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von Benjamin Vogt Montag, 30. Juni 2008

Cover von SlowHendrik Dorgathen ist ein Künstler, der mit seinem einzigartigen Stil die Comicwelt begeistert und auch darüber hinaus für hohe Aufmerksamkeit sorgt. Dem Max-und-Moritz-Preisträger und Hochschullehrer wurde zum diesjährigen Comic Salon in Erlangen nicht nur eine Ausstellung gewidmet, auch sein neues Buch Slow erschien rechtzeitig. Dorgathen ist ein Wanderer zwischen den Medien, pendelt zwischen Illustration, Animation und schließlich dem Comic. Er bedient sich stilistischer Mittel aus diversen künstlerischen Subkategorien und bietet sie dem Betrachter in ungewohnter, genrefremder Konstellation feil.

Als Ausdruck dieses übergreifenden Grenzganges lässt sich auch die Publikation Slow bezeichnen. Dorgathen lädt ein zum unweigerlichen Verharren bei einzelnen Bildern, denn diese sind mehr als eine stringent zu verstehende Zusammensetzung für eine Erzählung, sie sind vielmehr kleine Kunstwerke für sich. Das Verweilen, das der Leser hier gerne auf sich nimmt, wird schließlich auch in Deborah Eisenbergs gelungenem Nachwort aufgegriffen, das überhaupt als anrührende Hommage an den Künstler verstanden werden kann. Eine sehr intensive Betrachtungsweise, wie ich es gerne bei einem herausragenden Buch wie diesem lese.

Seite aus SlowDie Seiten in diesem Album bersten über vor eindrucksvollen Zeichnungen, denen mit noch eindrucksvolleren Farben ein sehr starker Ausdruck verliehen wurde. Dorgathens meist grobe Striche sind gerade dann wirkungsvoll, je größer und monumentaler die Bilder angelegt wurden.

Seite aus SlowAuf fast 100 Seiten versammelt das Buch große und kleine Geschichten, die sich als tiefgründige Selbsterkundungstrips, Kindheitserinnerungen oder Abschweifungen in Traumwelten entpuppen. Entsprechend trägt Dorgathen dem Inhalt auch auf grafischer Ebene mit einer recht hohen Verspieltheit Rechnung. Metaphern, Symboliken und eine eindringliche Bildsprache prägen sein Werk. Zusätzlich steuert der spanische Künstler Max (Bardin) eine Comicerzählung bei, was nur folgerichtig zu sein scheint, da beide Künstler in ihrer Umsetzung nicht allzu weit voneinander entfernt liegen und einige der in Slow abgedruckten Comics bereits in Max' Magazin „Nosotros Somos Los Muertos“ veröffentlicht wurden.

SlowLetztendlich zeugt Slow von der variantenreichen Palette, die Hendrik Dorgathen gekonnt zu nutzen weiß. Es wird aber auch deutlich, dass er bei aller grafischer Versiertheit auch ein äußerst guter Erzähler ist, von dem man in den letzten Jahren leider viel zu wenig solcher Comicalben zu sehen bekam.






SLOW
Edition Moderne, Mai 2008
Text/Zeichnungen: Hendrik Dorgathen
96 Seiten, farbig, Halbleinen, 22,5 x 30,5 cm; 29,80 Euro / 48,- sFr.
ISBN 978-3-03731-032-8

 

Zwischen Museum und Comic, wunderbares Album


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Abbildungen Slow © Edition Moderne, Hendrik Dorgathen

 

 




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