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von Benjamin Vogt Freitag, 07. Oktober 2011
Joseph Bell, seines Zeichens Chirurg, Kinder- und Militärarzt, inspirierte Arthur Conan Doyle zu seiner Figur des Sherlock Holmes. Der französische Allrounder Joann Sfar konzipierte rund um den Schotten Bell eine Comicserie, die die bislang angeblich unbekannte Seite der realen Person aufdecken soll.
Joseph Bell, flankiert von dem Gespenst Eliphas und seinem Protegé Humpty Dumpty, löst bizzare, mystische, übernatürliche Fälle. So wie im vorliegenden vierten Band der Reihe, „Die Gesellschaft der toten Königinnen“: Königin Viktoria ersucht Bells Hilfe aufgrund ihrer maroden Gesundheit. Deshalb lässt sich der Professor zu einer Urlaubsreise an einen Unterwasserstrand hinreißen. Und ja, das ist mindestens so verrückt, wie es sich anhört.
Der Geschichte ist mitunter schwer zu folgen, fabuliert Sfar doch munter um jede der Haupt- wie Randfiguren herum und eröffnet viele kleine Schauplätze. Bells Verhalten ist undurchsichtig. Er frönt Sex und Drogen, ist ein zynischer Junkie. Wie die gesamte Serie, ist auch das vierte Album nur schwer zu beschreiben, es sinnvoll zu sezieren, fast unmöglich. In Professor Bell geht es aus meiner Sicht eher um die vom Verfasser intendierte Atmosphäre. Sfars Comic ist aufwühlend, abgründig, mystisch; die Figur des Bell eine Art John Constantine des frühen 20. Jahrhunderts. Nur noch kaputter, gebildeter und anhand eines realen Vorbilds modelliert.
Bemerkenswert sind auch die Zeichnungen von Hervé Tanquerelle, der Joann Sfar bereits seit dem dritten Band zur Seite steht (die ersten beiden Alben hatte Sfar sowohl getextet als auch gezeichnet). Sein Stil ist dem des Autors verblüffend ähnlich – wüsste man vorher nicht dass ein anderer Künstler verantwortlich ist, man würde den Unterschied zu den vorherigen Bänden kaum merken. Einzig, dass Tanquerelles Bilder noch einen Tick detailierter und filigraner sind, könnte beim näheren Hinsehen auffallen. Das macht die Grafik noch gelungener, die Serie zu einem, auch optischen, Highlight.
Wertung: ![]()
Gewohnt schräge Geschichte mit Sfar-typischer Erzählrhythmik und ausdrucksstarken Zeichnungen
Professor Bell 4 - Die Gesellschaft der toten Königinnen
Avant-Verlag, April 2011
Text: Joann Sfar
Zeichnungen: Hervé Tanquerelle
46 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 14,95 Euro
ISBN: 978-3-939080-50-3
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Avant-Verlag















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Rezensionen





Drei Jahre musste der geneigte Fan warten, bis der dritte Band der Serie Ganarah von Fabrice Meddour erschienen ist. Dieser ist zugleich auch der Abschluss der Reihe, welche leider dennoch Stückwerk bleibt.
Schade eigentlich. Mit dem vorliegenden zweiten Zyklus von Didier Convards und Jean-Yves Delittes' Tanatos verspielt die Serie aus meiner Sicht den Kredit des ersten Zyklus zu einem erheblichen Teil. Tanatos, ein schurkisches Meistergenie, terrorisiert im frühen 20. Jahrhundert weiterhin Frankreich und halb Europa, nachdem er im ersten Band den Ausbruch des 1. Weltkrieges forcierte. Mithilfe eines übergelaufenen Professors hat er es auf eine Waffe von nie da gewesener Zerstörungskraft abgesehen.
- 04.10.2011
In der Werkausgabe von Jean Dufaux' Jessica Blandy bei Schreiber & Leser liegt mittlerweile der dritte Band vor. Diesmal sind sogar gleich vier Abenteuer enthalten, wobei nur zwei inhaltlich eng zusammen gehören. Alle Stories sind dabei deutsche Erstveröffentlichungen.