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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Mittwoch, 11. Januar 2012
Als wäre es nicht schon schwer genug, ein geistiges Großkaliber wie Friedrich Nietzsche in ein nur 128 Seiten langes Comicwerk zu zwängen, verspricht der Verlag auch noch vollmundig ein „ungewöhnliches und kraftvolles Nietzsche-Porträt für Kenner“ und eine „brillante Einführung für solche, die es werden wollen“.
An diesem Anspruch gemessen, wären Michel Onfray und Maximilien Le Roy gleich in zweifacher Hinsicht gescheitert. Und das ist mehr als schade, denn der Comic, der bei Nietzsches Kindheit anfängt und bei seinem Wahnsinn endet, wirkt nicht nur äußerlich sehr stimmig und professionell, es gibt auch viele äußerst gut umgesetzte Szenen. Für sich genommen sind viele einzelne Abschnitte, vor allem zeichnerisch, wunderschön gestaltet und Nietzsches Persönlichkeit im gleichen Zuge möglichst authentisch erfahrbar gemacht.
Im Gesamtbild scheitert Onfray, der in Frankreich ein vielbeachteter Philosoph ist, aber an dem Versuch, eine konsequente Nietzsche-Biografie zu schreiben. Das liegt letztlich auch an seinem Unwillen, die Einflüsse, Theorien und Kernideen, die die Arbeit des großen Denkers zeitlebens geprägt haben, wirklich ausführlich mit seinem Lebensweg zu verflechten. „Der Wille zur Macht“, der „Übermensch“, die „Ewige Wiederkehr“, all das wird angesprochen, aber wenig nachvollziehbar ausstaffiert. Nietzsches Krankheiten, sein Unglück mit Lou Salome oder der Zwist mit seiner Schwester Elisabeth sind ebenfalls Teil dieses Comics. Nur ein kohärentes Gefüge mag das im Ergebnis alles nicht ergeben. Oder zumindest keines, das wirklich überzeugt. Dazu sind die Themen auch zu schnell und oberflächlich aneinandergereiht.
Onfray und Le Roy legen ein Comicbiografie vor, die beileibe nicht schlecht ist, weder grafisch noch inhaltlich. Nur findet man dabei weder ein fundiertes und umfangreiches Porträt für Kenner, noch eine verständliche und nützliche Einführung in das Werk und Leben von Friedrich Nietzsche. Und damit ist eine Adaption in das Medium Comic, so schön manche Szenen auch sind, doch mehr oder weniger überflüssig.
Zumal sich einige Käufer nach dem Lesen des eingangs erwähnten Werbetextes wohl, wie ich auch, mehr erhofft hätten.
Wertung: ![]()
Es gab schon wesentlich schlechtere Comicbiografien, nur schade, dass hier das vorhandene Potential nicht ausgenutzt wurde
Nietzsche
Knaus Verlag, August 2011
Text: Michel Onfray
Zeichnungen: Maximilien Le Roy
128 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,99 Euro
ISBN: 978-3-8135-0430-9
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Knaus Verlag















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Rezensionen



Die Kurzbiografie des Ernesto Che Guevara ist in mehrerer Hinsicht etwas Besonderes, aber
auch mit Vorsicht zu genießen. Über 40 Jahre alt ist diese Graphic Novel,
1968 fertiggestellt. Das verleiht dem Comic die Exklusivität eines
engagiert komponierten, historischen Zeitdokuments. Fantastische Bilder
und Szenarien haben Alberto Breccia für die Lebensgeschichte Ernesto
Guevaras und sein Sohn Enrique für Aufenthalt und Tod in Bolivien
erfunden. Aus dem Aufenthalt in Bolivien heraus erfolgen im Wechsel die
Rückblicke auf das frühere Leben Ernesto Guevaras. Zu den Bildern
liefert Héctor Gérman Oesterheld ein Stakkato an prägnanten Textpassagen von selten gespürter Poesie.
Und ganz nebenbei wird endlich erklärt, wie Ernesto Guevara zu seinem
Spitznamen "Che" gekommen ist.
- 22.11.2008
Reinhard Kleist gehört seit geraumer Zeit unbestritten zur ersten Riege deutschsprachiger Comiczeichner. Mit Veröffentlichungen wie Cash – I See A Darkness hat er in jüngster Vergangenheit seine Ausnahmestellung unterstrichen. In seinem neuen Buch Castro beschäftigt sich Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus.