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(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Samstag, 20. Juni 2009
Darin stürzt die junge Ann Smith mit ihrem Flugzeug über Mauranien ab, einem der ertragreichsten Länder des afrikanischen Kontinents. Sie war ursprünglich unterwegs zu ihrem Vater, König Rodon, Herrscher von Mauranien, der sie kurz vor ihrem Ableben noch einmal zu sich bestellte. Als Ann Smith schließlich ohne Erinnerung an ihre eigene Identität in ihrer alten Heimat erwacht, muss sie sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und dem Grund ihrer Reise begeben. Dass diese Suche nicht einfach verlaufen wird, machen die dort herrschenden Verhältnisse deutlich: Wilde Tiere und eigenwillige Eingeborene säumen ihren steinigen Weg, zudem befindet sich die Königstochter mitten in einem aufwogenden Krisengebiet, denn Amtsinhaber Rodon droht durch entschlossene Rebellen endgültig gestürzt zu werden.
Nun, die Story von
Benoit Sokal (Inspektor Canardo) hört sich letztlich spannender an, als sie tatsächlich
ist. Vor allem fehlt es ihr an wirklich bemerkenswerten Wendungen und
Spannungsbögen, stattdessen wirkt die Handlung vorhersehbar, besteht sie doch
ausschließlich aus der Identitätssuche der Hauptperson. Leider recht uninspiriert
hangelt sich die Erzählung durch diverse Plotelemente, wie etwa die Jagd auf
die Thronerben, sowohl von den Gefolgsleuten ihres Vaters als auch von den
Rebellen, oder aber auch das Mitschleppen eines schwarzen Leoparden durch den
gesamten Band. Dann verwundert es auch nicht mehr, dass die designierte
Thronerbin ohne Erinnerung eine verdächtige Kratzwunde auf ihrem Oberkörper
bemerkt, von der jeder außer sie selbst weiß.
Interessanterweise hat Sokal zusätzlich an der Videospielumsetzung des Comics mitgearbeitet, und in der Tat erscheint die Story wie ein Videogame konzipiert. Nur verfolgt hier eben der Leser die Reise von Ann Smith durch deren Auge, ohne sie dabei selbst zu steuern. Der Weg führt durch diverse Szenarios, die gut als einzelne Level herhalten können und selbst Zwischen-und Endgegner (die unvermeidliche Konfrontation mit Rodon auf dessen Kriegsschiff) kann man mit ein wenig Fantasie ausmachen.
Zwar ist die
erzählerische Ebene etwas dünn für meinen Geschmack, von einem schlechten Comic
möchte ich deswegen per se aber nicht reden. Denn gerade im grafischen Bereich
macht Paradise einiges an Boden gut. Hier haben sich Benoit Sokal und
Zeichner Brice Bingono viel Mühe gegeben, um das fiktive Land Mauranien so
überraschend und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. So ist der Comic
zwar nahe dran an der afrikanischen Realität, dem Kreativduo gelingt es aber
sehr gut, immer wieder kleine Details einzubauen, die davon abweichen und einem
als Leser bewusst machen, dass man sich auf jeder neu aufgeschlagenen Seite nie
sicher sein kann, welche neu entwickelten Elemente auf einen zukommen. Gerade einzelne
Darstellungen, wie etwa die aus mehreren Ebenen bestehenden Mine, deren Aufzug
von einem blinden Elefanten betrieben wird (!) oder das imposante Schiff Rodons,
eine Art schwimmende Festung, deren Kanonen von Affen bedient werden, sind
einfallsreich und imposant zugleich.
Insgesamt bietet sich in Paradise eine solide, aber letztlich zu seichte und vorhersehbare Geschichte, die Optik weiß allerdings durchaus zu überzeugen. Einen Blick ist dieser Band also allemal wert.
Paradise
Splitter-Verlag,
April 2009
Text: Benoit Sokal
Zeichnungen: Brice Bingono
208 Seiten, HC/Schutzumschlag;
24,80€
ISBN:
978-3-940864-15-4
Abbildungen aus Paradise © Benoit Sokal und Brice Bingono, der dt. Ausgabe Splitter Verlag















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Rezensionen

Es passiert nicht mehr oft, dass junge deutschsprachige
Comic-Enthusiasten ihre eigenen Projekte auf eigene Faust als Heftserie
veröffentlichen. Jetzt haben zwei Österreicher diesen Schritt gewagt: Frank (oder, wie es in der Originalschreibweise heißt:
Nach einer etwas längeren Wartezeit kommt der zweite Band und Abschluss von Die Welt von Lucie als Splitter Book heraus. Auch der zweite Band ist recht voluminös geworden und der Leser freut sich auf die Beantwortung der vielen Fragen, die im ersten Band gestellt wurden.
Betrachtet man das ziemlich nichtssagende Cover, weiß man zunächst gar
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unerhebliche Rolle spielen wird. Nur was macht die Eule da?
- 02.10.2010

