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von Benjamin Vogt Mittwoch, 18. Mai 2011
1967, die große Zeit der Flower Power. Jasper Brown, umjubelter Rockmusiker und Leadsänger der Queen Bees, verbrennt in seinem Schloss in Schottland. Offenbar Selbstmord, wie Scotland Yard feststellt. Doch Browns Freund, der Guru Indranath Ray, und die jamaikanische Reporterin Cassandra Jones haben berechtigte Zweifel an dieser These und fangen an, im Umfeld des totes Sängers zu recherchieren.
Ich nehme es gleich vorweg: Würde Thomas Bénets und Christian de Metters Swinging London nicht mit ansprechenden Zeichnungen aufwarten, es bliebe nicht vieles übrig, worüber ich mich positiv äußern könnte. Der Comic ist im Endeffekt eine freie Aneinanderreihung von Klischees und bekannten Gesichtern, überdeckt von einer unspannenden Kriminalgeschichte, die genau so schon unzählige Male (nur besser) erzählt wurde.
Was vor allem ins Auge sticht: Bénet und De Metter geben keinerlei Hinweise darauf, warum sie die Figuren so konzipiert haben, wie sie sind. Genauso wenig, warum ihre Geschichte aus Korruption, Satanismus und Sexorgien unbedingt im Jahre 1967 angesiedelt sein muss. Wenn Guru Indranath Ray gleich zu Beginn des Bandes den Schauspieler Michael Caine als Klienten begrüßen darf, dann merkt man als Leser unweigerlich auf. Wenn dann aber noch z.B. Jagger, Hendrix oder Joplin einen Gastauftritt absolvieren, wird die Inszenierung der diversen Prominenten zum reinen Selbstzweck ohne wirkliche Handlungsrelevanz.
Genauso fragt man sich, ob die Autoren auf etwas Bestimmtes hinauswollen, wenn sie fröhliche Hippies mit Schildern im Park einblenden. Denn dass man sich in den 60ern befindet, darauf muss man ja nicht unbedingt erst hingewiesen werden.
Nein, das Ganze weist für mich keine Kohärenz auf. Umso mehr verstärkt sich der Eindruck, wenn man sich die Figur Jasper Brown genauer ansieht. Der, das lässt sich kaum verleugnen, ist ein unverhohlener Kurt-Cobain-Klon. Und das nicht nur optisch: Brown verbrennt zwar, steckt sich in seinem Anwesen aber vorher noch ein Gewehr in den Mund. Genau wie Cobain eben. Dass auch Brown mit 27 Jahren stirbt und eine Witwe hinterlässt, die Courtney Love verblüffend ähnlich sieht, braucht man da kaum noch erwähnen.
Ich bin mir fast sicher, dass die Künstler mit dieser Zeitreise „Cobains“ in die 60er bewusst irgendeinen Link zu den damaligen Musikgrößen herstellen wollten. Doch die genaue Intention könnte wohl nichtmal der übersinnliche Indranath Ray herausfinden.
Kurzum ist Swinging London ein Comic, der sich mit allerlei bekannten Namen (plus Kurt Cobain unter Pseudonym, wenn man so will) schmückt und einen ermittelnden Guru auf einen Fall loslässt, der mit seiner Sexorgien-Verwicklung irgendwie an den Film 8mm erinnert.
Eine originelle und spannende Story sieht sicherlich anders aus. Das einzig Erfreuliche an diesem Band ist die Arbeit von Christian De Metter, der mit seinen aquarelligen Hintergründen und seiner kräftigen Strichführung bereits Shutter Island aus der Masse hervorheben konnte.
Wertung: ![]()
Kruder Noir-Comic mit vielen Stars, aber ohne richtiges Konzept
Swinging London
Schreiber&Leser noir, März 2011
Text: Thomas Bénet
Zeichnungen: Christian De Metter
96 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-941239-62-3
Leseprobe
Abbildungen © der dt. Ausgabe: Schreiber & Leser















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Rezensionen




Auch im zweiten, abschließenden Band bleibt Smoke City eine klassische Heist-Story. Der Coup, eine wertvolle Mumie aus einem Museum zu rauben, war im ersten Band zwar geglückt, jedoch sorgte aber der Verrat eines Bandenmitglieds dafür, dass die Gang gefasst wurde. Doch die Polizei ist viel mehr an deren Auftraggeber interessiert und bietet den Gangstern einen Deal an. Der Gegner aber ist nicht zu unterschätzen und die gestohlene Mumie spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Liest man ein Werk des Comickünstlers Baru, weiß man mittlerweile, woran man ist. Der Franzose versteht sich auf Milieustudien, er skizziert das Leben in den französischen Vorstädten, berichtet von Losern, gefallenen Champions, Kleinkriminellen und fängt damit die Tragik des gesellschaftlichen Lebens Frankreichs immer wieder aufs Neue so gut ein wie kaum ein anderer Autor.
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Das kleine, aber feine Label Cross Cult nimmt die Wünsche des älteren Lesepublikums ins Visier. Die Verleger scheinen es sich auf die Fahne geschrieben zu haben, gleichsam gute Unterhaltung, anspruchsvolle Geschichten und tolles Artwork zu bringen.
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