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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Mittwoch, 04. Mai 2011
Man muss schon ein gewisses Faible für Pulp und Trash haben und sich auf die Story und die Grundvoraussetzungen von Rex Mundi einlassen. Schließlich wird hier eine Welt geschildert, wie es sie nicht gibt, weil manche historische Tatsachen nicht oder anders stattgefunden haben. Dass sich die Story selbst nicht so ganz ernst nimmt, kann man auch daran sehen, dass als Herausgeber der fiktiven Zeitung, von der immer wieder mal eine Seite abgedruckt wird, auch Robert E. Howard (Conan) und H. P. Lovecraft fungieren.
Hier wird mächtig was durcheinandergewirbelt: Da hätten wir Verschwörungen à la Dan Brown, christliche Mythologie, Mystizismus, Fantasy, historisches Was-wäre-wenn, politische Satire, Rassismuskritik und Horror. Ein neues Fass wird im sechsten Band natürlich nicht mehr aufgemacht, da dieser der letzte Teil der Serie ist und alles auf das Finale hinaus läuft.
Und dieses Finale gestaltet sich mit einigen Überraschungen und dürfte allen Lesern und Fans der Serie so einige Male den Atem stocken lassen. Aber auch jene, die bisher nicht sonderlich viel mit Rex Mundi anfangen konnten, werden erstaunt sein angesichts des Muts des Autors Arvid Nelson, einige Konventionen eines Serienfinales einfach über den Haufen zu werfen. „Das Tor Gottes“ ist voller Tempo, Action, Wendungen, aber auch stellenweise sehr brutal. Und ist das Ende nun wirklich ein Happy End? Nelson lässt offen, ob der Faschismus besiegt wurde oder in naher Zukunft besiegt sein wird. Zu faszinierend ist die mythologische Grundlage, der sich der Faschismus in Rex Mundi bedient.
Die Zeichnungen von Juan Ferreyra sind zwar sehr glatt, aber dennoch besser als die seiner Vorgänger in der Serie, Eric J und Jim di Bartolo. Graphisch ist der Band mit seiner flächigen aber sehr realistischen Kolorierung sehr beeindruckend und weiß auch in den Details voll zu überzeugen. Man achte nur auf die Naziuniformen, die mit der Lilie das Wappen des französischen Königshauses beinhalten.
Als Gastzeichner fungiert übrigens Guy Davis, der durch B.U.A.P. und Als die Zombies die Welt auffraßen bekannt wurde. Er steuerte einen achtseitigen Prolog („Ismael“) bei. Erwähnenswert
ist auch die Zusatzstory, gezeichnet von Brian Churilla, die ursprünglich nur im Web erschienen ist. Diese Story, „Hügel der Märtyrer“, hat mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun, sondern erzählt einen abgeschlossen Kurzkrimi, in dem ein Inquisitor einen Mordfall löst.
Wertung: ![]()
Rasanter, fulminanter Abschluss einer Serie, welcher noch einmal das sehr gute Gesamtbild eindrucksvoll bekräftigt.
Rex Mundi 6 - Das Tor Gottes
Ehapa Comic Collection, März 2011
Text: Arvid Nelson
Zeichnungen: Juan Ferreyra, Guy Davis, Brian Churilla
248 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 24,95 Euro
ISBN: 978-3-770-3373-5
















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Rezensionen


Mit dem zweiten und dritten Album ist die fulminant gestartete Comicserie Die Bruderschaft der Krabbe auch bereits abgeschlossen. Szenarist Mathieu Gallié gelingt es, die Handlung rund um eine Gruppe von Kindern, die gegen die Erschaffung eines Krabbenmonsters ankämpfen, über die gesamte Lesedauer auf einem konstant hohen Niveau zu halten.
Zum zwanzigsten Jubiläum der Sandman-Reihe hat P. Craig Russell
(Batman, Die Zauberflöte) Neil Gaimans "Traumjäger" adaptiert.
Ursprünglich war "Traumjäger" kein Comic, sondern eine illustrierte
Kurzgeschichte, die Gaiman zusammen mit dem Illustrator Yoshitaka Amano
umgesetzt hat. Nun liegt bei Panini Comic mit dem leicht abgewandelten
Titel "Die Traumjäger" also Russels Comicinterpretation vor. Russel hat
bereits fünfmal mit Gaiman zusammengearbeitet, darunter Coraline.
- 02.09.2010
Eben erst von einer seiner großen Expeditionen zurückgekehrt, genießt der draufgängerische Forscher Richard Drake
die Vorzüge, die London zu Ende des 19. Jahrhunderts für die vornehmere
Gesellschaft bereithält. Ob in noblen Zigarrenclubs, beim elitären
Fechttraining oder in pompösen Ballsälen, Drake ist der unternehmerische
Antiheld der viktorianischen Dekadenz.
- 28.08.2010
Die Natur schlägt zurück! Zumindest in Christophe Becs und Eric
Henninots zweitem Teil der sechsteiligen Serie Carthago. In "Die
Challenger-Tiefe" bieten die beiden erneut eine konfuse Mischung aus
Mystery, Öko-Thriller und Science-Fiction. Wie in Becs anderen
Splitter-Arbeiten (Prometheus, Heiligtum) verknüpft der Autor eine
Blockbuster-Ästhetik mit einer rasant erzählten Geschichte, die durch
Zeit- und Ortssprünge gekennzeichnet ist. Bereits der Auftaktband von Carthago
hatte enttäuscht und konnte dem wenig hinzufügen.
- 10.09.2010
Christophe Bec lässt es scheinbar ganz schön krachen. Denn mit dem
ersten Heiligtum-Band "USS Nebraska" ist bei Splitter nach Prometheus
und Carthago seine dritte Albumserie gestartet. Doch bei
dieser Science-Fiction-Mystery hat er das Schreiben an seinen Kollegen
Xavier Dorison abgegeben. Splitter hat die etwas ältere
Zusammenarbeit der beiden Franzosen aus dem Jahr 2001 anscheinend neu
für sich entdeckt und nun für den deutschen Markt herausgebracht.
- 23.07.2010