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von Jons Marek Schiemann Donnerstag, 19. Januar 2012
Seit einiger Zeit hat es der Bocola-Verlag übernommen, alle 1788 Seiten von Prinz Eisenherz, die Hal Foster zwischen 1937 und 1971 schuf, auf Deutsch zu veröffentlichen. Dabei werden die Originalseiten digital restauriert und in den Originalfarben veröffentlicht. Die Gesamtausgabe der von Hal Foster allein gestalteten Bände geht mit großen Schritten ihrem Ende entgegen. Immerhin ist bereits der sechzehnte der 18 geplanten Bände erschienen.
Inhaltlich ist der Band eigentlich nur unter dem Begriff „wie üblich“ zu beschreiben. Es gibt Action, amouröse Verwicklungen, Humor, Intrigen und Abenteuer, die sich mit zarten Familienszenen abwechseln. Diesmal ist auch Eisenherz selbst wieder die Hauptfigur (nachdem im Vorgängerband großes Augenmerk auf dessen Sohn lag). Aber es gibt hier durchaus einige sehr interessante Aspekte, welche die Strukturen von Macht und Verantwortung behandeln. Insofern ist der Aufbruch der Sechziger Jahre nicht ganz spurlos an Prinz Eisenherz vorbeigegangen, da er teilweise durchaus politisch ist. So tritt zum Beispiel ein widerwilliger König auf, der nicht herrschen will, sich aber eben aus der Sorge um das einfache Volk zu einem guten König mausert.
Auffällig oft werden hier Aspekte einer guten Regierung geschildert. So wird relativ viel Zeit darauf verwandt, Aleta bei Regierungsgeschäften zu beobachten und zu fragen, wie man wirkungsvoll Dekadenz und Korruption bekämpft. Ebenso wird der Aspekt der Ruhmsucht anhand zweier sehr unterschiedlicher Figuren untersucht. Der eine hat den Geist zum Rittertum, aber nicht die körperliche Kraft und Geschicklichkeit. Der andere ist ein tumber Muskelprotz, der nur am materiellen Vorankommen interessiert ist. Ein perfekter Ritter würde beides in sich vereinen. Es ist spannend und geschickt gemacht, wie dennoch beide, je nach ihrer Disposition, beruflich zufrieden werden können. Leider hat sich Foster irgendwann nicht mehr sonderlich für sie interessiert und hakt sie einfach zu kurz ab. Auch einer der größten Schurken des Bandes wird eher nebenbei besiegt.
Solche kleinen Makel sind hier erstaunlich oft zu finden. Ob das schon Ermüdungserscheinungen waren? Ein Abenteuer des Sohnes von Eisenherz, Arn, hat viel Potenzial für weitere Folgen. Ihm wird von einer vermeintlichen Hexe und ihrem verrückten Sohn ein Halluzinogen verabreicht, welches ihn wohl zu einem Berserker machen sollte. Aber ob er nun Menschen unter dem Einfluss der Droge getötet hat oder nicht, wird sträflich vernachlässigt. Das hätte Stoff für einen ganzen Band ergeben, mit den Selbstzweifeln, möglichen Familienkonflikten und Intrigen von Feinden, die das ausnutzen wollen. Und was macht Foster daraus? Nichts! In einem Panel wird Arn gesund gepflegt und Eisenherz sucht die Höhle auf. Dann kommt das alles nicht mehr zur Sprache.
Generell ist der Band trotzdem sehr überzeugend und zeigt alles, was die Serie ausmacht. Von den routinierten Zeichnungen mit dem detailreichen Strich bis zum spannenden und abwechslungsreichen Inhalt. Für Fans ist der Band deshalb sowieso ein Pflichtkauf, aber auch alle, die bisher nicht unbedingt zu diesen gehörten, können hier unbesorgt einen Blick hinein werfen. Spannung, Action, Dramatik, Humor und Romantik mit guten Zeichnungen. Was will man mehr, um gut unterhalten zu werden?
Wertung: ![]()
Neben der üblichen Mischung aus Spannung, Action, Humor und Dramatik bringt Foster auch politische Aspekte unter, was dem Ganzen ein breiteres Spektrum verleiht.
Prinz Eisenherz Gesamtausgabe 16 - Jahrgang 1967/1968
Bocola Verlag, November 2011
Text und Zeichnungen: Hal Foster
112 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 22,90 Euro
ISBN: 978-3-939625-17-9
Leseprobe (PDF)
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Bocola Verlag















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Rezensionen



Seit einiger Zeit hat es der Bocola-Verlag übernommen, alle 1788 Seiten, die Hal Foster zwischen 1937 und 1971 von Prinz Eisenherz schuf, auf Deutsch zu veröffentlichen. Dabei werden die Originalseiten digital restauriert und in den Originalfarben veröffentlicht. Auch das Papier der Bände erinnert entfernt an das gröbere Papier von Zeitungen, hat aber nicht dessen extrem raue Qualität. Das Papier ist schon hochwertiger und vermittelt ein gewisses nostalgisches Gefühl, indem es haptisch den Eindruck erweckt, die Strips im Originaldruck zu lesen – eine gute Idee. Nun erscheint der fünfzehnte der insgesamt 18 geplanten Bände; der inhaltliche Schwerpunkt liegt diesmal auf Prinz Arn, des Prinzen Eisenherz Sohn.
Salleck Publications veröffentlicht die Gesamtausgabe der klassischen Spirit-Geschichten; allerdings nicht chronologisch, sondern abwechselnd immer ein Band von Will Eisner, dann ein Band eines Zeichners, der Eisner vertreten hat, während dieser im Kriegsdienst war.
Barbarella führe das Publikum fort vom kausalen Denken, fort vom Auflösen von Widersprüchen und fort vom Widersprechen. Die Möglichkeit zur Differenzierung der modernen Welt bleibe ausgeschaltet. Ein unreflektiertes Machtmodell. So schrieb der Literaturkritiker Fritz Raddatz im März 1967 in der Zeit.
- 04.10.2010
Unter dem schlichten wie eindeutigen Titel Dracula verbirgt sich nichts weniger als eines der, ja vielleicht sogar das schönste und ambitionierteste Comicprojekt über den wohl berühmtesten aller Vampire.