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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Mittwoch, 14. Oktober 2009
Mit der Veröffentlichung der vierteiligen Saga Prophet beweist der
Splitter-Verlag mal wieder sein Gespür für interessante Comics. Zwar sind die
ersten beiden Bände bereits 2004 bzw. 2006 bei Arboris erschienen, doch jetzt
kann man sich auf ein zügiges Vorlegen des gesamten Zyklus innerhalb der
nächsten Monate freuen. Zudem sind die Splitter-Alben im Vergleich zu der Version von Arboris wesentlich edler in der Aufmachung und bieten
einen Hardcover-Einband sowie einige Seiten Zusatzmaterial (Storyboards und
Erläuterungen des Zeichners).
Die Serie von Xavier Dorison (Das Dritte Testament) und Mathieu Lauffray (Long John Silver) ist ein waschechter Mysterythriler, der es in sich hat: Jack Stanton, Professor für Archäologie, unternimmt gefährliche Expeditionen, die ihn auf die Spuren bislang unbekannter Kulturen führen sollen. Die jüngste Unternehmung an der Seite seines Mentors Professor Alexander Kandel fördert dabei eine unglaubliche Entdeckung zutage: Ein 8000 Jahre altes Artefakt, mit rätselhaften Inschriften verziert und dämonisch anmutende Statuen beinhaltend, welches sich hoch oben im Himalaja-Gebirge versteckt hält.
Zurück in der Zivilisation erregt sein Fund großes Aufsehen, sowohl bei euphorischen
Forscherkollegen als auch bei Skeptikern. Stanton beschließt die Welt über
seine Entdeckung durch ein Buch aufzuklären. „Ante Genesem“ so der Titel seines
Werkes, was soviel heißt wie „Vor der Schöpfung“. Zeitgleich mehren sich die
Versuche einiger Leute, die Veröffentlichung des Buches unbedingt
aufzuhalten – Warnungen, die der Verfasser nur solange zu ignorieren versucht, bis die
mutmaßliche Apokalypse hereinbricht und Stanton mitreißt …
Die Fragezeichen sind nach dem Lesen des ersten Bandes groß. Gab es vor Jahrtausenden Dämonen auf der Erde? Und welche Rolle spielt Jack Stanton bei der ganzen Sache, immerhin ist er der Einzige, der über die neuen Erkenntnisse berichten kann.
Dorison und Lauffray kreierten einen spannenden Mysterycomic, der sich stark durch eine atmosphärische Erzählweise auszeichnet. Die fremdartigen Wesen und Steingebilde vermengen sich in einer fantasievollen, aber nicht zu abgehobenen Weise mit dem alltäglichen Leben eines Forschers. Das Ergebnis wirkt nicht nur auf den Hauptprotagonisten bedrohlich, weiß dieser doch weder wie ihm geschieht, noch wo er sich ab der zweiten Hälfte des ersten Ausgabe befindet.
Mathieu Lauffray gelingt es, diese Bedrohlichkeit sehr gut einzufangen,
durch seine Bilder werden riesige Skulpturen in ein Wolkenkratzerszenario
versetzt oder wirken Landschaften auf den Betrachter noch ehrfurchtgebietender als sie
ohnehin schon sein können.
Insgesamt kann der erste Band von Prophet mehr als überzeugen. Auf die baldige Fortsetzung kann man sich jetzt schon freuen, bis dahin bleibt einem nur die Möglichkeit, sich weiterführende Gedanken zur mysteriösen Handlung zu machen.
Prophet 1: Ante Genesem
Splitter-Verlag, September 2009
Text: Xavier Dorison
Zeichnungen: Mathieu Lauffrey
56 Seiten; Hardcover; 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-062-0

Abbildungen: © Splitter Verlag















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Betrachtet man das ziemlich nichtssagende Cover, weiß man zunächst gar
nicht, was einen erwarten mag. Die etwas altertümlich gekleidete junge
Frau deutet auf eine historische Geschichte. Und da eine junge Frau das
Cover beherrscht, liegt der Schluss nahe, dass auch Liebe eine nicht
unerhebliche Rolle spielen wird. Nur was macht die Eule da?
- 02.10.2010
Als 1992 mit „Enola Gay“ das erste Jessica Blandy-Album in Deutschland erschien, war nach diesem einen Band auch gleich wieder Schluss. Nun unternimmt der Verlag Schreiber & Leser einen zweiten Anlauf, diesen Klassiker des franko-belgischen Comics in einer kompakten Ausgabe herauszubringen. Dabei sammelt jeder Band drei einzelne Alben der Serie. Im nun vorliegenden zweiten Band der Werkausgabe sind die Stories „Blue Nights“, „El Zamuro“ und „The Girl from Ipanema“ enthalten.
Der Titel „Julia & Roem“ klingt nicht von ungefähr wie eine Anlehnung an Shakespeares Romeo & Julia. Denn eben jene tragische Geschichte von einer nicht gebilligten Liebschaft ist die Grundlage des neuesten Albums des französischen Künstlers Enki Bilal.
In dem neuen Zyklus um das verlorene Land greift der fleißige Autor
Dufaux (Raubtiere, Murena, Giacomo C., Kreuzzug, etc.) auf die
irische Mythologie zurück, indem er sich der Morrigans bedient. Sind sie
in den altirischen Überlieferungen noch Königinnen, die sich der
Christianisierung Irlands widersetzen, beschränkt sich Dufaux auf ihre
Fähigkeiten der Gestaltwandlung und betont, dass sie Hexen sind.
- 27.04.2010
Eine hervorragende Coveridee stimmt gut auf das Album ein. Das Tuch,
welches der Indianer trägt, weist Lilien auf, die zum französischen
Königshaus gehören, sowie den britischen Union Jack. Beides fließt am
Boden zur amerikanischen Flagge zusammen. Da die Handlung während des
Krieges zwischen England und Frankreich spielt, wobei jede Seite
verschiedene Indianerstämme auf ihrer Seite hat, ist das Cover ein
wirklich gelungenes Symbol.
- 09.07.2010