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(Vortrag/Diskussion)
von Karen Neff Dienstag, 25. April 2006
Japan, Ende der Sengoku-Ära: Der lange währende Bürgerkrieg endete mit einer gewaltigen Schlacht, der Schlacht von Sekigahara. In dieser Schlacht gab es eine Reihe von Kriegern, die weder für die eine noch die andere Seite, sondern nur für die Vervollkommung ihrer Schwertkunst kämpften. Der Berüchtigste und Grausamste von ihnen war der Legende nach Dämonenauge Kyo, der Mann, der 1000 Krieger erschlug…
Die eigentliche Geschichte beginnt vier Jahre nach der Schlacht von Sekigahara. Yuya Shiina, ihres Zeichens Kopfgeldjägerin, glaubt, endlich dem Fang ihres Lebens auf der Spur zu sein: Dem berüchtigten Dämonenauge Kyo. Blutrote Augen und ein fünf Shaku (ca. 1,5 m) langes Schwert sind seine Kennzeichen - und diese Beschreibung scheint genau auf den Wanderer zuzutreffen, dem Yuya bereits seit einer ganzen Weile auf der Spur ist. Die hübsche Kopfgeldjägerin greift zu einer List und spielt ihre weiblichen Reize voll aus. Die List wirkt ein wenig zu gut und Yuya traut ihren Augen kaum: dieser lüsterne Feigling soll der große Dämonenauge Kyo sein? Wohl eher nicht. Der Wanderer stellt sich als Kyoshiro Mibu vor, wandernder Arzt und Botschafter des Friedens. Dumm gelaufen, aber die zähe Yuya weiß sich zu helfen – auch auf den Kopf des selbsternannten Arzneihändlers der Liebe ist nämlich eine kleine Belohnung ausgesetzt und daher wird Kyoshiro einfach resolut zwangsrekrutiert und fortan mitgeschleppt.
Bald schon begegnen die beiden unfreiwilligen Weggefährten dem nächsten Abenteuer in Gestalt zweier Brüder, die ein ganzes Dorf terrorisieren. Yuya wittert eine saftige Belohnung und beschließt, dem Treiben ein Ende zu machen. Doch sie hat ihre Fähigkeiten etwas überschätzt und alsbald geraten nicht nur die Kopfgeldjägerin, sondern auch die Dorfbewohner in äußerste Gefahr. Kyoshiro findet sich mitten zwischen den Fronten wieder und als die Situation ausweglos scheint, offenbart sich plötzlich ein düsteres Geheimnis…
Mit Samurai Deeper Kyo hat Akimine Kamijyo das Rad sicher nicht neu erfunden. Dafür erinnert das semi-historische Samurai-Setting sowie die Auswahl der Charaktere – friedfertiger Typ mit Schwert und geheimnisvoller Vergangenheit, willensstarke und temperamentvolle Frau – ein wenig zu sehr an Rurouni Kenshin. Doch der Manga-ka versteht sein Handwerk, die Zeichnungen sind sehr solide ausgearbeitet und bestechen durch wohlgeratene Proportionen und ein ansprechendes Charakterdesign. Wie in diesem Genre üblich gestalten sich die Kampfszenen detailliert und sparen auch nicht mit relativ blutigen Details, insgesamt liegt der Fokus des ersten Bandes aber nicht übermäßig auf Gewalt.
Die Story wechselt stetig zwischen dramatischer Action und Humor, wobei beide Elemente gut ausgewogen sind. Die Kernthemen sind Yuyas Suche nach dem „Mann mit der Narbe“ sowie natürlich die geheimnisvolle Vergangenheit Kyoshiros. Die Geschehnisse des ersten Bandes sind allerdings leider ein wenig vorhersehbar; man wird abwarten müssen, ob es die nachfolgenden Bände schaffen, durch unerwartete Wendungen mehr Spannung aufzubauen. Die historische Genauigkeit kommt gegenüber der zeichnerischen Freiheit eher kurz. Einige der in späteren Bänden auftretenden Figuren wurden realen Personen vage nachempfunden und die den Geschehnissen zugrundeliegende Schlacht von Sekighara gab es wirklich, damit erschöpfen sich die historischen Zusammenhänge aber auch so ziemlich. Potentiellen Lesern, die sich für ernsthaftere Manga mit historischem Hintergrund interessieren, sei an dieser Stelle Vagabond von Takehiko Inoue empfohlen, in Deutschland erschienen beim Ehapa-Verlag.
Alles in allem ist Samurai Deeper Kyo solide Manga-Kost, die mehr oder minder ohne große Einschränkungen den Fans der witzigen Action und der Samurai-Ära empfohlen werden kann. Die Umsetzung von Heyne ist gelungen, die Übersetzung scheint stimmig und besonders das kleine ABC am Ende mit der Erklärung von im Manga erwähnten japanischen Begriffen fällt sehr positiv auf.
Samurai Deeper Kyo
Text und Zeichnungen: Akimine Kamijyo
Heyne-Verlag
198 Seiten, Softcover; 6,- Euro
ISBN: 3-453-59504-1
Text und Zeichnungen: Akimine Kamijyo
Heyne-Verlag
198 Seiten, Softcover; 6,- Euro
ISBN: 3-453-59504-1
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Manu Larcenet hat mit den bis jetzt zwei bei Reprodukt erschienenen Bänden von "Der alltägliche Kampf" wahrhaftig Eindruck geschunden.
Gerade erst startete der dritte
Predator-Streifen in den deutschen Kinos, schon gibt es bereits
die "offizielle
Vorgeschichte" exklusiv in Comicform. Eine in den letzten Monaten und
Jahren
bei US-Verlagen beliebte Praxis, wie auch ein Rückblick auf die die
ebenfalls
hierzulande veröffentlichten Comicprologe zu den Filmen Star Trek,
28 Days Later oder The Hills Have Eyes beweist.
Im Gegensatz zu den aufgezählten
Beispielen versucht der zweigeteilte Predators-Prolog nicht,
krampfhaft die
filmische Kontinuität mit wichtigen Fakten zu erweitern oder
auszuschmücken.
- 02.08.2010
Queen & Country spielt im Geheimdienstmilieu. Es ist aber kein James-Bond-Verschnitt, sondern zieht seinen Reiz gerade aus dem Gegenteil davon. Keine Hochglanz-Szenarien und keine technischen Gimmicks; stattdessen desillusionierte Spione, die oftmals in moralischen Zwickmühlen stecken und Figuren auf dem Schachbrett der internationalen Politik sind.
Nach Modern Tales hat der Brandenburger Verlag eidalon im Herbst 2007 ein weiteres Unterlabel ins Rennen geschickt. Während Modern Tales mit seinen Veröffentlichungen wie Queen & Country oder Wasteland das erwachsenere Publikum anspricht, dreht sich bei comikat alles um die Unterhaltung jüngerer Leser bzw. der ganzen Familie. Mit der ersten Veröffentlichung hat man direkt einen dicken Fisch an der Angel: Die Serie Amelia Rules! von Jimmy Gownley ist in den USA für diverse hochrangige Auszeichnungen nominiert worden.
- 13.07.2008
Vor allem bekannt für seine Animationsfilme Astro Boy und Kimba, der weiße Löwe, erscheinen langsam aber sicher auch Osamu Tezukas Manga auf dem deutschen Markt. Der Großmeister des japanischen Comics entwickelte neben den moralisch angehauchten Kindercomics auch den gekiga, den Manga für Erwachsene, ständig weiter und führte diese scheinbar entgegen gesetzten Welten immer näher aneinander heran. Nachdem mit Kirihito bei Carlsen Comics bereits ein Werk aus dieser Schaffensphase Tezukas übersetzt wurde, folgt nun der Schreiber und Leser Verlag mit Barbara, einer Geschichte, die meisterlich zwischen Ästhetik und Slapstick, zwischen Erotik und Literatur oszilliert.
- 19.05.2010