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von Andreas Völlinger Donnerstag, 08. September 2011

Seite aus Kein Blick zurück Die deutsche Veröffentlichung der spanischen Comicerzählung Sin Mirar Atrás ist einer Reihe verketteter Ereignisse zu verdanken. Wie man im Vorwort erfährt, begann alles damit, dass die frischgebackenen Veranstalter des Comicfestivals München, namentlich Heiner Lünstedt und Michael Kompa, 2010 den in der bayerischen Landeshauptstadt gastierenden spanischen Zeichner Miguelanxo Prado trafen und sich von ihm überzeugen ließen, das jährliche Comicfestival in seiner Heimatstadt A Coruna in Galicien zu besuchen. Dort wiederum fielen den deutschen Comicpilgern in einer Ausstellung die Bilder des Nachwuchskünstlers Dani Montero nachhaltig auf. Als sie besagten Künstler dann auch noch an einem der Stände antrafen, erstanden sie die galicische Ausgabe seines Erstlingswerks, das ihnen textlich zwar verschlossen blieb, aber grafisch umso mehr beeindruckte.

Als Folge wurde Montero von ihnen als einer der Künstler ausgewählt, deren Arbeiten im Rahmen des Comicfestivals 2011 mit dem Schwerpunkt „Gastland Spanien“ ausgestellt wurde. Seinen Comic reichte man mit Empfehlung an den Wuppertaler Verlag Edition 52 weiter, bei dem das Werk dann passend zum Comicfestival erschien – und Dani Montero durfte zum Signieren anreisen. Ob dies alles aufeinander aufbauende Zufälle waren oder schicksalhafte Wendungen, bleibt jedem auf Grundlage seiner Weltsicht selbst zu entscheiden.

Seite aus Kein Blick zurück Interessant aber ist, dass auch Monteros Geschichte aus einer Verkettung von Ereignissen besteht, auf die der Protagonist nur sehr begrenzt Einfluss hat. Als der junge Spanier Jaime nach der Trennung von seiner Freundin den Entschluss fasst, alles hinter sich zu lassen und mit seinem Hund Tobias auf einen Road Trip mit ungewissem Ziel zu gehen, wird auch sein (Lebens-)Weg von einer Reihe unerwarteter Wendungen bestimmt, die jedoch größtenteils negative Folgen haben.

Die Erzählung an sich ist eher grob, teils gar gezwungen, die ausdrucksstarken Zeichnungen hingegen wirken locker und leichthändig zu Papier gebracht und sind dabei ungeheuer ansprechend. Dem künstlerisch reduzierten Strich Monteros sieht man seine Erfahrung als Animationszeichner an, der Sinn für grafisches Erzählen scheint auf jeder Seite durch. Seine Comicpanels vermitteln Emotionen, ergreifen und ziehen den Leser am Kragen in das Leben von Jaime und Tobias hinein. Was der etwas schwerhändig konstruierten Geschichte fehlt, gleichen die Bilder somit aus.

 

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Wertung: 7 von 10 Punkten

Einnehmender Strich und tolle Bildsprache machen den rudimentären Plot locker wett.

 

Kein Blick zurück
Edition 52, Juni 2011
Text und Zeichnungen: Dani Montero
96 Seiten, schwarz-weiß / farbig, Softcover
Preis: 15 Euro
ISBN:  9-783-935229-85-2
Leseprobe

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Abbildungen © Dani Montero , der dt. Ausgabe: Edition 52



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