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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Dienstag, 28. September 2010
Gabriel S. Moses versucht sowohl einen Eindruck von der israelischen Szene zu vermitteln als auch die Verzweiflung und die Auschweifung der jungen Menschen zu zeigen. In beständig wechselnden Violett- und Pinktönen erstreckt sich sein Comicwerk, das rein optisch als Mixed-Media-Projekt bezeichnet werden kann. Grafisch mal minimalistisch, mal eskapistisch, mal verschwommen, verstrickt sich Moses in einer wilden Mischung aus Streetart, Blogeinträgen und Photoshopbildern. Eine halbwegs durchgängig verlaufende Betrachtungsart existiert nicht, vielmehr folgen die Bilder dem Puls der Erzählung.
Das klappt mal gut, mal weniger. Das außergewöhnliche Arrangement dieses Bandes sorgt beim Lesen für reichlich Verwirrung, auch weil die Figuren nur angedeutet werden oder überhaupt gar nicht Bestandteil der Seitendarstellung sind. An vielen Stellen neigt der Comic auch dazu, die Texte zu stark von der Grafik zu separieren und Spunk wie ein zeichnerisch untermaltes Buch über Punkkultur wirken zu lassen.
Die Geschichte an sich ist
jedenfalls für sich genommen reichlich unspektakulär und langweilt mit ihrer
vermeintlich überkorrekt adaptierten Jugendsprache schnell. Gabriel
Moses hat einen unausgereiften Comic geschaffen, der allerdings an vielen
Stellen derart zusammenhangslos ist, dass man über die Bezeichnung „Comic“ fast
ins Grübeln kommen könnte.
Formal ist an dem Band nichts auszusetzen: Spotlackeffekte auf dem Cover lassen ihn äußerlich edel erscheinen, Begriffserklärungen und ein Interview im Innenteil sorgen zusammen mit der beiliegenden CD (ein Sampler israelischer Punkbands) für einen geglückten Extrateil.
Eine nette Idee ist übrigens diese Internetseite. Es handelt sich um die MySpace-Seite der verstorbenen (fiktiven) Titelfigur JJ, mit der man ihrer gedacht hat. Wie Gabriel Moses selbst sagt, steht der Charakter stellvertretend für jedes Mädchen, jedes MySpace-Profil, das der in Spunk geschilderten Figur JJs vergleichbar ist.
Spunk
Archiv der Jugendkulturen e.V., März 2010
Text und Zeichnungen: Gabriel S. Moses
96 Seiten, farbig, SC, 18 Euro
ISBN: 978-3-940213-55-6
Leseprobe (PDF)
Konfuse Liebesgeschichte, verpackt
in überambitionierte Schilderungen der Punkszene Israels
Abbildungen: © Gabriel S. Moses















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Rezensionen

Riad ist acht Jahre alt, lebt in Syrien und möchte gerne ein cimmerischer Krieger sein, so wie Conan der Barbar. Beim gemeinsamen Pinkeln stellt er fest, dass sein Pimmel anders aussieht als die seiner Cousins. Denn, so wird es ihm erklärt: "Du hast nicht wie wir das Rad der Schmerzen ertragen." Dies soll sich aber bald ändern, denn Riads Vater eröffnet ihm, dass auch er bald beschnitten werden soll. Was so eine Beschneidung genau ist, was dabei passiert und welchen Zweck sie erfüllen soll, erfährt Riad allerdings nicht. Er muss es sich also selbst zusammenreimen.
Chester Browns autobiografisches Comicwerk Fuck beginnt
mit einem verlassen wirkenden Einzelpanel, dem Bild eines Mädchens und der
nüchternen Textzeile: „Connie Pug wohnte gegenüber…“. Distanz und Leere sind
zwei der Merkmale, die sich für den Leser dadurch bereits ankündigen und die
als durchgängiges Charakteristikum für den kompletten Band gelten können.
- 17.03.2009
Mit dem 288 Seiten stolzen Gemeinschaftswerk von Fane und Jim erweitert der Splitter Verlag sein bisher eher von fantastischer und abenteuerlicher Genrekost geprägtes Programm um ein realistisches Personendrama. Fünf Männer und Frauen in ihren Dreißigern – einer von ihnen mit seinem neunzehnjährigen Internetdate im Schlepptau – kommen in einem abgelegenen Landhaus in Südfrankreich zusammen, um sich eine Sonnenfinsternis anzusehen und ihre Freundschaft aufleben zu lassen. Auch für die beiden Künstler bedeutet dieser Band weitgehend erzählerisches Neuland, machten sie doch bisher - unabhängig voneinander - eher mit anderer Art von Comickost auf sich aufmerksam.
In Ben Tanakas Leben läuft gerade nicht alles so, wie er es
sich vorstellt: Das Kino, das er leitet, wird kurzzeitig geschlossen, seine
Freundin Miko zieht alleine nach New York um sich beruflich weiterzuentwickeln und
von der der Beziehung eine Auszeit zu nehmen und auch seine beste Freundin, die
lesbische Studentin Alice, zieht es in den Big Apple. Für Ben, der seinem
Umfeld ohnehin mit Engstirnigkeit und Sarkasmus entgegentritt, Grund genug,
sich immer mehr in Pessimismus und Hoffnungslosigkeit zu verlieren.
Schonmal vom "Penfield Homunculus" gehört? Der Neurochirurg Wilder Penfield visualisierte mit einer grotesk aussehenden menschlichen Gestalt die Anatomie des Gehirns – welche sensorischen Reize werden an welcher Stelle des Gehirns wahrgenommen und wie stark sind diese Empfindungen? Dieser Homunculus spielt eine zentrale Rolle in Gingerbread Girl.