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von Frauke Sonntag, 31. Mai 2009
Mit diesem Band endet der erste Handlungsbogen der hochgelobten Serie um Tara Chace, Geheimdienstmitarbeiterin im Dienste ihrer Majestät. Genauer: eines Sondereinsatzkommandos des Auslandsgeheimdienstes.
Das Besondere dieses achten Bandes: Der Comic spielt zwischen zwei Romanen (beide bei dtv erschienen), die ebenfalls von Greg Rucka stammen und nimmt die Ereignisse von "Dschihad" auf. In "Ein Job in Taschkent" kann man dann nachlesen, wie es mit Tara nach "Operation: Red Panda" weitergeht.
Die Protagonistin ist nach den Ereignissen in "Dschihad" körperlich und seelisch an einem Tiefpunkt in ihrem Leben angekommen und fühlt sich verraten. Nachdem sie aus dem Einsatz wieder ins Hauptquartier zurückgelangt ist und bei ihr eine ernstzunehmende psychische Störung diagnostiziert wird, steht sogar erstmal in Frage, ob sie überhaupt wieder als "Minder", also als Agent vor Ort, und Chefin der Special Section eingesetzt werden kann. Dann aber kommt ein inoffizieller Auftrag von der CIA rein, für dessen Ausführung es keine schlüssige Rechtfertigung gibt. Wenn man aber richtig liegt, dann könnte dadurch das Leben vieler britischer Soldaten gerettet werden. Tara Chace wird als einzige Möglichkeit gesehen, diesen Auftragsmord an einem Politiker durchzuführen. Und so kommt man zu der Überzeugung, dass ein aktiver Einsatz sogar das Beste für sie sei - um ihr zu zeigen, dass der M.I.6 noch immer an sie glaubt.
Sie als Minder 1 und ihr Kollege Nick Poole, Minder 2, reisen als Journalisten getarnt in den Irak. Doch natürlich läuft selten alles wie geplant - besonders auf dem wackligen Parkett im Nahen Osten, wo nichts absehbar ist, und mit einer seelisch kranken Tara Chace als Leiterin der Operation ...
Wie schon bei den vorherigen Bänden, so zieht auch "Operation: Red Panda" seinen Reiz aus einer gefühlten Authentizität der Geheimdienstarbeit. Denn wie im normalen Leben gilt auch hier oft "eine Hand wäscht die andere", was sowohl die Leser als auch die Minder oftmals frustriert. Letztere führen dann doch, mitunter durch geänderte Pläne und in Eigenregie, ihre Aufträge durch. Nicht selten geraten sie oder ihre Kollegen dabei in Lebensgefahr, und die emotionale Achterbahnfahrt wie auch eine manchmal zu Tage tretende Hilflosigkeit angesichts des politischen Marionettenspiels hinterlässt bei allen ihre Spuren.
In diesem Band ist mir die Aufteilung allerdings unausgewogen; so gut und wichtig die lange Einleitung ist, so kurz wird diesmal der Einsatz abgefertigt. Die Auflösung der schwierigen Situation mit ihrer "einer gegen alle"-Mentalität erscheint mir unrealistisch - und das ist bei einer solchen Serie schade. Das Innenleben seiner Protagonisten gelingt es Rucka aber immer wieder hervorragend einzufangen, auch, wenn er vor nichts und niemandem halt macht. So kalt ihr Handeln nach außen wirkt, so fühlt man doch mit, wenn Tara sich alleine wähnt und der ganze Wahnsinn der Vergangenheit auf sie einstürzt.
Die Zeichnungen von Neuling Chris Samnee unterstützen den Transport der Emotionen hervorragend, die Mimik der Figuren sagt oft mehr als tausend Worte. Und seine kräftigen Tuschezeichnungen mit gut gesetzten Schattierungen lassen keine Farbe vermissen.
Obwohl ich die Romane noch nicht kenne, fiel mir der Einstieg nicht besonders schwer. Durch Rückblenden erfährt man die wichtigsten Geschehnisse aus "Dschihad", und eine Übersicht der Hauptfiguren sowie eine gute Einleitung von James Lucas Jones tun ihr Übriges. Dort wird dem Leser auch mitgeteilt, dass dieser abschließende Band sicherlich nicht das Ende von Queen & Country bedeutet, was ich sehr beruhigend finde.
Schade, dass dies mit die letzte Publikation von Modern Tales als Softcover ist (der Verlag steigt um auf Hardcover mit Schutzumschlag, die Größe bleibt identisch). Verständlich ist der Schritt schon, aber mir hat das handliche, biegsame Format und die Haptik immer gut gefallen.
Queen & Country 8 - Operation: Red Panda
Modern Tales, März 2009
Text: Greg Rucka
Zeichnungen: Chris Samnee
128 Seiten, s/w, Softcover; 11,90 Euro
ISBN: 9783939585053

Queen & Country © Greg Rucka, der dt. Ausgabe Modern Tales
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Graphic Novels hier, Graphic Novels da. Die deutsche Comicbranche scheint
ihre persönliche Messlatte allein nach diesen anspruchsvollen Comics
für junge Erwachsene ausgerichtet zu haben. Obwohl dies natürlich nicht
gesagt wird, so wird doch impliziert, dass alle restlichen Comics
Trivialliteratur sind – kurz, sie sind Schund. Doch die Historie der
Comics und ihrer Vorväter ist nur so gepflastert von diesem herrlichen
Schund, der uns für ein paar Minuten die realitätsnahen Autobiografien
und Comicreportagen vergessen lässt. Bestes Beispiel dafür ist der
gerade bei Panini erschienene Comic Solomon Kane: Schloss des Teufels. Die Comicadaption von einem Meister des Schunds, Robert E. Howard, Schöpfer von Conan, gibt uns zwar nichts Tiefgründiges, dafür aber Lesefreude und jede Menge Trash.
- 14.02.2010

Hier liegt mal wieder ein richtig gelungenes Cover vor. Es ist sehr stimmungsvoll und passend zum Inhalt. Beherrscht wird es von grimmig aussehenden, schwer bewaffneten Männern, welche eine zierliche junge Frau schon fast aus dem Bild drängen. Diese lächelt geheimnisvoll und steht ziemlich unbeeindruckt und entspannt gegenüber diesen waffenstarrenden Machos. Und wer genau hinsieht, kann entdecken, dass sie auf dem Mittelfinger der hinter dem Rücken gehaltenen Hand einen Schmetterling balanciert. Äußerste Zartheit und Zerbrechlichkeit steht einer geballten destruktiven Kraft gegenüber. Ein hervorragendes Titelbild, welches sehr gut die bedrohliche, aber auch zarte und heitere Stimmung des Bandes trifft.
Gibt es einen Dekalog, also Kernsätze des Glaubens, den der Prophet Mohammed niedergeschrieben hat, der aber nie in den Koran Eingang gefunden hat? Dieser Frage geht Die zehn Gebote auf unterhaltsame Weise nach.
Empire USA ist, wie el Niño,
die Doppelbandausgabe einer Serie, deren erster Band bereits in
mehreren Teilen über das Comicmagazin ZACK veröffentlicht wurde. Auch
hier tritt die Problematik auf, dass ZACK-Leser eine Hälfte dieses
Albums schon kennen und auch schon dafür bezahlt haben.