JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Dienstag, 16. Dezember 2008
Die Hauptfigur von Sonne und Mond ist Baik Il Hong, ein bescheidener Fischerjunge, der eigentlich gar nicht zum Helden taugt. Völlig passiv tapert er durch die Gegend, will einfach nur in Ruhe gelassen werden und schläft auch mal zwischendurch ein, selbst wenn um ihn herum gerade gefürchtete Kopfgeldjäger mit dem gegenseitigen Abschlachten beschäftigt sind.
Sonne und Mond spielt in einem mittelalterlichen Asien, in einer Welt, in der drei rivalisierende Kriegerclans um die Vormachtstellung kämpfen. Einer der gefürchtetsten Krieger, Baik Bi, ist gestorben, und wie wir bald erfahren, ist unsere schluffige Hauptfigur Baik Il Hong dessen Sohn. Dank der guten Gene hat er die Gabe, sämtliche Krieger, die ihm ans Leder wollen, mit Leichtigkeit zu besiegen. Er selbst bekommt davon nur wenig mit, denn er hat nur Augen für Nang Lang, seine große Liebe. Nachdem Nang Lang bei einem Kampf tödlich verwundet wird, stellt Il Hong sein normales Leben ein: Still trauernd harrt er neben seiner toten Freundin aus, isst nichts, wäscht sich nicht. Stattdessen sinniert er über Leben und Tod, über Gott und die Welt und über das geistige Erbe seines Vaters. Und währenddessen tobt um ihn herum weiter der Kampf zwischen den verschiedenen Brüderschaften.
Man kann jeden Leser verstehen, der nach dem ersten Band keine Lust mehr auf eine Fortsetzung verspürt, zumal die Story durch ständige Szenen- und Perspektivwechsel auch noch schwer zu verfolgen ist. Wer jedoch dranbleibt und zum zweiten Band greift, wird belohnt: Die Geschichte gewinnt deutlich an Tiefe, Il Hongs unglückliche Liebesbeziehung spielt eine tragende Rolle. Vermehrt gibt es philosophische Betrachtungen über den Sinn des Lebens, die durch stimmungsvolle Bilder begleitet werden. Und trotzdem gibt es weiterhin absurden Humor und reichlich Martial-Arts-Action. Der Autor fährt dabei ein großes (manchmal auch verwirrendes) Arsenal von Charakteren auf, die alle an typische Genrefiguren erinnern. Und doch hat jede Figur ihren eigenen Charme, ihren besonderen Touch, ihren speziellen Sprung in der Schüssel.
Sonne und Mond, Band 1 bis 3
Shodoku/Schreiber & Leser
Text und Zeichnungen: Kwan Gaya
Softcover; schwarz-weiß; jeweils ca. 300 Seiten; 14,95 Euro
Band 1: ISBN 978-3-937102-47-4
Band 2: ISBN 978-3-937102-56-6
Band 3: ISBN 978-3-937102-78-8
Bildquelle: schreiberundleser.de
Trackback(0)
Kommentare (0)

Kommentar schreiben














Neue Veranstaltung einsenden



Schlachtszenen haben David B.
schon immer besonders fasziniert, das weiß man spätestens seit seinem
autobiografischen Werk
Treffen sich ein Franzose, ein
Brite, ein Amerikaner und ein Deutscher … Was sich anhört wie der Anfang eines
billigen Witzes, ist in knapper Zusammenfassung das Konzept von War and Dreams,
dem neuen Comic vom Kreativteam Maryse und Jean François Charles, die u.a
auch für India Dreams und Die Pioniere der neuen Welt verantwortlich
zeichnen.
Wobei die Handlung sich korrekterweise vielmehr genau darauf bezieht,
dass die vier unterschiedlichen Landsmänner im gehobenen Alter
eigentlich gar
nicht direkt aufeinandertreffen.
- 01.07.2010
Kleines Wunder ist das neueste Comicalbum aus Finix‘ Edition Solitaire, darin enthalten sind beide französischen Originalalben. Die Handlung spielt zwischen 1766 und 1794, begibt sich also mitten in die Französische Revolution hinein. Sehr prominent ist diese Epoche bis heute u.a. wegen des übermäßigen Köpfens von Verurteilten. Szenaristin Valérie Mangin (Die Geißel der Götter) greift diese Thematik auf und benutzt die Einführung der Guillotine als Vehikel für die Erzählung bislang unbekannter historischer Ereignisse.
Die Steinzeitära bildet auch im Bereich der Unterhaltungsindustrie eine
steinzeitliche Wüste. Dieser geschichtliche Abschnitt ist sträflich
vernachlässigt worden und diente höchstens mal als Kulisse für einige
Zeitreiseepisoden verschiedenster Auswüchse. Als Hintergrund einer
eigenständigen Erzählung diente die Steinzeit nur selten, wie z.B. in
dem Film Am Anfang war das Feuer oder, im weiteren Sinne, in 10.000 B.C. Im Bereich der Literatur ist vielleicht Ayla
die bekannteste Adaption. Angesichts dieser wenigen Erzeugnisse kann
man Emmanuel Roudier eigentlich nicht genug dafür loben, die Steinzeit
als historischen Hintergrund zu verwenden und obendrein den weithin
unterschätzten Neandertaler als Helden zu etablieren.
- 26.03.2010
Serienmörder und ihre Taten üben eine eigenartige Faszination auf uns
aus. Verbrechen, die Jahrzehnte, manchmal gar Jahrhunderte zurückliegen,
werden nicht vergessen und zu den Akten gelegt, sondern immer wieder
thematisiert - und durch die Verarbeitung in Kino, Fernsehen oder
Kriminalroman auch zu einem Stück Popkultur. Dass sich historische
Serienmorde auch als Thema für Comics eignen, will der Autor Peer Meter
beweisen, indem er gleich drei solche Stoffe zur Graphic Novels
verarbeitet. Der erste davon erschien kürzlich bei Reprodukt: In Gift
geht es um eine Frau namens Gesche Gottfried, die in den 1920er Jahren
in Bremen insgesamt 15 Menschen vergiftet hatte und 1831 hingerichtet
wurde.
- 26.07.2010