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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Samstag, 11. Oktober 2008
In „Das Schaf im Wolfspelz“ beginnt die Geschichte von Holden Carver, einem Doppelagenten der innerhalb des Verbrechersyndikats von Tao, einem genialen Schurken mit Superkräften, operiert. Als einer der besten Männer Taos gewinnt er schnell das Vertrauen seines Chefs, doch der geheime Auftrag, die Unterminierung und somit Zerschlagung der kriminellen Organisation, zieht Carver zunehmend selbst ins moralische Zwielicht, zumal sein Auftraggeber und einziger Kontaktmann John Lynch im Koma liegt (siehe Point Blank). Die Grenze zwischen Gut und Böse scheint für Carver allmählich zu verwischen, er wird zu einem Agenten, der ohne Orientierung zu tief in seine Rolle verfällt, als das er einfach aussteigen könnte.
Ed Brubaker begibt sich mit Sleeper auf ein ihm wohl
vertrautes Terrain, denn bereits andere Werke wie Gotham Central für DC oder
Criminal für Marvel/Icon zeugten von seinem guten Händchen für griffige und
packend erzählte Kriminalgeschichten. Sleeper stellt bereits im ersten
Sammelband einen Höhepunkt im Schaffen des Autors dar, denn mit der unverbrauchten,
facettenreichen Figur des Holden Carver lässt es sich gut bewegen im
Wildstorm-Universum, in dem allerhand Superwesen ihre Daseinsberechtigung
haben. Brubaker verleugnet diesen Hintergrund, also die Präsenz von Superhelden
(und –schurken) nicht, auch Carver und Tao besitzen übernatürliche Kräfte,
trotzdem ist dieser Aspekt innerhalb der Handlung nicht bestimmend. Vielmehr
verfolgt man als Leser direkt den Identitätsverlust eines strauchelnden und
verzweifelnden Agenten, der zu weit ins verbrecherische Milieu gerät, ohne sich
allein befreien zu können. Erzählt ist das großartig, denn solch packende Texte
und verschachtelte Charakterisierungen sind Brubaker vielleicht nie so gut
gelungen wie hier.
Passend zur Thematik sind Sean Phillips' Zeichnungen in dunklere Farben getaucht, die leichten Schattierungen sowie die teilweise
gemixte Panelaufteilung aus breitflächigeren Hintergrund- und akzentuierten Kleinbildern lassen
zusätzliches Noir-Feeling aufkommen.
Sleeper ist eine Story um Agenten, Ganoven und Superwesen; und bereits nach einem Band ist sie hervorragend.
Sleeper 1: Das Schaf
im Wolfspelz
Cross Cult, August 2008
Text: Ed Brubaker
Zeichnungen: Sean Phillips
A5; Hardcover; 144 Seiten; 19,80 Euro
ISBN: 978-3-936480-71-9
Bildquelle: cross-cult.de















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Erik ist ein deutschsprachiger Künstler, der vielen vielleicht bereits bekannt ist durch seine Zeitreise-Historien-Epos Deae Ex Machina, das er ursprünglich als Webcomic gestartet hat (und auch bis heute weiterführt), das aber seit geraumer Zeit ebenso fester Bestandteil des Magazins Comix ist, wo die Geschichte als Fortsetzungscomic erstmals in gedruckter Form erscheint. Neben diesem bereits beeindruckenden Mammutprojekt (für mich regelmäßig das Highlight des Comix-Magazins), legte der fleißige Saarländer unlängst sein erstes richtiges Comicalbum bei Epsilon vor.