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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Sonntag, 08. Mai 2011
Mit dem zweiten Band von Missi Dominici liegt die Fortführung des Genremix aus Historie und Fantasy vor. Ein kleiner Rückblick: Das sogenannte Kind des Tierkreiszeichens, welches besondere Kräfte hat, führt die Stämme der osteuropäischen Ureinwohner an, welche sich gegen die christlichen Invasoren und die Christianisierung wehren. Die Reiter der Apokalypse, ebenfalls mit besonderen Kräften ausgestattete geheimnisvolle Krieger, bringen Tod und Verderben in das Land und machen somit ihrem Namen alle Ehre, während zwei Ritter der Missi Dominici aus noch unerfindlichen Gründen sich ebenfalls auf die Suche nach dem Kind machten (zur Rezension von Band 1).
Wer gehofft hatte, dass die Story mit Riesenschritten voranschreitet und so Dynamik mit Spannung verbunden wird, sieht sich getäuscht. Es ist relativ unverständlich, dass hier so viel mit Rückblenden gearbeitet wird. Das Leben einer der Hauptfiguren, nämlich des Werwolfes Wolfram, wird beleuchtet, verschleppt aber das Erzähltempo ziemlich. Das ist zwar alles ganz nett zu erfahren, aber auch eine zweischneidige Angelegenheit. Denn es stellt sich auch die Frage, ob dieser Background überhaupt relevant ist und die dunkle Vergangenheit nicht spannender gewesen wäre, wenn man sie nicht kennen würde.
Ansonsten ist das Erzähltempo hoch und verdeckt geschickt, dass eigentlich nichts passiert. Die beiden Ritter vom Orden der Missi Dominici, eben Wolfram und der junge de Guivre, reisen mit der von ihnen geretteten adeligen Hilda durch die Wildnis, um das Kind des Tierkreiszeichens zu finden. Verfolgt von den unheilvollen Wesen, welche die Namen der Reiter der Apokalypse tragen, geraten sie schließlich in des Teufels Küche. Die Story beschränkt sich zum größten Teil auf die Wanderschaft, welche aber in sehr stimmungsvoll düster gezeichneten Landschaften stattfindet.
Autor Gloris versucht, die magischen Kräfte deutlicher zu erklären und fügt dem Mix aus Fantasy und History gegen Ende des Bandes auch einen deutlichen Einschlag von Horror hinzu, denn es geht sehr blutig weiter. Manche mögen angesichts dessen den Kopf schütteln, aber irgendwie hat es was, auch wenn man versucht ist, eine abschließende Bewertung der Reihe auf den dritten und letzten Band zu verschieben.
Der Leser erfährt etwas mehr über die vier Reiter und ein zentrales Thema ist der Missbrauch von Kräften. Viele Personen sind nicht das, was sie vorgeben zu sein – dies und der Cliffhanger am Ende machen den Band doch recht spannend. Ein Kernthema oder ein zentraler roter Faden bleibt jedoch unter dem ganzen Schnee in der Story begraben, ohne zu Tage zu treten.
Wertung: ![]()
Recht spannender Band, der jedoch durch viele Rückblenden häufig ausgebremst wird. Die generelle Richtung der Serie ist immer noch nicht klar.
Missi Dominici - Zweites Buch: Tod
Ehapa Comic Collection, Februar 2011
Text: Thierry Gloris
Zeichnungen: Benoit Dellac
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3409-1















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Rezensionen




Nach längerem Hickhack hinter den Kulissen war Ende des vergangenen Jahres der Weg frei für die deutsche Version einer Gesamtausgabe der Abenteuerserie Storm, die urspünglich aus den Niederlanden stammt. Die Albenreihe lief von den späten 70er Jahren bis weit in die 90er und lebte vor allem vom detailreichen Artwork des englischen Zeichners Don Lawrence. Gute vier Jahre nach dessen Tod erscheint nun eine edle Neuauflage und gleichzeitig ein neues Album mit einem neuen Zeichnerteam.
Unter dem Hakenkreuz
Teil 2 und 3 - im französischen
Originaltitel „Amours fragiles" (in etwa: Zerbrechliche Lieben) - sind weiterhin in einem luxuriös großen
Format gedruckt, aber bereits jeweils 30 Seiten kürzer als Band 1; dafür
verkauft sie der Verlag 4 Euro günstiger. So luxuriös die Aufmachung, so
bescheiden die Fortsetzung des Inhalt, was Spannung und Figurenentwicklung
angeht.
- 15.10.2010

Kleines Wunder ist das neueste Comicalbum aus Finix‘ Edition Solitaire, darin enthalten sind beide französischen Originalalben. Die Handlung spielt zwischen 1766 und 1794, begibt sich also mitten in die Französische Revolution hinein. Sehr prominent ist diese Epoche bis heute u.a. wegen des übermäßigen Köpfens von Verurteilten. Szenaristin Valérie Mangin (Die Geißel der Götter) greift diese Thematik auf und benutzt die Einführung der Guillotine als Vehikel für die Erzählung bislang unbekannter historischer Ereignisse.