JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1287
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Rezis nach Kategorien

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

April 2012 Mai 2012 Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

Home Rezensionen

von Benjamin Vogt Donnerstag, 12. Januar 2012

polina1 Ein über 200 Seiten starkes Werk über Ballett stellt man sich im ersten Moment nicht unbedingt spannend vor. Zumindest geht es mir so, der mit der Thematik so rein gar nichts verbindet. Auf den zweiten Blick mag einem der Name des verantwortlichen Künstlers, Bastien Vivès, einen Hinweis darauf geben, dem Comic doch eine Chance zu geben.

Bastien Vivès hat für seine bereits auf deutsch vorliegenden Bände Der Geschmack von Chlor, In meinen Augen und Für das Imperium (alle Reprodukt) viel Lob geerntet und wurde vielerorts zu Recht als vielseitiges Riesentalent beschrieben. Mit Polina widmet er sich erneut einem ungewöhnlichen Sujet. Der Franzose beweist damit abermals eine grafische wie inhaltliche Wandelbarkeit und untermauert den Verdacht, dass man von seinen Werken, unabhängig von der Themenauswahl, einfach nicht enttäuscht werden kann.

Polina erzählt die (fiktive) Lebensgeschichte von Polina Ulinow, die als Kind in eine renommierte Tanzschule aufgenommen wird. Dort wird sie als großes Talent vom strengen Lehrer Nikita Bojinski persönlich in klassischem Ballett unterrichtet und sogar für ein eigens von ihm geschriebenes Stück ausgewählt. Doch Polina, die langsam zur jungen Frau heranwächst, leidet unter dem großen Druck. Ihr Weg führt sie schließlich ans Theater, wo Frau Litowski, die das moderne Ballett vermittelt, sie alles vergessen lassen will, was Bojinski sie gelehrt hat. Abermals bricht Polina aus und wird letztlich in Berlin zur Berühmtheit. Doch die Gedanken an ihren frühen Förderer Bojinski hat sie sich über die ganze Zeit hinweg bewahrt.

polina2 Bastien Vivès betreibt in seiner Charakterstudie keinen großen grafischen Aufwand: Vor oftmals leeren beigen Hintergründen tanzen, kommunizieren, leben die Figuren, wunderbar eingefangen in einem zerbrechlichen Ensemble aus schwarz und weiß, die Striche mal krakelig, mal filigran, die Gesichter mal ausdrucklos, im nächsten Moment höchst emotional.

Wie in seinen anderen Werken fängt  Bastien Vivès die Leser ein und lässt sie bis zur letzten Seite nicht mehr los. Im Zentrum steht zwar das Verhältnis Lehrer-Schüler, ein Kernelement, das sich durch den gesamten Comic zieht, doch gelingt dem Franzosen diese Inszenierung dermaßen unaufdringlich und glaubhaft, dass man tatsächlich glaubt, eine reale Geschichte vor sich liegen zu haben. 

ANZEIGE

 

Wertung: 8 von 10 Punkten

Großartiger Comic über die Karriere einer großen Ballerina

 

Polina
Reprodukt, Dezember 2011
Text und Zeichnungen: Bastien Vives 
208 Seiten, zweifarbig, Softcover
Preis: 24 Euro
ISBN: 978-3-941099-91-3
Leseprobe

 Jetzt beim Fachhändler Comic Combo anschauen und bestellen!    Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen: ©  der dt. Ausgabe: Reprodukt



Trackback(0)
Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • The King
     Der Name Rich Koslowski dürfte in Deutschland weitgehend unbekannt sein, dabei ist er in den USA seit Jahren eine feste, wenn auch nicht besonders prominente Größe als Animator, Comiczeichner und -autor. Neben Arbeiten für Archie Comics, Marvel und der selbst erschaffenen Comedyserie Three Geeks, für die er 2003 den Ignatz-Preis erhielt, kreierte Koslowski auch mehrere Graphic Novels - eine davon gibt es jetzt auch auf Deutsch. - 12.09.2008
  • Vier Augen
     Auf einer Podiumsdiskussion vor einigen Wochen im Münchener Literaturhaus wurde zum x-ten Mal über das Für und Wider des Prädikats „Graphic Novel“ und seiner Stellung auf dem Buchmarkt gesprochen. Ein nicht uninteressanter Vorschlag kam dabei von Armin Abmeier, dem Herausgeber von Die Tollen Hefte: Man könnte doch anspruchsvolle Comics wie Romane behandeln und sie in die jeweilige Genre-Kategorie in der Buchhandlung einordnen, um so Vorurteile gegenüber dem Comic zu überbrücken. Ein Comic mit dem Aufkleber „Graphic Novel“, der diesen Weg hier exemplarisch gehen soll, ist Sascha Hommers neuer Comic Vier Augen aus dem Hause Reprodukt. - 05.01.2010
  • Ganz allein

    Woche für Woche fährt ein kauziger älterer Seemann mit einem kleinen Boot raus aufs Meer, stellt zwei Kisten vor dem Felsen eines anonymen Leuchtturms ab und fährt wieder zurück. Der Grund dafür liegt in einem Versprechen begründet, das der Seemann vor langer Zeit den ehemaligen Wärtern des Leuchtturms gab: Nach deren Tod solle er für die Versorgung ihres Sohnes sorgen, der seitdem allein dort lebt.

    - 17.01.2012
  • Der Geschmack von Chlor
     26 Jahre ist der Franzose Bastien Vivès erst alt, hat aber bereits etliche eigene Comics veröffentlicht. Einer davon, Le Goût du chlore, bekam 2009 beim Festival von Angoulême den Prix Révélation als bestes Werk eines Nachwuchskünstlers. Bei Reprodukt erscheint mit diesem Buch nun erstmals ein Comic von Vivès auf Deutsch. Sehr viel Übersetzungsarbeit musste der Verlag hier nicht investieren, denn mit Dialogen hält sich der Künstler sehr zurück. - 09.09.2010
  • Berlin 2: Bleierne Stadt
     Der erste Band von Jason Lutes' Berlin-Saga erschien im September 2003 in Deutschland. Ganze fünf Jahre vergingen, bis nun endlich der Folgeband vorliegt. Weil Zeichner und Autor Lutes nicht allein von der Produktion seiner Berlin-Comics leben kann, ist das Veröffentlichungstempo sehr gemächlich. In den USA erscheint jedes Kapitel als einzelnes Heft, der Carlsen Verlag wartete dagegen ab, bis er einen Sammelband veröffentlichen konnte. Das Warten hat sich gelohnt. - 01.01.2009