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von Benjamin Vogt Donnerstag, 29. Dezember 2011
Die Story des aktuellen Bandes der Noir-Reihe von Schreiber & Leser ist ein veritabler Medienhopper: Ursprünglich Anfang der Siebziger von Schriftteller Donald Westlake als Roman zur Papier gebracht, wurde der Stoff bereits 1972 unter dem Titel Vier schräge Vögel mit Robert Redford in der Hauptrolle verfilmt. Jetzt hat sich der französische Künstler Lax (alias Christian Lacroix) der Ganovengeschichte angenommen und sie als Comic adaptiert.
Hot Rock erzählt von John Dortmunder, der, gerade als er aus dem Gefängnis entlassen wurde, den nächsten großen Coup angeboten bekommt. Für einen afrikanischen Botschafter sollen er und seine Bande einen Smaragd stehlen. Der gut bezahlte Job entpuppt sich jedoch schnell als nicht enden wollender Alptraum – jeder erfolgreich umgesetzte Plan zur Erlangung des Edelsteins zieht weitere, unangenehme Konsequenzen nach sich.
Lax konzipiert die Handlung als realistische Gaunerkomödie ohne viel Umschweife. Der Leser partizipiert direkt am Vorgehen der Gruppe um John Dortmunder, die auf der Jagd nach dem kostbaren Stein nacheinander ins Museum, in eine Polizeistation und ins Gefängnis einbrechen müssen und damit ihren Aufraggeber immer wieder aufs Neue vor den Kopf stoßen.
Sehr gut gefallen hat mir in dieser Hinsicht die Aufteilung der Story in die aufeinander aufbauenden Phasen des Diebstahls. Dadurch entsteht nicht nur oberflächlich eine Taktgebung der Handlung, sondern der Comic erhält insbesondere eine gewisse Dramaturgie, die sich zum Teil mit einer tollen Situationskomik paart. So liest sich Hot Rock einerseits als ernstzunehmender und spannender Noir-Thriller, lädt einen aber aufgrund der Storyentwicklung immer wieder zum Schmunzeln ein.
Überdies kann Lax mit einer überzeugenden zeichnerischen Arbeit punkten. Seine Bilder sind detailliert und auf eindrucksvolle Weise mit satten Pinselstrichen unterlegt. Grafisch ist dem Franzosen damit schon mal ein echtes Schmuckstück geglückt.
Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, sind die Off-Texte, die zwischendurch immer mal wieder die Gedanken von John Dortmunder in der dritten Person nacherzählen. Das wirkt ingesamt wenig passend, scheinen die entsprechenden Passagen doch 1:1 der Romanvorlage zu entstammen. Und nicht jede vermeintlich coole Plattitüde, die einem verruchten Ganoven in einem klassischen Kriminalroman angedichtet wird, lässt sich in eine ansonsten flüssige und unterhaltsame Comicerzählung nahtlos einfügen.
Wertung:
Rasante Crimestory ohne übertriebene Ernsthaftigkeit
Hot Rock
Schreiber & Leser, Juni 2011
Text: Lax (nach Donald Westlake)
Zeichnungen: Lax
96 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 17,80 Euro
ISBN: 978-3-941239-63-0
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Schreiber & Leser















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Rezensionen




Was sich in Band 1, „Ruhe vor dem Sturm“, bereits angekündigt hat, wird in den beiden abschließenden Bänden der Jeronimus-Trilogie blutige Gewissheit. Diese spinnen die Verwandlung des titelgebenden Jeronimus Cornelisz weiter, eines Apothekers, der im 17. Jahrhundert als Unterkaufmann auf dem Handelsschiff Batavia anheuert.
- 28.10.2010
Gewichtsverlust trotz opulenter Speisen? Aus dem Nichts auftauchende
Steine, deren Gewicht (6793 Gramm) eine Primzahl ergeben? Sand, der sich
in der Wohnung anhäuft und niemand weiß, warum? Das sind die mysteriösen
Zutaten in Die Sandkorntheorie. Das Album gehört dem Zyklus Die
Geheimnisvollen Städte an und setzt sich deshalb in
utopisch-phantastischer Weise mit der Mode- und Kunstgeschichte genauso
auseinander wie mit architektonischen, stadtgeographischen und
technischen Themen. Die Altmeister des frankobelgischen Comics François
Schuiten (Zeichnungen) und Benoît Peeters (Text) sind auf diesem Gebiet
also bereits ein eingespieltes Team. Ihre neueste Arbeit kann aber auch
unabhängig von den bisherigen Werken oder als Einstieg gelesen werden,
da kein Vorwissen nötig ist.
- 04.05.2010
Die französische Schriftstellerin Fred Vargas (die eigentlich
Frédérique Audoin-Rouzeau heißt), gehört seit etlichen Jahren zu den
beliebtesten Krimi-Autoren, nicht nur in Frankreich, sondern auch bei
uns. Ihre Krimis um den Kommissar Adamsberg bzw. um "Die drei
Evangelisten" stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und haben
etliche Preise gewonnen. Ihr deutscher Verlag Aufbau hat sämtliche in
Frankreich erschienenen Romane auf deutsch veröffentlicht, nur bei
einem hat er lange gezögert: Das Zeichen des Widders, in Frankreich im Jahr 2000 erschienen, ist nämlich ein Comic.
- 10.01.2009
Dies ist der dritte Band der Marvel-Noir-Reihe. Nach Spider-Man und den
X-Men wird diesmal Wolverine in die Welt des Noir-Genres adaptiert. Autor Stuart Moore hat sich hierfür mit dem Zeichner C. P. Smith zusammengetan. Nachdem der Spider-Man-Band
aufgrund seiner bunten Ästhetik nicht auf ganzer Linie überzeugen,
jedoch X-Men wegen dessen konsequenter Noir-Umsetzung umso mehr
begeistern konnte, sind die Erwartungen an Wolverine hoch.
- 31.07.2010
