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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Freitag, 10. Dezember 2010
Passend zum Kinostart des Blockbusters mit Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren kam Red vom britischen Starautoren Warren Ellis (Planetary, Global Frequency, Freak Angels) auch auf Deutsch heraus. Abgesehen von der Grundidee und der Ausgangslage hat der Film aber nicht mehr viel mit der Comicvorlage gemeinsam. Ist der Film eher komödiantisch orientiert, ist die Comicvorlage sehr actionreich, blutig und zynisch.
Ellis kennt sich mit Agenten aus. Schon in Global Frequency hat er sie in diverse Kämpfe geschickt und in ausweglose Situationen versetzt. Red ist schnörkellos und geradlinig erzählt. So kann sich die Story auch in wenigen Sätzen bündeln lassen: Ein pensionierter CIA-Agent soll liquidiert werden, da er zu viel weiß. Das geht schief und er schlägt zurück. Leichen pflastern seinen Weg und es werden viele neue Stellen in Langley frei. Die Zeichnungen sind sehr kantig und reduziert, Hintergründe werden meist ausgespart und die Farben sind sehr gedeckt gehalten. Was Cully Hamner richtig gut macht, sind die zeichnerischen Akzentsetzungen. So werden etwa in Sterbeszenen die Panels fast komplett in Schwarz getaucht. Auch die vielen Spiele mit Licht und Schatten sind sehr gut gelungen.
In der Story spritzt das Blut und der Held ist zu keinem Zeitpunkt wirklich sympathisch. Er weiß, was er ist: ein Killer. Er möchte nur seine Ruhe und will lernen, mit sich selber und mit seinen Taten klar zu kommen. Paul Moses, so sein Name, ist keine Sympathiefigur, aber ein guter Träger für das Misstrauen gegenüber dem Staat und seiner verdeckten Politik. Die Bedrohung geht vom Staat aus. Er schuf Killer, die in seinem Auftrag Regierungen stürzten, Menschen liquidierten und Unruhe erzeugten.
Mit dieser Sichtweise liegt Red ganz in der Tradition der letzten Jahre, in denen besonders in Filmen ein starkes Misstrauen gegenüber dem amerikanischen Staat manifestierbar ist. Das mag unterschwellig sein wie in Salt, The A-Team oder Auftrag Rache. Wer aber genauer hinsieht, wird feststellen, dass alle "Bösen" aus Institutionen der Regierung oder aus mächtigen Wirtschaftsbetrieben kommen. Im Zuge der desaströsen Bush-Regierung und der Finanzkrise wird die tiefe Verunsicherung der Gesellschaft in der Popkultur aufgegriffen. Der aufmerksame Leser kann in Red direkt auf der vierten Seite im Hintergrund ein Porträt des dümmlich grinsenden George W. Bush an der Wand hängen sehen. Gegen Ende wird gesagt, man müsse nicht mehr besondere Fähigkeiten haben, um wichtige Posten zu bekommen, sondern einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die richtigen Kontakte haben – auch dies ein Hinweis auf Bush. Solche Personen sind lenkbar (wie der CIA-Chef in diesem Band) und da sie mit Gewalt die USA wieder zur Weltmacht machen wollen, führen sie mit ihrer Unfähigkeit ins Verderben und in den Untergang. Eine kleine Anmerkung: Die Original-Miniserie erschien 2003 und bewies damit eine große Weitsicht. Sie schildert eine Welt voller Korruption und Gewalt, die an eben diesen Aspekten zugrunde gehen wird und keine Helden, sondern nur Monster hervorbringt.
Wertung: ![]()
Geradlinige, schnörkellos erzählte Actiongeschichte voller Härte, Blut und Zynismus. Gleichzeitig eine Parabel auf das Amerika unter George W. Bush mit sehr düsterer und pessimistischer Perspektive.
Red
Panini Comics, Oktober 2010
Text: Warren Ellis
Zeichnungen: Cully Hamner
84 Seiten, farbig, Softcover
ISBN: 978-3-86201-029-5
Preis: 12,95 Euro
Leseprobe
Abbildungen © Ellis / Hamner / DC Comics, der dt. Ausgabe: Panini















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Conan der Barbar ist eine Legende. Und er geht wieder in
Serie. Seit kurzer Zeit verstricken Kurt Busiek und Cary Nord den wilden
Cimmerier in neue Abenteuer. Nach dem fabelhaften ersten Band kommt nun die
Fortsetzung: "Der Gott in der Kugel". Was Autor und Zeichner angefangen haben,
entwickeln sie konsequent weiter. Zwar kein Höhenflug, dafür aber ein
wasserdichtes Fantasy-Spektakel. Dämonen und Gemetzel inklusive, denn schließlich
ist es Conan.
- 09.12.2006
Empire USA ist, wie el Niño,
die Doppelbandausgabe einer Serie, deren erster Band bereits in
mehreren Teilen über das Comicmagazin ZACK veröffentlicht wurde. Auch
hier tritt die Problematik auf, dass ZACK-Leser eine Hälfte dieses
Albums schon kennen und auch schon dafür bezahlt haben.
Wer Comics liest, kennt Alan Moore. Der Großmeister mit dem Vollbart und dem lilafarbenen Zylinder verfasste Meilensteine der Comic-Literatur wie z. B. From Hell, Watchmen oder Lost Girls. Zwischendurch hat er auch im WildStorm-Universum mitgemischt.
Bei Panini erschienen in diesem Jahr zwei Bände, die schon etwas älter
sind und auf das Konto der britischen Comic-Legende gehen.
FreakAngels wurde von dem Starautoren Warren Ellis (Planetary, Global Frequency) ursprünglich für das Internet geschrieben, in regelmäßigen Abständen erscheinen neue Seiten der Geschichte im Web. In Deutschland sind die Helden und ihre Erlebnisse auf myComics.de zu finden. Panini bringt die Serie nun auch in gesammelter Form als gedruckte Alben heraus.