JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Montag, 30. Juni 2008
Hendrik Dorgathen ist ein Künstler, der mit seinem
einzigartigen Stil die Comicwelt begeistert und auch darüber hinaus für hohe Aufmerksamkeit sorgt. Dem Max-und-Moritz-Preisträger und Hochschullehrer
wurde zum diesjährigen Comic Salon in Erlangen nicht nur eine Ausstellung
gewidmet, auch sein neues Buch Slow erschien rechtzeitig. Dorgathen ist ein
Wanderer zwischen den Medien, pendelt zwischen Illustration, Animation und
schließlich dem Comic. Er bedient sich stilistischer Mittel aus diversen
künstlerischen Subkategorien und bietet sie dem Betrachter in ungewohnter, genrefremder
Konstellation feil.
Als Ausdruck dieses übergreifenden Grenzganges lässt sich auch die Publikation Slow bezeichnen. Dorgathen lädt ein zum unweigerlichen Verharren bei einzelnen Bildern, denn diese sind mehr als eine stringent zu verstehende Zusammensetzung für eine Erzählung, sie sind vielmehr kleine Kunstwerke für sich. Das Verweilen, das der Leser hier gerne auf sich nimmt, wird schließlich auch in Deborah Eisenbergs gelungenem Nachwort aufgegriffen, das überhaupt als anrührende Hommage an den Künstler verstanden werden kann. Eine sehr intensive Betrachtungsweise, wie ich es gerne bei einem herausragenden Buch wie diesem lese.
Die Seiten in diesem Album bersten über vor eindrucksvollen
Zeichnungen, denen mit noch eindrucksvolleren Farben ein sehr starker Ausdruck
verliehen wurde. Dorgathens meist grobe Striche sind gerade dann wirkungsvoll,
je größer und monumentaler die Bilder angelegt wurden.
Auf fast 100 Seiten versammelt das Buch große und kleine
Geschichten, die sich als tiefgründige Selbsterkundungstrips,
Kindheitserinnerungen oder Abschweifungen in Traumwelten entpuppen. Entsprechend
trägt Dorgathen dem Inhalt auch auf grafischer Ebene mit einer recht hohen Verspieltheit Rechnung. Metaphern, Symboliken und eine eindringliche
Bildsprache prägen sein Werk. Zusätzlich
steuert der spanische Künstler Max (Bardin) eine Comicerzählung bei, was nur folgerichtig zu sein scheint, da beide Künstler in ihrer Umsetzung nicht allzu
weit voneinander entfernt liegen und einige der in Slow abgedruckten Comics
bereits in Max' Magazin „Nosotros Somos Los Muertos“ veröffentlicht wurden.
Letztendlich zeugt Slow von der variantenreichen Palette,
die Hendrik Dorgathen gekonnt zu nutzen weiß.
Es wird aber auch deutlich, dass er bei aller grafischer Versiertheit
auch ein äußerst guter Erzähler ist, von dem man in den letzten Jahren leider
viel zu wenig solcher Comicalben zu sehen bekam.
SLOW
Edition Moderne, Mai 2008
Text/Zeichnungen: Hendrik Dorgathen
96 Seiten, farbig, Halbleinen, 22,5 x 30,5 cm; 29,80 Euro / 48,- sFr.
ISBN 978-3-03731-032-8
Abbildungen Slow © Edition Moderne, Hendrik Dorgathen















Neue Veranstaltung einsenden



Hand Made Quality – so verweist der Zürcher T.O.T.T. alias Thomas Ott
völlig zu Recht mit breiter Brust auf seine außergewöhnliche Technik.
Denn Ott zeichnet nicht. Nein, er entlockt seine bitterbösen Geschichten
schwarzem Schabkarton – und durch Kratzen mit einem Rasiermesser! In
der Edition Moderne sind regelmäßig Arbeiten des Ausnahmetalents wie
Cinema Panopticum oder The Number 73304-23-4153-6-96-8 erschienen, mit R.I.P. Best Of 1985-2004 liegen seine Kurzgeschichten erstmals in
einem Band vor.
- 17.07.2010
Nachdem ich Katrin Baumgärtners Mundkopf zum ersten Mal gelesen hatte, fühlte ich mich nicht in der Lage, sofort eine Rezension zu schreiben. Der ganze Comic ließ mich mit einem extrem starken "What the fuck?"-Gefühl zurück, das dafür sorgte, dass ich beschloss den Comic nicht zu rezensieren, ehe ich ihn nicht ein zweites Mal gelesen hatte.
In der Welt der Comics werden Frauen meistens aus der Phantasie von Männern geschaffen. Angesichts des prekären Standes von Comics in der Kulturindustrie wäre es aber falsch, wenn man das gesamte Medium als Vehikel für regressive Männerphantasien bezeichnet.
Miller & Pynchon stammt
von dem österreichischen Leopold Maurer und ist im Literaturverlag Luftschaft erschienen, der vor allem
Comiczeichner aus Österreich verlegt; man denke an den ebenfalls dort
erschienenen Sammelband Perpetuum oder den Comic Molch.
Gewichtsverlust trotz opulenter Speisen? Aus dem Nichts auftauchende
Steine, deren Gewicht (6793 Gramm) eine Primzahl ergeben? Sand, der sich
in der Wohnung anhäuft und niemand weiß, warum? Das sind die mysteriösen
Zutaten in Die Sandkorntheorie. Das Album gehört dem Zyklus Die
Geheimnisvollen Städte an und setzt sich deshalb in
utopisch-phantastischer Weise mit der Mode- und Kunstgeschichte genauso
auseinander wie mit architektonischen, stadtgeographischen und
technischen Themen. Die Altmeister des frankobelgischen Comics François
Schuiten (Zeichnungen) und Benoît Peeters (Text) sind auf diesem Gebiet
also bereits ein eingespieltes Team. Ihre neueste Arbeit kann aber auch
unabhängig von den bisherigen Werken oder als Einstieg gelesen werden,
da kein Vorwissen nötig ist.
- 04.05.2010