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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Andreas Völlinger Sonntag, 16. Januar 2011
Über die polnische Comicszene weiß ich nicht besonders viel – eigentlich nur, dass sie existiert. Bekannt ist, dass es ein jährliches Comicfestival in Lodz gibt und eine Reihe von Comicverlagen, bei denen auch schon Werke des einen oder anderen deutschen Künstlers, wie Mawil oder Sascha Hommer, publiziert wurden.
Der vorliegende Comicband Tainted von Piotr Nowacki (Zeichnungen) und Bartosz Sztybor (Szenario) ist im kleinen Warschauer Verlag Mroja Press erschienen und – da der Inhalt ganz im Zeichen der dialogfreien, rein visuellen Erzählkunst steht – auch für des Polnischen Unkundige geeignet.
Das hübsch verarbeitete Büchlein mit farbigem Rundum-Hardcover versammelt insgesamt sechs Kurzgeschichten, die sich alle um das Ur-Thema Liebe drehen. Jedoch anders als der sympathisch-niedliche Zeichenstil vermuten lässt, geht es doch um deren emotionalen Abgründe. Die Figuren in Tainted, unter anderem ein sehr drollig gezeichneter Gott nebst Adam und Eva, blaue Ballonmännchen und wandelnde Eiswürfel, müssen sich mit Eifersucht, verletzten Gefühlen und unüberwindbaren Beziehungshürden herumschlagen. Das ist teils recht originell, teils bitterböse und teils sogar ein wenig herzerweichend. Ein ganz großer Wurf findet sich jedoch nicht unter den Geschichten. Dafür sind sie dann doch einen Tick zu beliebig und unspektakulär geraten.
Für grafische Abwechslung sorgen die merklichen Unterschiede in Sachen Farbgebung – insgesamt waren vier unterschiedliche Koloristen am Werk – sowie die mehr oder weniger starke (und gelungene) Variation von Nowackis Zeichenstil in den einzelnen Geschichten.
Insgesamt ein nett gemachter kleiner Comicband, den man von Liebeskummer geplagten Freunden zusammen mit einem Großpaket Taschentüchern und einer 1-Liter-Box Eiscreme überreichen kann.
Wertung: ![]()
Unspektakulärer, aber nett gestalteter Begleit-Comic für Liebeskummer-bedingte Leidenszeiten
Tainted
Mroja Press, 2010
Szenario: Bartosz Sztybor
Zeichnungen: Piotr Nowacki
60 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 8 Euro
ISBN: 978-83-61081-89-0
Leseprobe u. Bestellmöglichkeit (Zahlung via Paypal)

Online-Kurzcomic von Sztybor & Nowacki
Abbildungen © Mroja Press/Piotr Nowacki















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Rezensionen


Da haben wir einen Comic, der überzogene Gewaltdarstellungen mit unmöglichen Mördertitten kreuzt, in dem ein riesiger Scheißhaufen prominent in Szene gesetzt wird, Figuren "Hundeficker" genannt und Gesichter verspeist werden. Und die deutschen Medien überhäufen dieses Machwerk mit Lob.
Es gibt Zeichner und Autoren, von deren Werken man gar nicht genug
bekommen kann und am liebsten sofort den nächsten Comic oder
das nächste Buch lesen muss. Fernab von der Welt der
Comics lässt sich dieses Phänomen sicherlich am besten bei J.K.
Rowlings Harry Potter-Reihe wiederfinden. Mit großem Eifer haben Horden
von Jugendlichen und Erwachsenen die Bücher gelesen und gierig
jeden neuen Band herbeigesehnt. Und dann gibt es da noch Eugen Egner, den
Meister des grotesken Humors (entsprechende
Mit der vorliegenden, jetzt aber wohl endgültig letzten Ausgabe der Helden ohne Skrupel ist dem Verein Finix Comics nichts weniger als eine kleine Sensationspublikation geglückt. Noch vor der bereits im Jahr 2003 von Carlsen vorgelegten Nummer 0 ist Album 000 anzusiedeln. Das mag kurios klingen, wird aber, wie sich bei der Lektüre zeigen wird, dem schöpferischen Prozess der Reihe gerecht.
- 23.05.2011
Seine erste Lenore-Geschichte zeichnete Roman Dirge bereits im
Jahr 1992, der vorliegende Sammelband erschien 1999 in den USA. Weitere
zehn Jahre später liegen die Comics vom "süßen kleinen toten Mädchen"
auch auf Deutsch vor. Dies besorgt der kleine Verlag UBooks, der
unkonventionelle Literatur verlegt, u.a. auch Vampir-Romane,
Gothic-Bildbände und die norwegische Comicserie Nemi.
- 15.07.2009