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von Benjamin Vogt Samstag, 19. November 2011
Endlich finden auch die Chaotencops Spoon & White bei Finix ein neues Zuhause. Die
Funnyserie, die mit allerlei Zitaten aus Popkultur und feinem, frankobelgischem Humor aufzuwarten weiß, ist eine Schöpfung der beiden Comicveteranen Jean Léturgie und Yann, für die Zeichnungen erhalten die beiden Unterstützung von Jeans Sohn Simon Léturgie.
Dabei kann Spoon & White hierzulande, bedauerlicherweise, nur eine holprige Veröffentlichungshistorie vorweisen. Sowohl der Phoenix-Verlag als auch Ehapa versuchten sich bereits mit wenig Erfolg an der Reihe und sogar im Zack-Magazin fand sich zuweilen eine Gelegenheit zum Abdruck diverser Storys. Finix knüpft an der Chronologie und dem Erscheinungsbild der Hardcover-Alben von Ehapa an, wo im Jahr 2005 nach Ausgabe 5 Schluss war.
Das Gute an Spoon & White: Für die Lektüre braucht man kein Vorwissen, jedes Abenteuer des ungleichen Duos steht für sich, so dass man unbeschwert auch beim aktuellen Band 6 einsteigen kann. Das einzige was es im Prinzip zu wissen gibt, ist, dass Spoon, ein cholerischer, schießwütiger kleiner Wicht, und White, sein pseudocooler, anzugtragender Partner, zusammen skurrile Polizeifälle bearbeiten. So wie in der vorliegenden Nummer die Beschaffung der angeblich sensationellen Schlankheitspillen Grem 443, die ihr absurd fetter Polizeidirektor unbedingt benötigt.
Léturgie und Yann zünden ein wahres Feuerwerk, eine Mixtur aus rasanter Action und tollen Gags. Natürlich kreuzen sich die Wege der Protagonisten auch wieder mit der hübschen Journalistin Courtney Balconi sowie mit dem Indianerstamm der Shoshonen, die den Kakteensaft für die Zubereitung des Wundermittels herstellen. Das Ganze ergibt im Nachgeschmack eine leicht kritische Note, zum einen bezogen auf die Ausbeutung der amerikanischen Ureinwohner, zum anderen auf die Skrupellosigkeit der Pharmaindustrie.
In all der Schnelligkeit, in der die Geschichte abläuft, geht das freilich weitestgehend unter, was dem Comic auch nicht zum Nachteil gereicht. Immerhin bleibt so genug Platz für die serientypischen Gastauftritte (z.B. von Figuren aus The Big Lebowski) und gewohnte Running-Gags, wie etwa Spoons verschrobene Vorliebe für seine Goofy-Plüschfigur oder seine Affinität zu Clint Eastwood.
Band 6 „XXL“ ist aus meiner Sicht nicht der beste der Reihe, vielleicht nicht einmal der zweit- oder drittbeste. Dennoch bewegt sich auch diese Fortsetzung auf einem sehr stabilen Funnyniveau. Kenner von Spoon & White werden hier auch weiterhin ihre Freude haben, alle anderen sollten zumindest mal antesten, ob ihr Lachzentrum angesprochen wird.
Wertung:
Überdrehter Funnytitel. Überdreht genug, um mit seinen vielen ausgefallen Ideen durchaus aus der Masse rauszustechen
Spoon & White 6 - XXL
Finix Comics, Oktober 2011
Text: Jean Léturgie, Yann
Zeichnungen: Simon Léturgie
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 12,80 Euro
ISBN: 9783941236509
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Finix Comics















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Rezensionen




Bislang stand der Name "Finix" ja ausnahmslos für ein äußerst löbliches Verlagsprojekt, in Zuge dessen Albenreihen, die zuvor bei anderen Verlagen scheiterten, zu einem Ende verholfen wurde. Jetzt scheint für Finix die Zeit gekommen zu sein, sich an eine Erweiterung des Programms und die damit einhergehende Profilschärfung zu wagen: Aus diesem Grund wurde die Edition Solitaire aus der Taufe gehoben, gewissemaßen ein Sublabel, in welchem abgeschlossene Einzelalben ihren Platz finden sollen.
- 26.12.2009

Toonfish heißt das neue Label, mit dem der Splitter Verlag sein Programm um eine neue Geschmacksrichtung erweitert: Funny-Comics aus Frankreich, im quadratischen Hardcoverformat. Bei den drei Titeln, die zum Start vorliegen, handelt es sich, dem Namen "Toonfish" zum Trotz, nicht um Cartoons, also klassische Ein-Bild-Witze, sondern um kurze Gag-Strips, die auf ein bis drei Seiten erzählt werden. Aushängeschild des neuen Imprints ist der Schweizer Künstler Zep, der mit seinen Comics um den pubertären Titeuf in Frankreich absoluten Bestsellerstatus erreicht hat.
Mit Schnecksnyder und Mechaniko bringt der noch junge Independent-Verlag Skydog gleich zwei unterschiedliche Serien parallel an den Start. Die Comics stammen hauptverantwortlich aus der Feder des geborenen Franzosen Yves Ker Ambrun (YKA), der in Sachen Comics kein unbeschriebenes Blatt ist. Nach Stationen in den USA und Kanada zeichnete er in den 90ern als Chefzeichner für Disney in Deutschland verantwortlich. Seit einigen Jahren lebt er nun in Darmstadt und hat nach seiner Disney-Zeit das Skydog-Studio ins Leben gerufen, aus welchem schließlich der gleichnamige Verlag resultiert.