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von Benjamin Vogt Dienstag, 07. September 2010
Hinzu kommt, dass der erste Band „Das Kind des Tierkreises“ erzähltechnisch nur im Schneckentempo voranschreitet. Er beginnt mit dem Auftrag zweier Mitglieder der Missi Dominici (eines christlichen Bundes mit speziellen Aufgaben), die durchs Land reisen, um heilige Reliquien einzusammeln. Parallel hierzu verwüsten die Vier Reiter der Apokalypse ein Dorf auf der Suche nach dem sagenumwobenen „Kind des Tierkreises”.
Die Perpektive für den Leser verbleibt meist auf Ronan Chantilly de Guivre und Ernst Wolfram, dem ungleichen Duo der Abgesandten von Missi Dominici. Bezeichnend dabei ist, dass auch die Beziehung zwischen dem erfahrenen Wolfram, der bereits Legendenstatus hat, und dem Jüngling de Guivre recht klischeehaft gehalten ist. So wie vieles in diesem Band. Da verwundert es auch nicht, dass das Verhältnis zwischen beiden Protagonisten schnell in einem Meister-Schüler-Status kulminiert. „Immer zu zweit sie sind“, wie Yoda zu sagen pflegte. Das gilt wohl nicht nur für den Krieg der Sterne, sondern auch fürs Mittelalter.
Ansonsten ist das erste Album von Missi Dominici mit einem Werwolf-Attentat und ein paar magischen Momenten garniert. Allerdings ohne dass man beim Lesen allzu verzückt oder staunend zurückbleibt. Dafür bleibt die Handlung letztlich auch zu oberflächlich, klischeehaft und unspektakulär.
Zwei Männer, die uralte Magie beherrschen und einen Holzsplitter vom Kreuze Jesu aufspüren müssen? Irgendwie klingt das schon seltsam. Zumal, wie so oft in derartigen Geschichten, ein auserwähltes, aber nichts davon ahnendes Kind zum Zankapfel zwischen Gut und Böse wird. Leider schaffen es die Kreativen nicht, mein Interesse für ein einziges Handlungselement innerhalb dieses Gefüges zu wecken und mich aufmerksam bei der Stange zu halten.
Aber so dünn die Story von Thierry Gloris, Autor des lesenswerten Codex Angelique, auch geraten ist, ein Lichtblick findet sich in der Arbeit von Zeichner Benoit Dellac. Sein Stil passt perfekt zum mittelalterlichen Szenario; Benoits Bildern ist es gar geschuldet, dass manche Szenen beim Betrachten weitaus spannender erscheinen, als sie von Gloris geschrieben wurden.
Man muss sicherlich die Entwicklung von Missi Dominici abwarten, um endgültig über die Serie urteilen zu können. Allerdings bin ich skeptisch, dass der Plot in der nächsten Ausgabe mit größeren Schritten voranschreiten wird.
Missi Dominici 1: Das Kind des Tierkreises
Ehapa Comic Collection, Mai 2010
Autor: Thierry Gloris
Zeichner: Benoit Dellac
48 Seiten, farbig, Hardcover, 13,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3350-6

Höchstens nett für Hardcorefans von Mittelaltercomics, alle anderen verpassen nichts















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Rezensionen

Im Hause Panini findet man neben dem großen Sortiment an Marvel- und
DC-Lizenzen auch immer mal wieder Comics aus kleineren amerikanischen
Verlagen. So haben zum Beispiel die durch den Spieleproduzenten Games Workshop
inspirierten Comics ihren Platz im Regal direkt neben den
amerikanischen Superhelden eingenommen. Während die epischen Schlachten
von Warhammer und Warhammer 40k vielen Lesern bereits bekannt sein dürften, handelt es sich bei Blood Bowl -
auch unter den Tabletop-Spielern - wohl eher um ein unentdecktes
Kleinod. Leider erfährt diese kleine Perle unter der Regie des
amerikanischen Comic-Verlags Boom Studios eine Heimpleite. Das Auswärtsspiel für Blood Bowl: Blut und Spiele kann bei der deutschen Lesergemeinde wegen mangelnder Bekanntheit des Spiels eigentlich nur noch schlechter ausfallen.
1937 herrscht in Spanien
Bürgerkrieg. Zahlreiche Freiwillige schließen sich ohne militärische Ausbildung
den Republikanern an und bilden kleinere Einheiten, die sich dem Faschismus im
Lande entgegenstellen. Quintos ist die Geschichte einer solchen Gruppierung,
die sich aus Männern und Frauen unterschiedlichster Nationalitäten
zusammensetzt.
- 27.06.2010

Ehapa versucht sich seit kurzem an so genannten "all in one"-Ausgaben, sprich eine Miniserie oder ein Zyklus wird komplett in einem Stück herausgegeben. Damit soll auch das Vertrauen der Käufer zurückgewonnen werden, die öfters auf abgebrochenen Serien sitzengeblieben sind und dementsprechend skeptisch neuen Comicserien bei ECC gegenüberstehen. Nachdem mit dem Mafiosi-Krimi Hell's Kitchen dieser Ansatz gut angenommen wurde, erscheint mit Die Chroniken von Centrum - im französischen Original dreibändig - eine weitere abgeschlossene Erzählung, diesmal in einem düsteren Europa der nahen Zukunft angesiedelt.
- 08.01.2009
Alles in allem verstörend. So oder so ähnlich würde
ich jemandem antworten, der mich nach einer Beschreibung zu Codex
Angélique fragen würde. Die im französischen Original in drei Alben
veröffentlichte Serie liegt in der Ehapa Comic Collection als All-in-One-Edition vor.
Wie bei einigen dieser Ausgaben zuvor gibt es auch bei dieser Licht
und Schatten zu konstatieren. Leider wird man des anfänglich recht
interessanten Settings recht schnell überdrüssig, spätestens wenn sich
die Handlung komplett in den Wirren von Mystik und Übersinnlichem
verstrickt.