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von Benjamin Vogt Montag, 02. November 2009

 1956 entwarf der belgische Zeichner Maurice Tillieux für das Magazin Spirou die Figur des Jeff Jordan (im Original „Gil Jourdan“ genannt). Die Serie gilt heute als Tillieux' bekannteste und beste Serie, weshalb Jeff Jordan auch als großer Klassiker der frankobelgischen Comickunst angesehen werden muss. Sicherlich reicht die allgemeine Bekanntheit nicht an die der Werke von Franquin, Peyo oder Morris, allesamt Kollegen mit Wurzeln im Spirou-Magazin,  heran, eine neu zusammengestellte Gesamtausgabe aller Abenteuer Jeff Jordans war trotzdem überfällig.

Die erste Ausgabe dieser auf vier Bände angelegten Gesamtausgabe ist jetzt bei Ehapa erschienen, enthalten sind die ersten vier Alben. Vorangestellt leitet ein 28-seitiges Vorwort in die Biografie des Künstlers und in die Entstehungsgeschichte der Serie ein. Erwähnenswert ist dabei, dass hier bereits auf die genauen Inhalte aller abgedruckten Geschichten eingegangen wird und diese auch im weitgefassten Rahmen betrachtet werden.

 Maurice Tillieux kreierte ein festes Ensemble von Figuren, die zentral für die Dynamik der Reihe verantwortlich sind: Da ist zum einen natürlich Jeff Jordan, ein junger ambitionierter Privatdetektiv, außerdem seine beiden Mitarbeiter, Assistentin Steffi und Exganove Teddy, sowie Inspektor Stiesel. Tillieux ist zuvorderst auf das Erzählen einer guten, spannenden Kriminalgeschichte bedacht. Die Serie Jeff Jordan lässt sich deshalb weniger als Funny denn als semi-realistisch bezeichnen. Im Vordergrund steht die Cleverness und das Geschick Jeff Jordans bei der Aufklärung. So lässt er z.B. einen Drogenschmugglerring hochgehen oder wird für die Untersuchung an einem Mordfall beauftragt. Für Situationskomik sorgen zumeist die Eskapaden des coolen Teddy oder das Ungeschick des unfreiwillig komischen Stiesel, der Teddy zu regelmäßigen Lachanfällen verleitet. Gerade diese lustigen Szenen sind das Herzstück der Serie, denn sie lockern das kriminalistische Setting ordentlich auf, ohne aber die gut durchdachten Einzelfälle völlig ins Lächerliche zu ziehen. Wenn Jeff Jordan z.B. über die Dächer der Stadt hetzt oder nach einem versunkenen Auto taucht, merkt man, dass Tillieux sein Werk äußerst rasant angelegt hat und dass die Stories mindestens so klug durchdacht sind wie die ausgefuchsten Ermittlungen der Protagonisten.

Die Gesamtausgabe enthält zu den einzelnen Alben jeweils das französische Originalcover und das  Backcover sowie kurze Erläuterungen zur ursprünglichen Erscheinungsform. Der erste Band versammelt im schicken Hardcover-Einband die ersten vier Abenteuer aus den Jahren 1956-1960 und besteht aus 240 Comicseiten aus rauem Papier. Das schadet der Farbgebung nicht merklich, ist aber sicher ein Grund für den relativ günstigen Preis. Vor allem Sammler dürfen sich auf diese ordentlich aufgemachte Edition freuen, die einen Klassiker neu aufleben lässt.

 

Jeff Jordan Gesamtausgabe 1
Ehapa Comic Collection, Oktober 2009
Text und Zeichnungen: Maurice Tillieux
240 Seiten, Hardcover, 29,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3308-7

Spannender Krimi im Stile eines Funnys

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Abbildungen: © Ehapa Comic Collection


 



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