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(Vortrag/Diskussion)
von Andreas Völlinger Montag, 31. Januar 2011
Superman-Gelegenheitsleser dürften beim Blick in die aktuellen Comics mindestens eine Augenbraue heben, denn in der Welt des Stählernen hat sich in letzter Zeit einiges getan: Hunderttausend superstarke Kryptonier inklusive Supermans Tante Alura haben einen frisch gebastelten Planeten unweit der Erde bezogen; Superman hat seine Rolle als oberster Pfadfinder der Erde aufgegeben und dient nun in der kryptonischen Militärgilde, die vom durchtriebenen General Zod kontrolliert wird; den Beschützer von Supermans Adoptivheimat spielt währenddessen der Daxamiter Mon-El …
Der aktuelle Status Quo hat wirklich seinen Reiz. Und was machen die Autoren – das schwergewichtige Team aus James Robinson und Greg Rucka – daraus? In Band 1 eine durchaus gefällige Geschichte, die aber allzu sehr den Standardregeln folgt. Die Handlung konzentriert sich positiver Weise ausschließlich auf die neue Heimat der Kryptonier, bleibt aber, wenn es um die Kultur dieses außerirdischen Volks geht, leider recht oberflächlich. Superman, der unter Seinesgleichen nur als Kal-El firmiert, schmeckt die gewaltbereite und kompromisslose Vorgehensart der anderen, nun ebenfalls über Superkräfte verfügenden Kryptonier nicht und versucht sie auf typische Superman-Art zu ändern: indem er ein gutes Vorbild ist … Gähn!
Nett geraten ist immerhin der Auftritt der Green Lanterns Hal Jordan, John Stewart und Sodam Yat, die zu einem von Misstrauen bestimmten Antrittsbesuch auf der neuen Welt im Solsystem erscheinen. Und der Cliffhanger am Ende ist auf jeden Fall einer von der besseren Sorte. Wie so oft, war hier jedoch die Vorgeschichte (in Superman - New Krypton 1+2) verheißungsvoller als die Fortführung des Ganzen.
Auch Pete Woods' Zeichnungen veranlassen nicht gerade zu Jubelstürmen. Sie funktionieren, auch auf den mit vielen Bildern und Dialogen voll gepackten Seiten, aber lassen einen in ihrer Durchschnittlichkeit letztendlich relativ kalt. Andere Künstler hätten wohl mehr aus Szenerie und Szenario rausgeholt. Aber schnell und verlässlich scheint der gute Mann zu sein, sind doch alle Teile der "Welt von New Krypton"-Saga in diesem Band komplett von Woods gezeichnet und getuscht, was für eine angenehme, (in Superheldencomics) nicht immer selbstverständliche Lese-Kontinuität sorgt.
In Band 2 wird das Tempo wohltuend angezogen. Ein von New Krypton geflohener Attentäter führt auch Superman zur Erde zurück, wo er zusammen mit den übrigen kryptonischen Helden Supergirl, Nightwing und Flamebird ein Opfer von General Lanes perfide geplanter Rufmord-Operation wird, die zum Ziel hat, die Menschheit gegen ihre neuen Nachbarn aufzubringen. Und eine wichtige Figur aus Supermans Umfeld stirbt ziemlich unerwartet – aber anstatt geschockt zu sein, fragt man sich eher, wann und wie sie wohl wieder auferstehen wird. Derlei ist man einfach schon zu sehr gewohnt.
Die Zeichner-Brigade aus Bernard Chang, Pete Woods, Jamal Igle, Julián Lopez und anderen macht ihre Sache ordentlich, ohne große, qualitative Ausreißer nach unten oder oben. Schlecht geschrieben ist die Verschwörungshatz mit Actioneinlagen, die das Gespann Rucka und Robinson, unterstützt von Supergirl-Schreiber Sterling Gates, bietet, keinesfalls. Das Besondere, das die wohlklingenden Autorennamen versprechen, fehlt hier jedoch ebenso wie im ersten Band. Zugegeben, man will schon wissen, wie es weitergeht mit den Kryptoniern (der abschließende dritte Band erscheint im Sommer 2011). Aber um dem Titel "Die größte Superman-Saga seit 15 Jahren" (Verlagswerbung) gerecht zu werden, muss die "New Krypton"-Storyline noch deutlich zulegen.
Wertung: ![]()
Ordentlich gemachtes Superheldendrama, von den hochkarätigen Autoren hätte man jedoch mehr erwartet
Superman Sonderband 39 und 40: Die Welt von New Krypton 1+2
Panini Comics, September/November 2010
Text: James Robinson, Greg Rucka, Sterling Gates
Zeichnungen: Pete Woods, Bernard Chang, Jamal Igle Julián Lopez u.a.
148 Seiten (Band 1), 140 Seiten (Band 2), farbig, Softcover
Preis: je 16,95 Euro
Band 1 und 2 bei Comic Combo bestellen:
Abbildungen © Panini Comics















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Rezensionen




Der Autor J.M. Straczynski (Babylon 5) und der Zeichner Gary Frank hatten mit ihrem zwölfteiligen Mystery-Comic Midnight Nation (dt. im Infinity-Verlag) hervorragende Arbeit geleistet. Frank ist seitdem auf meiner persönlichen Lieblingszeichnerliste ganz weit oben.
Seit Erscheinen des ersten
Storybogens, „Die Weltuntergangs-Suite“ dürfte feststehen: Wenn man nur einen
einzigen unverzichtbaren Superheldencomic benennen müsste, dann wäre es The
Umbrella Academy. Nicht umsonst wurde die noch junge Serie nicht nur in den
USA, sondern auch hierzulande mit Lob geradezu überhäuft.
- 07.10.2010
Kurt Busieks Astro City ist eine Hommage an die Superhelden aus der guten, alten Zeit. Der aktuelle deutsche Band Local Heroes zeigt, was alles möglich ist, wenn man den Blickwinkel auf die fliegenden Strumpfhosenträger ein wenig verschiebt. Ein Superhelden-Comic für Leute, die eigentlich keine Superhelden-Comics mehr lesen wollten.
Trenchcoat, schlechte Rasur, Zigarette: John Constantine ist eine Ikone
des amerikanischen Horror-Comics. Dabei ist der ironische Einzelgänger
eigentlich Engländer durch und durch. Kaum ein anderer kennt sich mit
Schwarzer Magie besser aus als er. In seinem neuesten
Hellblazer-Abenteuer Hölle auf Erden erkundet er altbekanntes Terrain zwischen dem Inferno und dem Diesseits.
Dem Comicfan noch Alan Moore vorzustellen, wäre ungefähr so, als ob man Sand in die Sahara exportieren würde. Moore zählt zu den besten Comicautoren aller Zeiten, viele halten ihn sogar für den besten. Auch wenn man mit Superlativen sparsam umgehen sollte, ist es unbezweifelbar, dass Moore so einige Meisterwerke und Allzeitklassiker des Mediums geschaffen hat.
Sonst fand ich die Idee aber eigentlich ganz nett. Aber es stimmt schon, wenn du sagst, dass das alles sehr oberflächlich ist. Leider.