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von Benjamin Vogt Montag, 02. August 2010
Im Gegensatz zu den aufgezählten Beispielen versucht der zweigeteilte Predators-Prolog nicht, krampfhaft die filmische Kontinuität mit wichtigen Fakten zu erweitern oder auszuschmücken. Die beiden Storys spielen zeitlich unmittelbar vor den Geschehnissen des von Robert Rodriguez produzierten Kinostreifens, verlassen sich jedoch fast vollständig auf eine ausgeprägte Charakterzentrierung.
Die erste, von Marc Andreyko (Torso) verfasste Geschichte beginnt in Afghanistan, wo US-Soldat Drake mit seinem Trupp gerade ein Talibannest ausheben will. Plötzlich erwachen die Männer mit einem Fallschirm über einem fremden Dschungelplaneten. Drake, der wie die anderen Protagonisten des Films (Söldner, Killer, Soldaten) ein erfahrener Kämpfer ist, spielt im Kino nur eine klitzekleine Rolle, wird von Andreyko jedoch im Comic stark herausgehoben. Eigentlich ist er sogar die zentrale Figur hier, wäre da nicht der ebenfalls in der ersten Story porträtierte Noland, der auf der Leinwand von Laurence Fishburne verkörpert wird. Als Veteran und taktischer Krieger hält dieser sich bereits längere Zeit auf dem Planeten auf und versucht im Angesicht der Predators zu überleben. Drake und Noland verbindet fortan das Vorhaben, selbst vom Gejagten zum Jäger zu werden.
Mit völlig anderen
Voraussetzungen geht Autor David Lapham (Stray Bullets) an den zweiten Teil
dieses Bandes. Er erzählt die Vorgeschichte des von Adrien Brody gespielten
Royce und verzichtet dabei sowohl auf die Kulisse des
Dschungelplaneten als auch auf den Auftritt der titelgebenden Alien-Jäger.
Laphams Handlung spielt in einem vom Bürgerkrieg zerrütteten afrikanischen
Land. Royce, ein skrupelloser Söldner, wird angeheuert, mit allen Mitteln gegen
die Rebellen vorzugehen.
Wie eingangs erwähnt, liefern diese beiden Geschichten nur sehr wenige handlungsrelevante Hintergründe. Wer sich Predators im Kino angesehen hat, der weiß jetzt auch nicht viel mehr, als dass die außerirdischen Hobbyjäger einen Haufen halbwegs ebenbürtiger Gegner entführt hat, um mit ihnen ihr tödliches Spiel zu spielen. Bessere Einblicke hat man nach dem Lesen des Comicprologes vielmehr in die Figuren Noland und Royce, denen einfach hier mehr Tiefe zugestanden wird. Schön auch, dass man bei Dark Horse mit Marc Andreyko und David Lapham zwei fähige Schreiber verpflichten konnte. Allein dadurch wird dieser Band zwar nicht zur ganz großen Kunst, aber er bewegt sich plottechnisch und textlich auf einem ordentlichen Niveau. Die beiden Zeichner, Guilherme Balbi und Gabriel Guzman, liefern solide Arbeit ab, auch wenn gerade Guzman einige Posen und Mimiken gehörig verunglückt sind. Zu gute halte ich den beiden in jedem Fall, dass sie sich nicht sklavisch an den Versuch geklammert haben, Laurence Fishburne und Adrien Brody unter allen Umständen so realistisch wie möglich nachzuzeichnen.
Predators
Cross Cult, Juli 2010
Texte: Marc Andreyko, David
Lapham
Zeichnungen: Guilherme Balbi,
Gabriel Guzman
104 Seiten, farbig; Softcover: 14,80 Euro; Hardcover: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-941248-96-0 (SC)
ISBN: 978-3-941248-95-3 (HC)
Eine gute Ergänzung zum Film; gerade für die, denen er stilistisch und inhaltlich gefallen hat
Softcover:
Hardcover:
Abbildungen © Guilherme Balbi, Gabriel Guzman, der dt. Ausgabe Cross Cult















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Lange musste man hierzulande auf die Veröffentlichung der
US-Kultreihe The Goon
warten, nun liegt der erste Sammelband der
bereits fünffach
mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie auf Deutsch und in
gewohnter Cross Cult-Aufmachung im A5-Hardcover vor.
Nach Sin City und 300 legt Cross Cult nun also auch Hard
Boiled, ein weiteres Werk von Frank Miller, als edle Gesamtausgabe neu auf. Die
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inszenierte Kurzgeschichte begreifen, in der ausgefeiltes Storytelling und
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über großflächige, spektakuläre Szenen mit dem Leser kommuniziert.
Was kommt dabei heraus, wenn sich der Szenarist von Aquablue, Thierry Cailleteau, und der Schöpfer von Universal War One, Denis Bajram, zusammenschließen? Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit ein solider Sci-Fi-Comic. Als ein solcher lässt sich Cryozone, dessen Untertitel auch „Zombies im Weltall“ lauten könnte, auch am treffendsten umschreiben.
Die Gesamtausgabe der Sci-Fi-Serie Aldebaran war ursprünglich bereits für das Jahr 2005 angekündigt. Fast fünf Jahre später liegt das voluminöse Buch jetzt endlich vor. Und das Warten hat sich definitiv gelohnt.