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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Andreas Fisch Samstag, 06. März 2010
Comicgate: Mr. Spirit, Sie sehen ziemlich gut aus für jemanden, der in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts in seinen besten Jahren war.
Spirit: (grinst) Ja, das ist ein angenehmer Vorteil als Comicfigur, dass wir nur ganz selten altern. Die Frauen wissen das zu schätzen. (lächelt charmant)
Spirit: (entsetzt) Um Gottes Willen, pst, das ist ein Geheimnis, das drucken Sie nicht ab.
CG: Gewiss nicht, verlassen Sie sich auf uns! Das nehmen wir bei einer Veröffentlichung vorher raus, wir wollen ja nicht ihre Arbeit behindern. Was halten Sie davon, dass schon der 16. Band der Gesamtausgabe Ihres abenteuerlichen Lebens auf Deutsch erschienen ist?
CG: Aber wir unterhalten uns gerade auf Deutsch.
Spirit: (überrascht) Ach?
CG: Dass Sie in der Gesamtausgabe nun dem deutschsprachigen Publikum präsentiert werden, verdanken Sie Salleck Publications. Verleger Eckart Schott wurde 2004 für seinen Mut, einen Bildband "36 Ansichten des Eiffelturms" auf Deutsch herauszubringen, mit dem Max-und-Moritz-Preis belohnt. Die Spirit-Archive werden chronologisch herausgegeben in einer "Normalausgabe", selber schick gebunden, und in einer "Vorzugsausgabe mit Druck", die ich allerdings noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Zu Ihrer Frage: In der Übersetzung wurde großenteils auf typische Mundarten verzichtet, Ebony spricht Hochdeutsch, eine europäische Kriegsbraut Dialekt.
CG: Von Will Eisner sprach man lange mit Respekt als dem Vater (mittlerweile Großvater?) des grafischen Erzählens, ein Pionier, der neue Erzähl- und Darstellungsformen geschaffen hat, von denen auch die Spirit-Serie lebt. Man denke nur an Effekte seiner Darstellungen, um Stimmungen aufzubauen, ungewöhnliche Perspektiven, um den Leser ins Geschehen zu reißen, oder die legendären Titelseiten, in die die Worte "The Spirit" auf 1000 Weisen plastisch ins Bild gesetzt werden. In Band 16 treffen Sie nun ausgesprochen viele attraktive Damen: Silk Satin, Wild Rice, Powder Puff, Castanet, Mrs. Paraffin ...
Spirit: (strahlt) Das ist die gute Seite daran. (blickt misstrauisch zur Seite) Kommissar Dolans Tochter Ellen ist nicht zufällig in der Nähe?
CG: Die Spirit-Geschichten haben eine herrliche Selbstironie, lassen den Helden auch mal scheitern. Haben Sie Humor?
CG: Mr. Spirit, welche Verbrecher würden Sie denn heute gerne jagen?
Spirit: Verbrecher, die andere bestechen und Verbrecher der Finanzwelt. Die sind schwierig zu erwischen, genau mein Kaliber, eine echte Herausforderung!
CG: Sie arbeiten eng mit der Polizei zusammen, Kommissar Dolan ist einer Ihrer besten Freunde. Und doch verbergen Sie Ihre Identität, arbeiten heimlich und wenden manchmal zweifelhafte Methoden an, um dem Recht Geltung zu verschaffen. Eine Frage interessiert uns in Deutschland besonders: Hätten Sie moralische Skrupel, Kommissar Dolan von Ihnen entwendete Informationen, zum Beispiel über Steuerhinterzieher, zu geben, vielleicht gegen eine kleine Aufwandsentschädigung, um Ihr Versteck im Wildwood Friedhof zu finanzieren?
Spirit: Wie bitte? Ob ich Skrupel hätte, Informationen an die staatlichen Behörden zu geben, damit sie Verbrecher fangen? Das fragen Sie den Spirit?! (starrt entgeistert)
CG: Okay, vergessen Sie es, dumme Frage! Was fällt Ihnen an der heutigen Zeit auf im Vergleich zu Ihren Abenteuern in den 40ern?
CG: Wir stellen hier die Fragen! So ist das bei einem Interview, tut mir Leid!
Spirit: Wie ich gehört habe, wurde in der deutschen Fan-Gemeinde der Tod Will Eisners im Jahr 2005 mit großem Kummer aufgenommen.
CG: Ja, das trifft zu. Ist der Spirit seit dem Versterben seines Erschaffers tot?
Spirit: (schaut verdutzt) ---
CG: Hm, natürlich nicht, Mr. Spirit, selbstredend nicht, Mr. Spirit. Stimmt schon, dass der Soldat Eisner während des 2. Weltkriegs die Spirit-Geschichten von 1942 bis 1945 anderen Zeichnern anvertrauen musste. Gerade letztes Jahr (2009) kam Frank Millers Film "The Spirit" ins Kino und der letzte Band der Gesamtausgabe, Band 27 (bislang nur auf Englisch erhältlich), präsentiert auch neue Geschichten.
Spirit: (von oben herab) Das will ich aber meinen!
Spirit: (schaut plötzlich zur Seite) Das ist doch der Krake, dieser Schuft. Ich muss los, diesen Verbrecher fangen. Er hat in seinem bürgerlichen Leben Steuern hinterzogen. (eilt davon)
CG: (hinterherrufend) Ja, dann tschüss! Und besten Dank auch!
Will Eisners The Spirit Archive, Band 16 (4. Januar bis 27. Juni 1948)
Salleck Publications. Eckart Schott Verlag, Juni 2009
Text/Zeichnungen: Will Eisner
192 Seiten, Hardcover, Farbe; 49 Euro (Normalausgabe) bzw. 65,- Euro (Vorzugsausgabe mit Druck)
ISBN 978-3-89908-324-8 bzw. 978-3-89908-325-5 (Vorzugsausgabe)

Überschäumende Innovationen, immer noch fesselnde Geschichten!
Normalausgabe:
Vorzugsausgabe:
Abbildungen © Salleck Publications
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Eigentlich möchte Clement Brown nur auf dem schnellsten Weg zu seiner Familie nach Selma. Deswegen steht er in einer regnerischen Nacht an einer Landstraße in Alabama. Dort nimmt ihn die attraktive Tracy Lee mit, die beiden verstehen sich gut, halten an einem Motel und landen schließlich im Bett. Am nächsten Morgen ist der schwarze Clement mit dem Geld seines One-Night-Stands verschwunden und die weiße Tracy Lee ist tot.
Gute Krimis liefern in den besten Fällen gleich Milieustudien der Gegenwart in unterhaltsamer Form mit. Die TV-Serie Tatort ist ein Paradebeispiel dafür, wie man knifflige Fälle mit Sozialkritik kombiniert. Auch im Comicbereich gibt es Beispiele für gehobene Thriller. Caroline Baldwin ist ein solches. Die franko-belgische Serie um eine indianische Detektivin erscheint seit elf Ausgaben bei comicplus+.
Deadpool, ein Mutant mit ähnlichen Selbstheilungskräften wie Wolverine, tauchte erstmals 1991 im Marvel-Universum auf und turnt seitdem regelmäßig durch diverse Serien, sowohl als Gaststar als auch in eigenen Titeln. Vor allem in den letzten beiden Jahren warf Marvel eine kaum noch überschaubare Zahl von fortlaufenden Serien, Mini- und Nebenserien rund um den "merc with a mouth", den "Söldner mit der großen Klappe" auf den Markt. Aus der großen Menge des verfügbaren Materials hat Panini zunächst ein paar Paperback-Sammelbände auf Deutsch veröffentlicht, nun startet man zusätzlich noch eine Heftserie, die alle zwei Monate erscheinen soll.
Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die
jeweils aktuellen
Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht
und
Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher.
Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das
kosmische
Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen
mysteriösen
Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte,
davon
erzählt das Event Broken Trinity.
- 31.05.2010