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(Vortrag/Diskussion)
von Marco Behringer Freitag, 09. April 2010
Die mysteriösen Ereignisse des ersten Bandes verdichten und wiederholen sich: Erst stürzen sämtliche Flugzeuge - natürlich um 13.13 Uhr - und am darauffolgenden Tag sämtliche Satelliten vom Himmel auf die Erde. Im Fernsehen geben dazu der obligatorische Flugzeugexperte und ein Verschwörungstheoretiker ihren Senf ab. So bietet Bec einen Komplott der NASA an, die mittels High-Tech die Welt in vier Phasen kulturell, politisch und sozial auf den Kopf stellen will. Dafür planen die Verschwörer im "Blue Beam Project" durch Hologramme und Spezialeffekte unter anderem eine Invasion von Außerirdischen zu simulieren.
Weshalb die Nachrichtensprecherin sich unterdessen trotz Wirtschaftskrise von ihrem spießigen Assistentinnen-Look verabschieden will und zur neuen "Miss Nachrichten" aufsteigen will, kapiert wahrscheinlich nicht mal Bec selbst. Oder was soll das mit den Außerirdischen, die der Menschheit unter Wasser und im Orbit inzwischen bedrohlich auf den Pelz zu rücken beginnen, zu tun haben? Auch die Verbindung zum Prometheus-Mythos bleibt im zweiten Band lediglich auf eine Andeutung (Gemälde und Skulptur) im Weißen Haus beschränkt.
Mit der Offenbarung, dass auf dem Mond eine außerirdische Kultur gelebt hat und nun unmittelbar vor einer Invasion steht, bedient sich Bec darüber hinaus auch noch freizügig in der klassischen Science-Fiction-Literatur und rührt das Ganze zu einem effektheischenden Brei. So stand der Ahnherr der modernen Science-Fiction H.G. Wells mit seinen Klassikern Die ersten Menschen auf dem Mond und Krieg der Welten Pate für die Ereignisse aus "Blue Beam Project". Genau wie im ersten Band jagt Bec auch in diesem zweiten Band von einem Schauplatz zum nächsten, nur um einer der zahlreichen, oberflächlich skizzierten Figuren kurz über die Schulter zu schauen.
Die starr wirkenden fotorealistischen Zeichnungen, dynamischen Schnitte und bombastischen Panels unterstreichen die fehlende Tiefe der Story nur noch mehr. Der Größenwahn des Autors ist jedenfalls dann erreicht, wenn er sich selbst zu loben beginnt: "Unglaublich. James Cameron kann einpacken", stellt ein Namenloser bei der Untersuchung der Titanic fest. Ohne den Regisseur verteidigen oder auf den Vergleich eingehen zu wollen, klingt das doch recht anmaßend. Bleibt nur die vage Hoffnung, dass Bec das nicht ernst gemeint hat.
Bec konnte mit seinem zweiten Band dieser Trilogie im Vergleich zum Auftakt keinen Platz gut machen. Oder man liest das anders: Bec will mit seiner Story den Leser genauso täuschen wie die NASA die Menschheit und das nur, um neue Werte zu schaffen. Die Erschütterung bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse scheint sich jedenfalls wie ein roter Faden durch Becs Werk zu ziehen - so weist ebenfalls der Science-Fiction-Blockbuster um einen urzeitlichen Riesenhai Carthago (auch Splitter) die gleichen Zutaten auf. In diesem Fall bliebe Bec seiner Leserschaft noch schuldig, welche Weltanschauung oder Werte das sein sollen.
Prometheus 2 - Blue Beam Project
Splitter, März 2010
Text und Zeichnungen: Christophe Bec
Hardcover, 48 Seiten, farbig; 13,80€
ISBN: 978-3868690842
Leseprobe auf der Verlagsseite
Oberflächliche Endzeit-SF-Story in Blockbusterqualität
Abbildungen ©Splitter Verlag















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Die Steinzeitära bildet auch im Bereich der Unterhaltungsindustrie eine
steinzeitliche Wüste. Dieser geschichtliche Abschnitt ist sträflich
vernachlässigt worden und diente höchstens mal als Kulisse für einige
Zeitreiseepisoden verschiedenster Auswüchse. Als Hintergrund einer
eigenständigen Erzählung diente die Steinzeit nur selten, wie z.B. in
dem Film Am Anfang war das Feuer oder, im weiteren Sinne, in 10.000 B.C. Im Bereich der Literatur ist vielleicht Ayla
die bekannteste Adaption. Angesichts dieser wenigen Erzeugnisse kann
man Emmanuel Roudier eigentlich nicht genug dafür loben, die Steinzeit
als historischen Hintergrund zu verwenden und obendrein den weithin
unterschätzten Neandertaler als Helden zu etablieren.
- 26.03.2010
Als Mael in einem Krankenhaus aufwacht, ist er umringt von drei weiteren Jungen. Sie weihen ihn in eine geheime Verschwörung ein: Alle Patienten der Klinik sind von Krabben infiziert, sie wachsen in Bauch, Kopf oder im Bein heran, wuchern oder zirkulieren in der Blutbahn des menschlichen Körpers. Bernardino, einem der Kinder, musste gar ein Fuss amputiert werden, weil sich eine Krabbe festgesetzt hatte.
- 08.10.2010
Mit dem englischen Wort "Changeling" bezeichnet die europäische
Mythologie ein sogenanntes Wechselbalg, ein Baby also, das den Eltern
ohne deren Wissen untergeschoben wird, während Elfen oder Geister das
eigentliche Kind rauben. Ein solcher Changeling ist auch der kleine
Peter Jobson, auch Scrubby genannt, von dem Pierre Dubois und Xavier
Fourquemin in ihrem Comic erzählen.
- 19.06.2009
Die französischen Künstler Pascal
Rabaté und David Prudhomme sind spätestens seit diesem
Jahr dem
deutschsprachigen Comicleser nicht mehr unbekannt. Von beiden wurde
unlängst je
ein Werk bei Reprodukt veröffentlicht, zum einen Rabatés Bäche und
Flüsse, zum
anderen Prudhommes Rembetiko. Die Plastikmadonna, eine Kollaboration,
erschien
nun bei Carlsen unter dem großzügig bedientem Graphic-Novel-Label.
- 08.08.2010
Alexandro Jodorowsky schickt seinen schrecklichen Papst in die zweite Runde. Giuliano Della Rovere ist nun Papst geworden und nennt sich Julius II. Berauscht von seiner Macht und vor Liebe zu seinem Liebling Aldosi provoziert er seine Familie, die er selbst mit Ämtern und Schätzen ausgestattet hat. Nachdem diese aus Rache Aldosi ermordet, dreht Julius durch. Mit allen Mitteln und ohne Gnade will er Italien einigen. Natürlich unter seiner Herrschaft. Zugleich beauftragt er niemand geringeren als Michelangelo mit dem Bau eines kolossalen Grabmals.