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(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Mittwoch, 15. Juli 2009
Seine erste Lenore-Geschichte zeichnete Roman Dirge bereits im Jahr 1992, der vorliegende Sammelband erschien 1999 in den USA. Weitere zehn Jahre später liegen die Comics vom "süßen kleinen toten Mädchen" auch auf Deutsch vor. Dies besorgt der kleine Verlag UBooks, der unkonventionelle Literatur verlegt, u.a. auch Vampir-Romane, Gothic-Bildbände und die norwegische Comicserie Nemi.
Lenore passt da ganz gut dazu, denn die schwarz-weißen Kurzgeschichten mit dem tiefschwarzen Humor könnten besonders denjenigen gefallen, die jene spezielle Mischung aus düster und niedlich mögen, wie sie Tim Burton in vielen seiner Filme pflegt. Auch die Merchandising-Ikone Emily the Strange könnte als Referenz dienen. Lenore (der Name leitet sich von einem Gedicht von Edgar Allan Poe ab) ist ein kleines Mädchen, das eigentlich schon tot ist. Warum sie trotzdem auf Erden wandelt, warum sie gestorben ist, solche Fragen interessieren Roman Dirge nicht - er erzählt einfach kurze, morbid-schräge Episoden, die meist mit recht bösen Pointen enden. Denn Lenore - die ja selber schon tot ist - kümmert es nicht, wenn jemand anders stirbt, egal ob das ein süßes Haustier oder ein Spielkamerad ist. Ein Großteil der Kurzgeschichten läuft darauf hinaus, dass Lenore mehr oder weniger versehentlich Menschen und Tiere umbringt. Nicht aus Bösartigkeit, sondern eher aus Ungeschick.
Das klingt brutal, ist aber tatsächlich ziemlich witzig, sofern man mit solch bösem Humor etwas anfangen kann. Abgefedert wird diese Bosheit durch den Charme von Dirges Zeichnungen. Diese haben immer etwas Gruselig-Morbides an sich, sind aber stets so grotesk und auch niedlich, dass jederzeit klar ist, dass das nicht allzu ernst gemeint ist. An dem Sammelband lässt sich deutlich erkennen, wie sich Dirges Zeichenstil entwickelt hat. Während die ersten Comics vor allem bei den Nebenfiguren noch sehr ungelenk und amateurhaft wirken, wird Dirge mit der Zeit immer sicherer und perfektioniert seinen markanten Stil.
Auf der anderen Seite hat die komprimierte Paperback-Form auch einen Nachteil: Roman Dirges makabre Komik ermüdet ziemlich schnell, ein Großteil der Strips folgt einem bestimmten Schema, das in verschiedenen Variationen immer wieder verwendet wird. In kleinen Dosen genossen macht das weit mehr Spaß als den Band komplett am Stück zu lesen.
Problematisch ist auch die deutsche Übersetzung, die nicht immer ganz treffsicher ist. Schwierig wird es vor allem dann, wenn der Text in Reimform gehalten ist, was immer wieder vorkommt. Die deutsche Fassung dieser Verse ist derart holprig geraten, dass man fast versucht ist, eine Rückübersetzung ins Englische anzufertigen. Auch beim Blick aufs Lettering, besonders außerhalb der Sprechblasen, merkt man deutlich, dass man nicht das Original in Händen hält. Wer des Englischen mächtig ist, sollte also eher zur Originalversion von Slave Labor Graphics greifen. Die übrigen Freunde des schwarzen Humors dürfen sich freuen, dass Lenore nun auch auf Deutsch verfügbar ist.
Lenore 1: Noogies
UBooks, Februar 2009
Text und Zeichnungen: Roman Dirge
Softcover; 112 Seiten; schwarz-weiß; 12,95 Euro
ISBN: 978-3-86608-099-7

Abbildungen: © UBooks















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Mit Gregory hat Marc Hempel sicherlich eine der skurrilsten Comicfiguren geschaffen. An diesem Insassen einer Irrenanstalt, der sich am glücklichsten in seiner sicheren Zelle fühlt, scheiden sich die geschmacklichen Geister. Für Andreas Mergenthaler, Mit-Herausgeber des Verlags Cross Cult, war es eine Herzensangelegenheit, die Gesamtausgabe in zwei Bänden um Gregory, die oberschlaue Ratte Herman Vermin und die käsesüchtige Maus Wendell auf Deutsch herauszugeben.
Den Stuttgarter Martin Frei darf man mittlerweile schon fast zu den
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