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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Montag, 07. Februar 2011
Der Splitter Verlag setzt seine gelungene Veröffentlichungspolitik fort, indem er die beiden Abenteuer des "Journalisten der Zukunft" Leo Roa in einem einzigen Band veröffentlicht. Im Gegensatz zu den Splitter-Books kommt dieser als Album im Großformat.
Der Autor und Zeichner Juan Giménez ist ja nun beileibe kein Unbekannter mehr. Nicht nur ist er seit langem schon aktiv, sondern er erfreut sich auch großer Beliebtheit. Nicht zuletzt hat er sich schon oft im Bereich der Science-Fiction getummelt. Zusammen mit Autor Alejandro Jodorowsky erzählte er die Geschichte der Kaste der Meta-Barone weiter, und bereits eines seiner ersten Werke, Müll, war ein Science-Fiction-Abenteuer mit starker Sozialkritik. Auch dieses hatte er selber getextet, Leo Roa ist also nicht sein Debüt als Autor.
Zwar verläuft die Story nicht immer sonderlich glatt und holpert an einigen Stellen, doch ist das Format des Doppelalbums gut gewählt. Indem die beiden Abenteuer zusammen veröffentlicht werden, kann man gut die Entwicklung des Helden beobachten und nachvollziehen. Zu Beginn ist er nämlich alles andere als ein Held, sondern ziemlich unbedarft und stolpert in sein Abenteuer hinein, ohne wirklich die Initiative ergreifen zu können.
Es beginnt damit, dass der als Archivar in einem Medienbetrieb angestellte Leo Roa von mehreren Männern gejagt wird (ohne dass er es zu Beginn überhaupt merkt), da er bei Recherchen herausgefunden hat, wessen Identität sich hinter einem berüchtigten Weltraumpiraten verbirgt. Das sorgt immerhin für ein gehöriges Maß Komik. Später, mit gewachsenem Selbstbewusstsein, weil er endlich als Journalist arbeiten kann, nutzt er mehr seine Möglichkeiten, ohne in brenzligen Situationen angstfrei zu sein.
Auffällig sind die starken Frauenfiguren, die hier die Entwicklungen, und nicht nur die, anstoßen. Auch sind sie die sexuell aktiveren, was insbesondere die Herren in dem Band ziemlich verunsichert. Gimenez scheint ein Faible für starke Frauen zu haben. Schon eine seiner ersten Heldinnen, aus Müll, war die charakterlich stärkste Person und auch in der Saga der Meta-Barone sind die Frauen alles andere als hübsches Beiwerk. Dabei versteht es Giménez wie kaum ein anderer, die Frauen so schön zu zeichnen.
Leo Roa ist sehr charmant erzählt. Das Augenmerk liegt auf der parodistischen Komik, ohne auf Schenkelklopfer zu setzen. Ironie ist der bevorzugte Erzählstil von Giménez. Dass das Werk, erstmals Ende der 80er Jahre erschienen, aus seiner Anfangszeit stammt, ist an den Zeichnungen zu erkennen, die weniger glatt gehalten sind als etwa in Die Kaste der Meta-Barone. Einige Passagen, sowohl die zeichnerische Gestaltung der Aliens als auch einige Storyelemente, erinnern stark an die Serie Burton und Cyb von Ortiz und Segura.
Es gibt aber auch einige andere schöne Anspielungen (vor allem auf das Piratengenre) und Ideen, die viele gesellschaftliche Aspekte aufgreifen, wie das Journalistengewerbe, Werbung, Musik und ethnische Konflikte. Das wirkt aber niemals plakativ, sondern eher wie eine humoristische Mischung aus Sillage, Luc Orient und dem schon erwähnten Burton und Cyb. Aber das Angenehmste an dem Band: Er nimmt sich selbst nicht ernst, und man merkt Giménez die Schaffensfreude an.
Wertung: ![]()
SF-Abenteuer mit gehöriger Portion (Selbst-)Ironie, das leichtfüßig die Entwicklung eines unbedarften Helden erzählt
Leo Roa
enthält "Die wahrhaftige Geschichte von Leo Roa" und "Die Odyssee widriger Umstände"
Splitter Verlag, Januar 2011
Text und Zeichnungen: Juan Giménez
112 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-208-2
Leseprobe
Abbildungen © Juan Giménez, der dt. Ausgabe: Splitter Verlag















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Rezensionen


Braucht man wirklich eine neue Westernserie? Nicht nur im Film, sondern auch im Comicbereich ist das Genre schließlich eines der beliebtesten und auch eines der ältesten. Schon der erste ernst zu nehmende Spielfilm (wenn man eine Dramaturgie voraussetzt), The Great Train Robbery, war schließlich ein Western. Da muss man in einer neuen Serie eigentlich schon einen ganz neuen Tonfall finden, um sich an die Spitze des Trecks setzen zu können. Die neue Serie Ronson Inc. bemüht sich auf eigenwillige Art und Weise um eben diesen Tonfall.
Betrachtet man das ziemlich nichtssagende Cover, weiß man zunächst gar
nicht, was einen erwarten mag. Die etwas altertümlich gekleidete junge
Frau deutet auf eine historische Geschichte. Und da eine junge Frau das
Cover beherrscht, liegt der Schluss nahe, dass auch Liebe eine nicht
unerhebliche Rolle spielen wird. Nur was macht die Eule da?
- 02.10.2010
Troy ist nicht mehr nur ein Planet, sondern ein einziges riesiges Franchise geworden. Nachdem Lanfeust von Troy so erfolgreich wurde und den Troll von Troy als Spin-Off gebar, wurde Lanfeust nicht nur zu den Sternen geschickt, es wurden auch mehrere andere Serien entwickelt, welche die Geschichte von Troy und die Abenteuer von unterschiedlichsten Charakteren beleuchten. Einige dieser Serien sind bislang noch gar nicht auf Deutsch erhältlich. Wenn man aber Die Kriegerinnen von Troy als Beispiel für noch fehlende Bände nimmt, dann ist auch äußerste Vorsicht angeraten.
Sie trägt eine elegante Maske und ist so sehr Heldin, wie
sie gut aussieht. Blond, lange Beine, schwellender Busen, und wenn sie ihre
Klinge zieht, erlebt der Betrachter eine anmutige, akrobatische Zirkusnummer.
Sie ist keine Kriegerin superheldischen Formats mit Muskelpaketen und
immerwährender Coolness, sie ist vielmehr sehr weiblich und ihre viel zu großen,
weit aufgerissenen Augen zeigen nicht ihre Entschlossenheit, sondern ihre
Gutherzigkeit und ihr Einfühlungsvermögen. Sie heißt Marlysa und wurde von
Jean-Charles Gaudin und Jean-Pierre Danard geschaffen. Fünf Alben erschienen bereits bei Carlsen, jetzt wird die Serie bei Splitter fortgesetzt.
Der Eidalon-Verlag hat vor kurzem sein Programm aufgesplittet - Manga für das jüngere Publikum erscheinen weiterhin dort, während die "anspruchsvolleren" Comics wie Queen & Country oder Courtney Crumrin nun durch das Unterlabel Modern Tales verlegt werden. Und obwohl Love as a Foreign Language vom Zeichenstil asiatisch angehaucht ist, hat es durchaus seine Berechtigung, dass er bei den modernen Geschichten erscheint - man darf sich nämlich nicht von dem kitschigen Titel der Serie täuschen lassen.
- 12.09.2006