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(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Sonntag, 20. Mai 2007
Dass Comics inzwischen an den Hochschulen angelangt ist, ist nichts Neues mehr. An vielen Fakultäten, die sich mit Illustration, Design und ähnlichem beschäftigen, werden Comics gemacht. Künstler halten Seminare, Comics werden als Diplomarbeiten abgegeben, Anthologien werden veröffentlicht. Ein Großteil dieser Comics aus dem Hochschul-Umfeld trägt mehr oder weniger bewusst das Label Kunst vor sich her. Das Ergebnis ist dann oft interessant anzuschauen, aber inhaltlich gerne so verrätselt, dass sich Lesevergnügen eher nicht einstellt. Ich fand es daher sehr erfrischend, dass bei Strichnin, dem neuen Comic-Projekt der FH Augsburg, eben nicht von Kunst die Rede ist, sondern drei andere Worte prominent auf dem Cover prangen: visuell - trivial - narrativ. Gerade der letzte Punkt, das Erzählen, wird von ambitionierten Comic-Künstlern nämlich gerne mal vernachlässigt.
Strichnin, das im Gegensatz zu anderen studentischen Comic-Projekten tatsächlich direkt von der Hochschule herausgegeben wurde, enthält Kurzgeschichten von zehn Studenten, die nach den losen Themenvorgaben "Schlaflos" und "Hundstage"entstanden, und ist eine wilde Mischung. Von sehr straighten, unterhaltsamen Actiongeschichten über irrwitzige Spinnereien bis zu introspektiven Betrachtungen reicht die Bandbreite. Ein Teil der Geschichten könnte problemlos in Weissblechs Horrorschocker-Reihe passen, andere würde man eher im Strapazin erwarten. Dass in einer solchen Mischung nicht alle Beiträge jeden Leser ansprechen, ist klar. Zusammen geben die Beiträge kein rundes Bild ab, dazu sind sie zu verschieden. Einzeln betrachtet gibt es aber keinen Beitrag, den man als misslungen bezeichnen könnte.
Dass Absolventen von Studiengängen wie Kommunikationsdesign oder "Interaktive Medien" im grafischen Ausdruck punkten können, ist ja nicht so überraschend. Das schöne an Strichnin ist gerade, dass in allen Beiträgen auch wirklich Geschichten erzählt werden, und so das Versprechen vom Cover, narrativ zu sein, auch tatsächlich eingelöst wird. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Teilnehmer keine Erfahrungen mit Comics hatte. Es wäre zu hoffen, dass zumindest ein Teil der Künstler soviel Spaß am Comic gefunden hat, dass er noch mehr Geschichten in dieser Form erzählen will.
Eine Fortsetzung des Strichnin-Projektes im kommenden Jahr ist bereits geplant. Man kann sich darauf freuen.
Strichnin, Ausgabe 1
FH Augsburg, Fakultät für Gestaltung
Verschiedene Künstler; April 2007
Herausgegeben von Prof. Mike Loos
96 Seiten; teilw. farbig; 8,50 Euro
Direkt bestellbar unter www.strichnin-comic.de
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Die genretypische Verfolgungsjagd zu Beginn des Bandes signalisiert gleich die Veränderung: Das Batmobil, das den flüchtigen Gangstern im Nacken sitzt, hat nicht nur ein schnittiges Neu-Design, sondern fliegt – und im Inneren weist ein grimmiger Robin einen auffallend gesprächigen und relaxten Batman zurecht. Klar, haben wir es hier doch nicht mehr mit der langjährig gewohnten Besetzung zu tun, denn schließlich hieß es im Zuge des Mega- und Meta-Crossovers "Final Crisis" dank Steinfratze Darkseid 'Bye-Bye, Bruce Wayne' und somit ist eine neue Fledermaus in der Stadt: Ur-Robin und nun Ex-Nightwing Dick Grayson stülpte sich in Folge die Spitzohrmaske übers Haupt. Ihm zur Seite als mittlerweile fünfter Robin der Sohn seines verblichenen Mentors und Thalia al Ghul: Damian Wayne. Und den als schwierigen Fall zu bezeichnen ist so ziemlich untertrieben.
Aufgrund
der Terroranschläge vom 11. September 2001 wollte Erfolgsautor Neil
Gaiman (Sandman) kein Szenario zwischen Wolkenkratzern schreiben.
So vollzog er die literarische Flucht "nach hinten". Also ab in die
Vergangenheit! Bei Panini Comics ist im Frühjahr eine weitere
(Softcover-)Gesamtausgabe der von Kritikern und Publikum gleichermaßen
gefeierten Serie erschienen. Offensichtlich traf er mit seinem
eskapistischen Rückzug den Nerv der Zeit. Jedenfalls hat sich Gaiman mit
Andy Kubert (Wolverine - Origin) zusammengetan, um das vertraute
Marvel-Universum in das Jahr 1602 zurückzuverlegen.
- 15.08.2010
In dem neuesten Band der Daredevil-Reihe ist Matt Murdock als Daredevil wieder ganz unten und muss sich erstmal berappeln.
Murdocks Frau ist in einer Nervenheilanstalt und Matt Murdock kommt mit der
Trennung gar nicht zurecht. Seine überentwickelten Sinne nehmen
Spuren seiner Frau überall wahr. Während seine Freunde und
Verbündeten vergeblich versuchen, ihn wieder auf die Spur zu bringen,
versinkt Murdock in Selbstmitleid und lässt seine Frustration mit
brutaler Gewalt an den Kriminellen seines Viertels aus.
- 19.01.2010
Du bist ein Comicmacher, aber nicht irgendeiner. Vor fünfzehn Jahren hast du einen der vielleicht beiden wichtigsten Superheldencomics aller Zeiten geschrieben und gezeichnet. Einen Comic, der analysiert wurde, interpretiert wurde, der eine ganze Generation an Comicmachern beeinflusst hat, der die Art, wie wir Superheldencomics lesen, leben, denken, verändert hat. Du hast Comicgeschichte geschrieben.