolitik, die zuerst nur grob um das
französische Zentrum, von dem dieser Comic ausgeht, kreist, sich dann aber,
durch Tanatos Beeinflussung, diesem immer weiter annähert. Das Ende ist klar,
Europa befindet sich im Krieg. Wie lässt sich also ein Superschurke mit dieser
historischen Nachbereitung verbinden?
Nun, Didier Convard und Jean-Yves Delitte bauen ihre Figur
des Tanatos geschickt in den bestehenden Rahmen an. So wird aus der Handlung
eine spannende Kriminalgeschichte, die mit den politischen Ereignissen verwoben
ist und zum Teil sogar als Grundlage für diverse Vorfälle herangezogen wird.
Was mir sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass es keine Helden gibt, sondern lediglich einen ambitionierten und mutigen Detektiv, der dem stattfindenden Morden nachgeht. Tanatos hingegen passt eigentlich erstmal so gar nicht ins bestehende zeitgeschichtliche Bild des französischen Landes. Er ist ein Genie, das in fremde Rollen schlüpfen kann und das in einer Art "Bathöhle" unter seinem Schloss neuartige Fluggeräte beherbergt, die es zu jener Zeit eigentlich gar nicht geben kann. Gezielt führt er seinen Plan in mehren Stufen aus, darunter fällt die Ermordung unliebsamer Abgeordneter, die Zerschlagung einer Rüstungsfirma und die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand. Ihm zu Dienste stehen eine Reihe loyaler Zeitgenossen, die so anschauliche Codenamen wie "Angsttöter" oder "Um-die-Ecke-Bringer" besitzen. Damit ist alles in diesem Comic, was mit Tanatos zu tun hat, abwegig genug, um die Geschichte der Hintergründe des 1. Weltkrieges ad absurdum zu führen.
Aber gerade diese Gratwanderung zwischen Realismus und Absurdem hat mir imponiert, denn für beide Elemente lässt dieser Band genügend Spielraum. Und schließlich muss man sagen, dass das Aufarbeiten der französischen Haltung zum Krieg durchaus auf ernsthafte Weise geglückt ist; eindrücklich wird die politische Aufheizung zwischen Sozialisten und Nationalisten geschildert, ebenso die Geheimtreffen zwischen den Waffenherstellern verschiedener Länder, die unbedingt ihren Profit aus dem nahenden Krieg schlagen wollen. Solche Themen dann noch in die übergreifende Erzählung über einen Superschurken nachvollziehbar einzubetten, ist sicherlich nicht einfach.
Wesentlich einfacher wäre es da auf jeden Fall gewesen, die Bilder auf manchen Seiten etwas lesefreundlicher zu gestalten. Delittes Zeichnungen sind an manchen Stellen überbeleuchtet und grell, was daran zu liegen scheint, dass die schwarzen Konturstriche nochmals eine weiße Umrandung aufweisen, was doch sehr stört. Ich weiß nicht, ob das an der Bearbeitung durch den Ehapa Verlag liegt oder ob das Problem bereits in den Vorlagen bestand, aber wenn einem die Augen schon fast wehtun, auch wenn es nur auf wenigen Seiten sehr extrem ist, dann trübt das einfach den Lesegenuss. Da ist aber wirklich auch der einzige Kritikpunkt, den ich an Tanatos finden kann. Ich freue mich auf einen weiteren Zyklus, der für März 2010 angekündigt ist.
Tanatos 1: Der Sohn
des Todes
Ehapa Comic Collection, August 2009
Text: Didier Convard
Zeichnungen: Jean-Yves Delitte
112 Seiten, farbig, HC; 29,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3286-8















Neue Veranstaltung einsenden

Rezensionen

Die fantasiereiche Welt von Dyfed steht vor einer
unheimlichen Bedrohung: Fedath, der Herr der Finsternis, stürzt mit einer enorm
großen Armee von Orks und anderen bösen Gestalten die Länder in den Krieg.
Verbündete Menschen, Elfen und Zwerge stellen sich dem übermächtigen Gegner in
den Weg und verteidigen ihre Gebiete in großen Schlachten. An ihrer Seite
kämpft auch Bran, ein weiser Magier, der
Wirklich interessante Thriller bieten mehr als nur einen Mord- oder Kriminalfall. Im Fall von Das geheime Dreieck ist das eine ganze Menge, was da „mehr“ geboten wird. Die Autoren verknüpfen in ihrer typisch frankobelgischen Serie Realismus mit einem Hauch von Phantastik. Sie schlagen die Brücke von der Historie zur Gegenwart und experimentieren dabei auch noch visuell, indem sie konsequent jeweils zwei verschiedene Zeichner für die Gegenwart und die Geschichte zeichnen lassen.
Das Cover gibt das Programm vor: oben ein grimmiger, behelmter Kopf und
unten eine Kutsche in wilder Fahrt durch einen Canyon. Dort ein Zwerg
und hier eine Westernkulisse. Beim Lesen entpuppt sich der Band auch
als eine Mischung der zwei Filme Herr der Ringe und Zwei glorreiche Halunken. Aus Herr der Ringe
ist die äußerliche Ahnlehnung des Zwerges an seinen „Kollegen“ Gimli
und der klassische Western von Sergio Leone mit Clint Eastwood wird
nicht nur auf den Handlungsebenen zitiert, sondern auch in den Dialogen.
- 30.03.2010
Gute Krimis liefern in den besten Fällen gleich Milieustudien der Gegenwart in unterhaltsamer Form mit. Die TV-Serie Tatort ist ein Paradebeispiel dafür, wie man knifflige Fälle mit Sozialkritik kombiniert. Auch im Comicbereich gibt es Beispiele für gehobene Thriller. Caroline Baldwin ist ein solches. Die franko-belgische Serie um eine indianische Detektivin erscheint seit elf Ausgaben bei comicplus+.
Da man auch bei Ehapa feststellen musste, dass man
frankobelgische Alben nicht mehr unbedingt so leicht an den Mann bringen kann
wie noch vor einigen Jahren und einen erheblichen Einbruch erlitt, versucht man nun, solches Material behutsam wieder lukrativer
zu machen. Offenbar geht man aber nicht den Weg von z.B. Carlsen, Comics im verkleinerten Format