JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Rezis nach Kategorien
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Sonntag, 01. Januar 2012
Dem Comicfan noch Alan Moore vorzustellen, wäre ungefähr so, als ob man Sand in die Sahara exportieren würde. Moore zählt zu den besten Comicautoren aller Zeiten, viele halten ihn sogar für den besten. Auch wenn man mit Superlativen sparsam umgehen sollte, ist es unbezweifelbar, dass Moore so einige Meisterwerke und Allzeitklassiker des Mediums geschaffen hat. Dazu zählen natürlich allen voran Watchmen, From Hell, V wie Vendetta und Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass sich Moore auch im Strumpfhosensektor getummelt und sich so mancher Helden angenommen hat. So schuf er sowohl für Superman mit „Whatever Happened to the Man of Tomorrow?” als auch für Batman mit “The Killing Joke” zwei unverzichtbare Stories, die mit zu den besten gehören, die je für die Helden geschrieben worden sind.
Ende der Neunziger Jahre, nach seinem Mammutprojekt From Hell, wechselte Moore zu Image Comics und dürfte bei vielen für Überraschung und Verwirrung gesorgt haben, da er sich dort wieder der Superhelden annahm. Seine Strecke bei den Wildcats und Miniserien wie Voodoo dürften dann auch nicht so bekannt sein wie die Hauptserien. Zuvor jedoch kümmerte er sich um den von Rob Liefeld entwickelten Helden Supreme. Er übernahm die Serie mit Heft Nummer 41 (August 1996) und schrieb etwa zwei Dutzend Ausgaben. Die erste große Storyline "The Story of the Year" aus den Heften 41 bis 52 liegt nun in zwei Bänden auch auf Deutsch vor.
Auf den ersten Blick und beim ersten Durchblättern mag einen der Comic etwas stutzig machen. Denn die Ähnlichkeiten zu Superman sind so offensichtlich, dass man meinen könnte, DC Comics hätte Image wegen eines Plagiats verklagen müssen. Wenn man nun aber die Bände zu lesen beginnt, wird man schnell entdecken, dass es um sehr viel mehr geht. Natürlich ist Supreme ein Alter Ego von Superman – Bekannte, Freunde, Gegner, Herkunft und Ansichten des einen weichen nur minimal von denen des anderen ab. Und das ist natürlich voll beabsichtigt. Denn was Moore in dieser relativ kurzen Strecke schafft, ist, kurz gesagt, genial. Er schildert nicht nur die Abenteuer eines Superhelden, sondern unternimmt gleich einen ganzen Streifzug durch die Comicgeschichte. Zeichner und Autoren kommen ebenso vor wie die Comicverlage und ihre vom jeweiligen Zeitgeist geprägten Revisionen. Was es ihm übrigens gleich mehrfach ermöglicht, mit einem großen Augenzwinkern auf seine eigene berufliche Laufbahn und den Einfluss englischer Autoren auf den US-Comic zu verweisen (und Freunde und Kollegen wie Neil Gaiman namentlich zu erwähnen). Zu diesem Zweck lässt Moore seine Hauptfigur nicht wie Superman als Reporter, sondern als Comiczeichner bei Dazzle Comics (abgekürzt natürlich: DC!) arbeiten, und Diana Dane, das Äquivalent zu Lois Lane, ist Comicautorin.
Nachdem Supreme im All unterwegs war, um den Sinn des Lebens und existenzielle Antworten zu finden (passenderweise brach er dazu Ende der Sechziger Jahre auf), gerät er in eine merkwürdige Welt voller Supremes. Alles sind Inkarnationen seiner selbst aus den unterschiedlichsten Zeiten, die aufgrund von Revisionen aus den Comics herausgeschrieben wurden. Crisis on Infinite Earths lässt grüßen. Nachdem Supreme klar wurde, was geschah, muss er aus Pflichtbewusstsein zur Erde zurück, wo ihm aber mehrere Jahre fehlen und er sich nur an wenig erinnern kann. Seine Fahrten, Abenteuer und Begegnungen mit alten Freunden und Feinden ermöglichen es ihm, seine Vergangenheit nach und nach zusammenzusetzen.
Letzteres ist ein genialer Kniff von Alan Moore, da er dadurch einen Streifzug durch die gesamte Geschichte der Superhelden unternehmen kann. Passend dazu werden die Rückblenden ganz im Stile der jeweiligen Epoche, inklusive nachempfundener Cover, gezeichnet. Auch die Stories haben den passenden Ton. Das ist mal eine liebevolle Parodie wie etwa die Verballhornungen von Krypto (Supermans Hund) und Bathund, da Radar, der Supremehund, durchaus sprechen kann und für einigen Witz sorgt. Somit bekommt der Leser nicht nur nostalgische Abenteuer, sondern auch eine Parodie auf alles, was zu der jeweiligen Zeit lächerlich war. Vor allem die Sprache parodiert mit einem inflationären Gebrauch von Alliterationen die Dialoge der Helden (etwa „Tochter der Tugend“ oder „Bezwinger des Bizarren“).
Aber auch die Krisen kommen zur Sprache. Als etwa in den 1950er Jahren die Horrorcomics des EC-Verlages von William Gaines die Comiclandschaft veränderten, wirkten die Superhelden, die in albernen Science-Fiction-Stories verharrten, vergleichsweise altbacken. Hier nutzt Moore, in Anspielung auf die drei Geister der Weihnacht aus Charles Dickens' berühmter Erzählung, drei „Cryptkeeper“ wie aus den EC-Comics, um die Helden einer Allianz wie der Justice League nach Gainesville (!) zu führen und sie dort mit den gesellschaftlichen Veränderungen zu konfrontieren. Die Helden müssen erkennen, dass die Zeiten komplexer geworden sind als noch zu Kriegstagen und sie nicht gegen Drogen, Rassismus, verlorene Tugenden und wandelnde Moralvorstellung antreten können. In der Konsequenz löst sich diese Allianz der Superhelden auf!
Alan Moore hat mit seinem Run für Supreme also einen einzigen großen, äußerst vielschichtigen Metatext über Superheldencomics, ihre Geschichte, deren Einflüsse und ihr Verlagswesen geschaffen. Insofern ist diese Strecke ein Pendant zu Watchmen, aber mit einem großen Unterschied. Schilderte Watchmen die Zukunft der Helden, so ist Supreme eine Bestandsaufnahme und eine Reise in die Vergangenheit. Auf jeder Seite sind Verweise zu entdecken, deren Aufschlüsselung und Bezüge ein ganzes Buch füllen könnten. Das dürfte vor allem Leser ansprechen, die sich in der Welt der Superhelden etwas auskennen und auch vergangene Epochen vor Augen haben. Aufgrund des Humors und der Action kann man die Bände aber auch für Neueinsteiger empfehlen, die sie jedoch aufgrund des jeweils zitierten Stils manchmal als etwas altbacken empfinden könnten. Woran sie allerdings selbst schuld wären, denn diese Storyline von Alan Moore untermauert mehr als deutlich seinen Status. Diese beiden Bände sind durchweg genial zu nennen.
Wertung: ![]()
Supreme: The Story of the Year
Nona Arte, August 2011
Text: Alan Moore
152/168 Seiten, farbig, Softcover
Preis: je 19,50 Euro
Band 1
Juli 2011
Zeichnungen: Joe Bennett, Richard Horie, J.J. Bennett, J. Morrigan, Rick Veitch, Keith Giffen, Dan Jurgens
ISBN: 978-88-97062-10-3
Band 2
August 2011
Zeichnungen: Mark Pajarillo, J. Morrigan, Rick Veitch, Chris Sprouse, Norm Rapmund, Jim Mooney, Al Gordon
ISBN: 978-88-97062-11-0
Abbildungen aus der US-Ausgabe, © Checker Books Publishing
Disclosure/Offenlegung: Die deutsche Ausgabe von Supreme - The Story of the Year wurde von CG-Redakteur Marc-Oliver Frisch übersetzt.















Neue Veranstaltung einsenden

Rezensionen



Mark Millar legt in Wanted einen wirklich netten Start hin. Zugegeben, da schwingt ein große Prise Fight Club mit, wenn Wesley Gibson uns seine erbärmliche White-Collar-Existenz mit all den Schwierigkeiten und Problemen des täglichen Lebens vorstellt, ehe er in die Welt der Superschurkerei eingeführt wird und sein altes Dasein hinter sich lassen kann. Aber das ist ja nichts Schlimmes, immerhin war Fight Club ein ziemlich guter Film und ein ebenso gutes Buch. Das Problem ist nur, da wo Chuck Palahniuk in Fight Club konstant interessante Ideen mit Gesellschaftskritik und Charakterkonflikten verband, da fällt Millar schnell auf eine altbekannte Geschichte und viel pubertäres Machogehabe zurück.
Manara und die X-Women - ob das mal gut geht? Panini Comics hat die Zusammenarbeit von Erotikcomicaltmeister Milo Manara und Marvel-Dauerautor Chris Claremont ins Deutsche übertragen. Im angehängten Interview des Hardcoverbandes offenbart der italienische Zeichner, dass er mit Superheldencomics eigentlich nicht viel anfangen kann. Dennoch kann die europäisch-amerikanische Kollaboration im Comicbereich fast schon auf eine Tradition zurückblicken. Man denke nur an Stan Lee und Moebius, die sich in ihrem legendären Silver Surfer (Splitter) vereint haben oder an etwas jüngere Arbeiten wie Ich bin Legion (Cross Cult) von Fabien Nury und John Cassaday.
- 17.10.2010

Garth Ennis galt noch nie als intellektueller Schöngeist. Seine Comics sind gewöhnlich derb und bissig. So auch The Boys, die Serie, die DC nicht wollte, vermutlich, weil sie den hauseigenen Superhelden zu sehr zugesetzt hätte. Streicheleinheiten ist nun Ennis' dritter Streich gegen die fliegenden Strumpfhosenträger.
- 14.03.2009
Dies ist der dritte Band der Marvel-Noir-Reihe. Nach Spider-Man und den
X-Men wird diesmal Wolverine in die Welt des Noir-Genres adaptiert. Autor Stuart Moore hat sich hierfür mit dem Zeichner C. P. Smith zusammengetan. Nachdem der Spider-Man-Band
aufgrund seiner bunten Ästhetik nicht auf ganzer Linie überzeugen,
jedoch X-Men wegen dessen konsequenter Noir-Umsetzung umso mehr
begeistern konnte, sind die Erwartungen an Wolverine hoch.
- 31.07.2010