JoomCategories for JoomGallery

JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1453
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Rezis nach Kategorien

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

August 2014 September 2014 Oktober 2014
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

Home Rezensionen

von Jons Marek Schiemann Freitag, 28. Dezember 2012

Cover Sasmira 1 Sasmira von Laurent Vicomte erinnert stellenweise stark an die Serie Die Reise ans Ende der Welt. Was natürlich nicht allzu verwunderlich ist, da der Autor und Zeichner jedes Mal der gleiche ist. Allerdings geht die Ähnlichkeit der beiden Serien schon in Richtung Selbstzitat, was Fans erfreuen, aber andere eher enttäuschen wird. Doch Sasmira wäre Unrecht getan, würde man es nur in Verbindung mit der anderen Reihe lesen, denn der Comic ist sehr poetisch und ähnelt damit eher den späteren Bänden der Reise als den ersten, rein fantasygeprägten Abenteuern.

Dabei gelingt es Vicomte, einen hohen Grad an Poesie zu entwerfen, ohne ein einziges Mal kitschig zu werden. Allein das ist schon eine hohe Kunst. Die Themen Zeitreise, unerwiderte Liebe und magische Anziehungskraft fand man allerdings auch schon in den übrigen Comics des französischen Künstlers. Angesichts der hervorragenden graphischen Umsetzung nimmt man das nur allzu gerne hin, denn wie Vicomte mit den Mitteln der bildlichen Erzählung spielt, ist einfach beispielhaft. Schon zu Beginn des ersten Bandes, wenn einzelne Verse über das Wesen der Zeit auf der graphischen Ebene mit verschiedenen Perspektivenfluchtpunkten korrelieren, gehen beide eine enge Symbiose ein. Das gibt nicht nur die Stimmung vor, sondern kann auch immer wieder Metaebenen schaffen. So ist die steinerne Figur im Regen nicht nur eine melancholische Ansicht voller düsterer Schönheit, sie scheint zu Beginn durch die ersten Regentropfen gar zu weinen und ähnelt in einem Zwischenpanel schon fast Darstellungen von Jesus. Religiös ist hier aber nichts angehaucht, vielmehr wird die zeitlose und bedingungslose Kraft der Liebe gepriesen. Aber auch die verschiedenen Blickwinkel und Perspektiven, die Vicomte einnimmt, verleihen der ganzen Serie eine große Klasse. Wie er vom bildlich-auktorialen Erzähler zur subjektiven Sicht der späteren Heldin wechselt, ist bezaubernd. Durch diesen hervorragenden Kniff wird sowohl Stimmung etabliert als auch gleich die Figuren eingeführt und mit wenigen Panels die Konstellation zwischen ihnen klar gemacht. Das ist wahre graphische Poesie.

Seite aus Sasmira 1 Nachdem "Der Ruf" in Frankreich ein großer Erfolg wurde, mussten die Leser fast 15 lange Jahre auf eine Fortsetzung warten, die Vicomte nur dank der Unterstützung von Co-Zeichner Claude Pelet gelang. Splitter veröffentlicht nun eine Neuauflage des ersten zeitgleich mit dem zweiten Band.

Die Poesie, die den Auftakt auszeichnete, fällt in "Der falsche Ton" leider weitaus geringer aus. Auf den ersten Blick fällt es kaum auf, dass neben Vicomte noch ein weiterer Zeichner hinzugekommen ist, da stilistisch alles gleich bleibt. Nur die außergewöhnlichen Einfälle sind nicht mehr zu finden. Stattdessen wird in eindrucksvollem Dekor geschwelgt, was auch nicht zu verachten ist. Während also die Graphik mit dem ersten Band nicht mithalten kann, nimmt dafür die Story an Fahrt auf. Glücklicherweise entfernt sie sich von Die Reise ans Ende der Welt und geht nun ihre eigenen Wege.

Cover Sasmira 2 Nachdem der Musiker Stan mit seiner Freundin Bertille im Laufe von Nachforschungen über ein Foto einer jungen schönen Frau in die Vergangenheit geraten ist, wollen sie, ja müssen sogar, herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Und wie sie in ihre Gegenwart zurück reisen können. Denn Bertille gerät zunehmend in Gefahr und Stan erkennt, dass die schöne geheimnisvolle Sasmira, zu der er sich hingezogen fühlt, weitaus mehr Geheimnisse besitzt als gedacht.

Die Geschichte verlässt bekannte dramaturgische Bahnen und hält immer wieder überraschende Wendungen bereit, welche den Comic auch ohne Action sehr spannend machen. Die Figurenkonstellation, die vielen Fragen und die Twists in der Handlung faszinieren den Leser und lassen ihn die Alben nicht aus der Hand legen. Die Vorfreude auf den nächsten von insgesamt vier Teilen ist groß und es bleibt zu hoffen, dass dieser nicht wieder so lange auf sich warten lässt.

ANZEIGE

 

Wertung: 9 von 10 Punkten

Die Story ist bisweilen ein Selbstzitat, doch ihre Umsetzung ist wahre graphische Poesie.

 

Sasmira
Splitter Verlag, Oktober 2012
Text: Laurent Vicomte
Übersetzung: Tanja Krämling
je 72 Seiten, farbig, Hardcover

Band 1: Der Ruf
Zeichnungen: Laurent Vicomte
Preis: 15,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-479-6
Leseprobe

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Band 2: Der falsche Ton
Zeichnungen: Laurent Vicomte, Claude Pelet
Preis: 14,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-480-2
Leseprobe

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag



Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Die gläsernen Schwerter 1 - Yama

    altDie Sonne erlischt, die Erde ist dem Untergang geweiht. Um die ganz große klimatische Katastrophe in einem nicht näher benannten Fantasy-Universum zu überleben, sollen vier magische Schwerter der Menschheit den Weg in eine neue, sichere Dimension weisen. Die gläsernen Schwerter fielen parallel verteilt aus dem Himmel herab und müssen zur Entfaltung ihrer Kräfte von einem Auserwählten vereint werden.

    - 15.05.2012
  • Gorn 10 & 11
     In den beiden letzten Alben von Gorn, der großartigen Fantasyserie von Tiburce Oger, spitzt sich die Handlung nochmal gehörig zu. Der von Finix veröffentlichte, finale Zyklus (Ausgaben 9-11) konzentriert sich auf die Erben des titelgebenden Ritters Gorn, welche nun nichts weniger als einen umfassenden Krieg zwischen Gut und Böse auszufechten haben. - 15.06.2010
  • Wer Wind sät

    Unter den argwöhnischen Blicken der ansässigen Bewohner lässt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Gruppe von Zigeunern für einige Tage in einem Dorf im Norden Frankreichs nieder. Schnell freundet sich Antoine, ein junger Bergarbeiter, mit der attraktiven Zigeunerin Kheshalya an. Währenddessen versucht der Chef der Mine, die Anwesenheit der unliebsamen Roma für seine eigenen Zwecke zu nutzen und seine streikenden Mitarbeiter kurzfristig zu ersetzen.

    - 19.01.2011
  • Andrax 5: Gnadenlose Jagd

     Es ist vollbracht, die fünfteilige, neu bearbeitete Andrax-Gesamtausgabe liegt jetzt also komplett vor. Auch wenn die Stories aus den 70ern an vielen Stellen vornehmlich durch hölzerne Dialoge und übertriebene Handlungen auffallen, so beweist die spanisch-deutsche Koproduktion von Autor Peter Wiechmann und Zeichner Jordi Bernet dennoch, dass überbordende s/w-Fantasycomics auch heute noch ihren verdienten Platz innehaben können.

    - 16.04.2009
  • Die Plastikmadonna
     Die französischen Künstler Pascal Rabaté und David Prudhomme sind spätestens seit diesem Jahr dem deutschsprachigen Comicleser nicht mehr unbekannt. Von beiden wurde unlängst je ein Werk bei Reprodukt veröffentlicht, zum einen Rabatés Bäche und Flüsse, zum anderen Prudhommes Rembetiko. Die Plastikmadonna, eine Kollaboration, erschien nun bei Carlsen unter dem großzügig bedientem Graphic-Novel-Label. - 08.08.2010