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von Benjamin Vogt Dienstag, 10. Mai 2011
Der Titel Peplum ist eine alternative Bezeichnung für das Genre des Sandalenfilms. Blutchs Geschichte ist vordergründig sicher als Sandalencomic zu bezeichnen, prangt doch nicht ohne Grund die Hauptfigur bereits vom Titelbild mit eben solchem Schuhwerk. Und auch historisch ist Peplum um den Sturz Cäsars im römischen Senat herum verortet, ein Ereignis im Übrigen, das hier am Rande thematisiert wird.
Der Fokus liegt jedoch auf Publius Cimber bzw. auf der Person, die sich als jener ausgibt. Cimber, ein Adliger, der aus dem Imperium ausgestoßen wurde, sucht im entlegensten Winkel des Reiches einen Schatz. Dieser entpuppt sich als eine im Eis konservierte Frau. Cimber und seine zwei Gefährten nehmen die Dame mit auf ihre weitere Reise. Nach einem Unfall ergreift einer der Drei die Gelegenheit, entledigt sich der anderen beiden und gibt sich anschließend als Publius Cimber aus.
Deshalb ist Blutchs zehn Kapitel umfassende Story mehr als ein Comic, der von der Antike handelt. Das tut er zwar, aber das steht nie so richtig im Mittelpunkt. Es ist die Erzählung von einem Mann, der von seiner Lust, seiner Liebe und (aufgrund seines unrechtmäßig erworbenen Titels) seiner zeitweiligen Macht korrumpiert wird. Für seinen Schatz, seine göttliche Schönheit begeht er Morde und gibt seine Menschlichkeit völlig auf.
Blutch charakterisiert seine Figur ohne allzu viele Worte. Er erzählt durch schwarz schraffierte Bilder, die Platz lassen für die Brutalität und den Wahnsinn. Peplum ist aufgrund seiner grafischen und narrativen Stilistik keine leichte Kost und eine, auf die man sich erst einmal einlassen muss. Der Autor macht es einem nicht immer leicht, seiner Intention zu folgen, aber gerade das macht diesen Comic zur lohnenden Herausforderung.
Wertung: ![]()
Hervorragendes Comicstück mit einer überzeugenden Erzähltechnik
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Peplum
Avant-Verlag, Dezember 2010
Text und Zeichnungen: Blutch
160 Seiten, s/w, Softcover
Preis: 25 Euro
ISBN: 978-3-939080-44-2
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe Avant-Verlag
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Rezensionen




Einen großen literarischen
Klassiker in ein anderes Medium zu transportieren ist nicht immer leicht.
Gerade Comickünstler, die ja unbebilderte Romane grafisch zum Leben erwecken
müssen, laufen immer Gefahr, dass die Inhalte, die Atmosphäre und die
Intentionen, die der Schrifsteller sich ursprünglich ausgedacht hat, durch eine
Adaption in Comicform nicht korrekt erfasst oder gar trivialisiert werden. Auf
der anderen Seite steht die Gefahr, dass am Ende ein Comicwerk entsteht,
welches sich zu sklavisch an die Vorlage hält, der Künstler also nicht mutig
genug ist, dem Stoff genügend Eigenständigkeit als Comic einzuräumen.
- 20.09.2010
Da Pinocchio bereits 2009 in Angoulême als „Bestes Album“ gewählt und 2010 in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester internationaler Comic“ ausgezeichnet wurde, bedarf der Comic darüber hinaus nicht wirklich mehr des Lobs. Was man jedoch tun kann: Man kann versuchen, die Stärken des Werks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, das Winshluss sich mit Pinocchio sowohl erzählerisch als auch grafisch allen definitiven Aussagen entzieht und so neue Maßstäbe für den modernen Comic setzt.
- 22.06.2010

In der Welt der Comics werden Frauen meistens aus der Phantasie von Männern geschaffen. Angesichts des prekären Standes von Comics in der Kulturindustrie wäre es aber falsch, wenn man das gesamte Medium als Vehikel für regressive Männerphantasien bezeichnet.
Wenn Robert Crumb, Comiclegende und Urvater der Underground-Comix, nach
jahrelanger Funkstille wieder ein neues Werk vorlegt, ist das schon
etwas Besonderes. So besonders, dass das Album praktisch gleichzeitig
auf Englisch, Französisch und Deutsch erscheint. Das könnte freilich
auch damit zu tun haben, dass man hier keine eigene Übersetzung
anfertigen musste. Der Text liegt schließlich längst vor: Es handelt sich
um das Buch Genesis, die ersten 50 Kapitel des Alten Testaments.
- 02.12.2009