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(Vortrag/Diskussion)
von Christopher Bünte Freitag, 23. März 2007
Die Hauptfigur in Kickback ist Joe Canelli. Er ist das Zentrum der Handlung, Lloyds Fixpunkt, um den er Ereignisse und Nebenfiguren anordnet. Die Geschichte spielt in Franklin City, einer fiktiven Stadt, die jede beliebige Großstadt sein könnte. Korruption hat in diesem Ort Fuß gefasst. Die örtlichen Ordnungshüter haben sich mit den Verbrechern arrangiert und kassieren dabei nebenher selber. Durch eine Kette von Ereignissen jedoch kommt das empfindliche Gleichgewicht zwischen Cops und Gangstern ins Schwanken. Plötzlich liegen jede Menge Leichen auf den Straßen - zuerst sind es Verbrecher, dann auch Polizisten.
Detective Canelli sollte eigentlich besser über die Hintergründe schweigen. Sein Chief rät ihm, den Mund zu halten und wichtige Fragen nicht weiter verfolgen. Die Öffentlichkeit muss nichts davon erfahren. Wie immer. So einfach ist die Sache für Canelli jedoch nicht. Sein Gewissen hat einen Stoß bekommen, er entscheidet sich zu handeln und etwas zu ändern. Er hat über die Jahre vergessen, woran er glaubt und was ihm wichtig ist. Sein Kampf gegen die korrupten Kollegen wird schließlich auch zu einem Kampf um seine Identität.
Die Geschichte um und über Joe Canelli ist ein Crime Noir, eine düstere Kriminalhandlung ohne viel Hoffnung und Humor. Wer jetzt sofort an Sin City denkt, liegt falsch. Die Erzählweise wird so manchen Leser an V wie Vendetta erinnern. In Kickback wird noch zurückhaltender mit Sprache umgegangen. Textboxen, die die Handlung erläutern oder zusammenfassen, kommen nicht vor. So fühlt sich Kickback stellenweise an wie ein Film, und die Bilder sprechen für sich selbst.
Bemerkenswert ist Lloyds außerordentlich dichte Erzählweise. Obwohl die ablaufende Handlung simpel ist, gelingt es ihm, Tiefe zu erzeugen und mehrere unterschiedliche Erzählstränge gleichzeitig voranzutreiben. Ein toller Comic, handwerklich außerordentlich anspruchsvoll, intelligent und vielschichtig.
Kickback erschien bereits 2003 als französisches Album bei Edition Carabas. Im August 2006 veröffentlichte Dark Horse die Geschichte auf Englisch, auf Deutsch gibt es Kickback seit Februar 2007 bei Ehapa zu lesen.
Jochen Ecke von G wie Gorilla hat mit David Lloyd im Februar 2007 (im Rahmen Lloyds Deutschlandtour) ein Interview gemacht, das Ihr hier nachlesen könnt.
Kickback
Ehapa
Comic Collection, Februar 2007
Text und Zeichnungen: David Lloyd
96 Seiten, Softcover, vierfarbig; 10,- Euro
ISBN: 3770430808
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Rezensionen

Der Western ist im frankobelgischen Raum tief verwurzelt. Setzen die
Amerikaner ihre ureigene Geschichte erstaunlich selten in Comics um,
machen es ihre Kollegen in Frankreich und Belgien umso öfter. Und mit
Erfolg. Wenn sich auf der einen Seite John Wayne als Übervater
präsentiert, ist das Äquivalent zu ihm Leutnant Blueberry (auch wenn er
Jean-Paul Belmondo nachempfunden ist). Sucht Clint Eastwood seinen
Gegenpart, so ist das der Bouncer (mal abgesehen von Yves Swolfs'
Protagonist "Durango" aus der gleichnamigen Comicserie, der nicht nur
äußerlich an Eastwood erinnert, sondern auch dessen Italowesternzeit
repräsentiert). Äußerliche Ähnlichkeiten sind zwar nicht vorhanden,
aber beide schießen dem Gegner auch in den Rücken.
- 11.03.2010

Unter dem schlichten wie eindeutigen Titel Dracula verbirgt sich nichts weniger als eines der, ja vielleicht sogar das schönste und ambitionierteste Comicprojekt über den wohl berühmtesten aller Vampire.
Da man auch bei Ehapa feststellen musste, dass man
frankobelgische Alben nicht mehr unbedingt so leicht an den Mann bringen kann
wie noch vor einigen Jahren und einen erheblichen Einbruch erlitt, versucht man nun, solches Material behutsam wieder lukrativer
zu machen. Offenbar geht man aber nicht den Weg von z.B. Carlsen, Comics im verkleinerten Format
Mit der Pitt Pistol-Gesamtausgabe bietet sich Comiclesern
jetzt die Gelegenheit, sich einen echten Klassiker in einem sehr schön
gestalteten Buch komplett zuzulegen. Pitt Pistol ist die Comicserie, die die
erste längere Zusammenarbeit von René Goscinny und Albert Uderzo - einige Jahre,
bevor die beiden den legendären Kulthit Asterix entwickelten und über lange
Zeit betreuen sollten.