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von Andreas Völlinger Freitag, 07. Mai 2010
Dieser, beinahe auf Metaebene geführte, Dialog zwischen Nick Fury und seiner alten Flamme Contessa Allegra de Fontaine (deren Schöpfer Jim Steranko wirklich etwas von Agentennamen verstand) bringt auf den Punkt, was den Mann umtreibt. Jemand, der seit den 1960ern - dank einer den Altersprozess stoppenden Droge - ohne Atempause als weltrettender Agent im Einsatz ist, lässt sich nicht einfach in Rente schicken. Auch nachdem er von seinem Posten als Chef von SHIELD entbunden und die ganze Organisation schließlich durch Norman Osborns Geheimdienst H.A.M.M.E.R. ersetzt wurde, macht Fury einfach auf eigene Faust mit dem weiter, was er immer getan hat: die USA und den Rest der Welt kompromisslos vor sich zusammenbrauenden Bedrohungen schützen. Nun aber gemeinsam mit dem Nachwuchshelden-Team Secret Warriors, das er nach seinen knallharten Regeln trainiert.
Der alte, raubeinige Haudegen und ein Team hitzköpfiger Junghelden, von denen der jüngste ein zwölfjähriger griechischer Gott ist − das Konzept funktioniert ganz ordentlich, ist aber längst noch nicht alles, was diese neue Serie ausmacht. Die Autoren Jonathan Hickman und Brian Michael Bendis fahren mit Verschwörungen, Doppelagenten und einer wirklich dramatischen (wenn auch etwas sehr arg konstruiert wirkenden) großen Enthüllung, die weit in die Vergangenheit des Marveluniversums hineinreicht, alle Zutaten eines guten Thrillers auf und schaffen erfolgreich eine „Alles ist möglich“-Atmosphäre der ständigen Bedrohung. Mit der neu formierten Führungsriege der Terrororganisation Hydra gibt es dazu Gegenspieler, die auf eindrucksvoll unangenehme Art auch als solche überzeugen.
Der einzige, wirklich ins Gewicht fallende Wermutstropfen dieses Comics besteht darin, dass die Autoren dem Rampensau-Charme der Figur Nick Fury augenscheinlich etwas zu sehr erlegen sind − Fury dominiert die Handlung dermaßen, dass die titelstiftenden Secret Warriors selbst eher blass und unausgereift bleiben. Auch nach Lektüre der sechs Episoden in diesem Band, den man gut im Anschluss an Secret Invasion lesen kann, weiß man immer noch nicht genau, wie Furys Zöglinge eigentlich ticken und welche Motivation sie überhaupt haben, bei diesem Himmelfahrtskommando mitzumachen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden − die Ansätze für interessante Figuren sind definitiv vorhanden.
Secret Warriors
Panini Comics, März 2010
Text: Jonathan Hickman, Brian Michael Bendis
Zeichnungen: Stefano Caselli
Softcover, 148 Seiten, 16,95 Euro

Gelungener, kurzweiliger Mix aus Big-Budget-Agententhriller und Superheldenaction
Abbildungen © Marvel Comics, der dt. Ausgabe Panini Comics
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Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die
jeweils aktuellen
Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht
und
Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher.
Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das
kosmische
Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen
mysteriösen
Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte,
davon
erzählt das Event Broken Trinity.
- 31.05.2010
Statt des zehnten Jahrestags des 11. Septembers friedlich zu gedenken, inszeniert Frank Miller in Holy Terror einen privaten Rachefeldzug gegen den islamistischen Terror. Sein Comic verbindet perfekte Ästhetik mit perfider Ideologie und erinnert an die Propagandafilme Leni Riefenstahls.
Kurt Busieks Astro City ist eine Hommage an die Superhelden aus der guten, alten Zeit. Der aktuelle deutsche Band Local Heroes zeigt, was alles möglich ist, wenn man den Blickwinkel auf die fliegenden Strumpfhosenträger ein wenig verschiebt. Ein Superhelden-Comic für Leute, die eigentlich keine Superhelden-Comics mehr lesen wollten.
Garth Ennis galt noch nie als intellektueller Schöngeist. Seine Comics sind gewöhnlich derb und bissig. So auch The Boys, die Serie, die DC nicht wollte, vermutlich, weil sie den hauseigenen Superhelden zu sehr zugesetzt hätte. Streicheleinheiten ist nun Ennis' dritter Streich gegen die fliegenden Strumpfhosenträger.
- 14.03.2009
Ed Brubaker ist momentan sicher einer der omipräsentesten
Comicautoren auf dem deutschen Markt. Brubaker, der gerade zum zweiten Mal in
Folge den Eisner-Award als bester Autor erhielt, ist sowohl bei klassischen
Marvel-Helden wie Captain America, Daredevil oder den X-Men (auf Deutsch alle bei Panini), aber
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ebenfalls auf Deutsch bei Panini vorliegt. Der gerade erschienene One-Shot Point
Blank, der quasi ein Prolog zur Reihe Sleeper (deutsch bei Cross Cult) darstellt, zeigt Brubakers
Einstieg ins Wildstorm-Universum von DC.