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von Benjamin Vogt Donnerstag, 21. April 2011
Éric Corbeyran, der in jüngster Vergangenheit durch die Serie Der Gesang der Strygen (Bunte Dimensionen) oder die Kafka-Adaption Die Verwandlung (Knesebeck) als Szenarist auf sich aufmerksam machte, beginnt seine dreiteilige Science-Fiction-Reihe Metronom mit einer echten Überraschung. Denn Seite 1 beginnt mit dem klassischen Märchenauftakt „Es war einmal…“ und der hell beleuchteten Abbildung eines mittelalterlichen Schlosses.
Weiter kann man vom Sci-Fi-Setting, so wie man es sich gemeinhin vorstellt, gar nicht entfernt sein. Der Schock ist aber schnell überwunden, nachdem man merkt, dass Corbeyran hier nur eine metaphorische Einführung vollzieht.
Diese Einführung stellt einen Auszug aus einem Buch mit dem Titel „Metronom“ dar (es handelt von einem König, der mithilfe eines magischen Metronoms die Zeit anzuhalten und dadurch ewig zu herrschen vermag). Nur leider sind Bücher und sonstige künstlerische Arbeiten in der von Corbeyran erschaffenen, futuristisch-dystopischen Welt verboten, weshalb das plötzliche Auftauchen von „Metronom“ auch im Zirkel der Machthabenden für gehörige Unruhe sorgt.
Genauso wie Floreal Linman, ein systemkritsicher Journalist, und Lynn Forester, die ihren Mann seit dessen Mission als Space-Recycler vermisst. Zusammen versuchen sie mehr über den Verbleib von Doug Forester herauszufinden und geraten dabei ins Visier der Regierung, die es nicht gerne sieht, wenn jemand zu viele Fragen stellt.
Der totalitäre Staat, in dem Selbstmord als ziviler Ungehorsam angesehen und die Gesellschaft per Dekret durch ein Null-Toleranz-Programm jeden Tag aufs neue eingeschränkt wird, erinnert in etwa an Orwells Klassiker 1984, bedient sich aber, insbesondere grafisch, eines gewissen Retrocharakters. Die Straßen und Gebäude sind eher dezent in Braun- oder Blautönen gehalten; ein „bewusst klassischer Stil“, wie Enki Bilal es in seinem kurzen Vorwort treffend formuliert.
Leider konnte mich dieser Ansatz nicht wirklich überzeugen. Die Handlung zieht sich vorhersehbar und ungelenk fort, wobei der „klassische“ Zeichenstil von Grun einen etwas angestaubten Gesamteindruck im Zweifelsfall sogar noch verstärkt. Auch manche Posen und Mimiken in diesem Album wirken versteinert oder unglücklich in Szene gesetzt.
Ob die Story sich allerdings in den kommenden Alben noch so weit steigern kann, dass die angerissenen Mysterien tatsächlich noch richtig mysteriös und spannend werden, das bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibe ich skeptisch.
Wertung: ![]()
Träger Science-Fiction-Comic ohne innovative Ideen
Metronom 1: Null Toleranz
Splitter-Verlag, November 2010
Text: Eric Corbeyran
Zeichnungen: Grun
56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-238-9
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe Splitter Verlag















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Rezensionen




Man kann so manchen Fan schon stöhnen hören: „Nicht schon wieder eine neue Vampirserie“. Wahrlich machen sie ihrem Namen als Untote alle Ehre. In den letzten Jahren ist in jedem popkulturellen Bereich eine schon fast unübersehbare Anzahl an neuen Titeln und dementsprechend auch Interpretationen festzustellen. Die Blutsauger sind eben nicht unterzukriegen. Zwielicht ist es als einer neuen Vampirserie durchaus gelungen, in einem ziemlich ausgesaugten Segment einige recht neue Aspekte zu finden.
Hier liegt mal wieder ein richtig gelungenes Cover vor. Es ist sehr stimmungsvoll und passend zum Inhalt. Beherrscht wird es von grimmig aussehenden, schwer bewaffneten Männern, welche eine zierliche junge Frau schon fast aus dem Bild drängen. Diese lächelt geheimnisvoll und steht ziemlich unbeeindruckt und entspannt gegenüber diesen waffenstarrenden Machos. Und wer genau hinsieht, kann entdecken, dass sie auf dem Mittelfinger der hinter dem Rücken gehaltenen Hand einen Schmetterling balanciert. Äußerste Zartheit und Zerbrechlichkeit steht einer geballten destruktiven Kraft gegenüber. Ein hervorragendes Titelbild, welches sehr gut die bedrohliche, aber auch zarte und heitere Stimmung des Bandes trifft.
Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig
geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken
fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem
klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins
zu eins übernommen.