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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Freitag, 08. August 2008
Ed Brubaker ist momentan sicher einer der omipräsentesten
Comicautoren auf dem deutschen Markt. Brubaker, der gerade zum zweiten Mal in
Folge den Eisner-Award als bester Autor erhielt, ist sowohl bei klassischen
Marvel-Helden wie Captain America, Daredevil oder den X-Men (auf Deutsch alle bei Panini), aber
auch für die creator-owned-Serie Criminal zuständig, deren erster Band
ebenfalls auf Deutsch bei Panini vorliegt. Der gerade erschienene One-Shot Point
Blank, der quasi ein Prolog zur Reihe Sleeper (deutsch ebenfalls bei Cross Cult) darstellt, zeigt Brubakers
Einstieg ins Wildstorm-Universum von DC.
Es handelt sich dabei um eine Verknüpfung des bestehendes
Superheldenkosmos mit einer
eigenständigen, realen Thrillerstory. Ein Kunstgriff, der Brubaker schon seit
einigen Jahren gelingt, und den er, außer bei den bereits benannten
Marvel-Serien, auch bei der überaus interessanten, Batman-affinen Reihe Gotham
Central benutzt. Ihm gelingt es, das Prinzip der Superwesen dezent zu halten und
Realismus in den Vordergrund zu setzen. Finsterer Noir-Stil und viel Crime sind
Mittel, die dabei zum Einsatz kommen und eine klare Handschrift in seinen
Werken erkennen lässt.
Hauptakteur von Point Blank ist Cole Cash, ein ehemaliger Soldat einer Spezialeinheit und als Mitglied der Wildc.a.t.s. lange Jahre eine Art Superheld. Vor einem verabredeten Treffen mit seinem alten Kumpel John Lynch (u.a. bekannt aus Gen13) wird auf diesen ein Anschlag verübt. Cash bemüht fortan seine Kontakte und begibt sich auf die Suche nach dem Attentäter und den Drahtziehern einer weiterführenden Verschwörung.
Cole Cash ist ein Mann, der geistig momentan nicht ganz auf
der Höhe ist, dessen actionreiche Zeit als Held längst hinter ihm liegt und der
durch Loyalität und Kameradschaft in Machenschaften gezogen wird, die seine
Fähigkeiten übersteigen. Trotzdem kämpft er sich allein zum obersten Boss einer
Verbrecherorganisation vor, nur um herauszufinden, dass er und Lynch von Beginn
an nur Marionetten waren.
Brubaker legt mit Point Blank keine herausragende Geschichte vor, vielmehr wird hier alles für die darauffolgende vierteilige Serie Sleeper vorbereitet (deren Handlung man aber auch ohne Point Blank folgen kann). So liest sich dieser Band zwar flüssig und erfreut den Leser neben einer soliden Thrillerhandlung mit einigen Gastauftritten, z.B. von Jack Hawksmoor, Midnighter, Savant und Tao. So wird an einigen Stellen sehr deutlich, dass die Story im Wildstorm-Universum verankert ist, sie verliert dadurch aber auch an Eigenständigkeit. Denn gerade die für sich stehende Soloaufklärungsmission des Cole Cash hätte man auch mit jeder anderen Figur schreiben können und gute Genre-Unterhaltung zum Ergebnis gehabt.
So ist Point Blank gut, aber nicht so überragend, wie man es
von einigen anderen Werken des Autors gewohnt ist. Vielmehr wird es dem Leser
durch die vielen bekannten Gesichter verleidet, den Comic ohne Kenntnisse der
Kontinuität zu genießen. Vorwissen aus der Wildstorm-Welt ist zwar nicht nötig,
ein Mangel an diesem lässt die Auftritte etablierter Figuren aber
schließlich etwas verpuffen.
Zu Gute halten muss man diesem Band die in sich abgeschlossene, aber trotzdem am Ende offen gestaltete Handlung, die ihn klar als Prolog definiert, sowie die passenden Zeichnungen von Colin Wilson, der mit seinem gediegenen, reduzierten Zeichenstil viel Anteil an einer allgegenwärtigen Atmosphäre aus Schmutz und Gewalt besitzt. Richtig toll ist der redaktionelle Anhang, in dem die Historie des Wildstorm-Labels nochmal zusammengefasst wird, was man, wie gesagt, zum Verständnis von Point Blank zwar nicht benötigt, über das man sich aber als Hinführung zum Comic trotzdem freut. Außerdem das eindeutige Highlight: Der Abdruck der brillanten US-Originalcover von niemand geringerem als Simon Bisley.
Übrigens: Wer sich für Ed Brubaker interessiert, den könnte das ausführliche Interview mit ihm in unserem 2. Printmagazin, geführt von unserem US-Comic-Fachmann Marc-Oliver Frisch, gefallen.
Point Blank
Cross Cult, März 2008
Text: Ed Brubaker
Zeichnungen: Colin Wilson
A5, Hardcover, vierfarbig, 144 Seiten; 19,80 Euro
ISBN: 978-3-936480-70-2
Abbildungen Point Blank © Cross Cult, Ed Brubaker, Colin Wilson















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Man stelle sich einmal vor: Statt eines Supermans, der schneller als eine Pistolenkugel fliegt, Meteoriten mit der bloßen Hand stoppt und Stahl per Hitzeblick schmelzen lässt, gäbe es 100 von der Sorte. Oder 1.000. Oder gar 100.000! Und genau Letzteres ist die Ausgangssituation des New Krypton-Crossovers, das sich durch die US-Serien Action Comics, Superman und Supergirl zog und inklusive dem dazugehörigen Special in den beiden vorliegenden Bänden gesammelt wurde.
- 15.04.2010
Es passiert nicht mehr oft, dass junge deutschsprachige
Comic-Enthusiasten ihre eigenen Projekte auf eigene Faust als Heftserie
veröffentlichen. Jetzt haben zwei Österreicher diesen Schritt gewagt: Frank (oder, wie es in der Originalschreibweise heißt:
Du bist ein Comicmacher, aber nicht irgendeiner. Vor fünfzehn Jahren hast du einen der vielleicht beiden wichtigsten Superheldencomics aller Zeiten geschrieben und gezeichnet. Einen Comic, der analysiert wurde, interpretiert wurde, der eine ganze Generation an Comicmachern beeinflusst hat, der die Art, wie wir Superheldencomics lesen, leben, denken, verändert hat. Du hast Comicgeschichte geschrieben.
Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die
jeweils aktuellen
Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht
und
Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher.
Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das
kosmische
Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen
mysteriösen
Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte,
davon
erzählt das Event Broken Trinity.
- 31.05.2010