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(Vortrag/Diskussion)
von Christopher Bünte Sonntag, 26. Oktober 2008
So ist auch der neueste Hellboy-Band "Ruf der Finsternis" wieder eine Achterbahnfahrt durch Märchen und Geistergeschichten. Ein Schwerpunkt liegt dieses Mal auf der russischen Sagenwelt. Hellboy trifft einige alte Bekannte wieder, darunter Baba Jaga, Hekate und Igor Bromhead. Er muss sich mit einer Versammlung Hexen, mit einer Skelettarmee und mit dem unsterblichen Kriegerfürsten Koshchei herumschlagen. Nur die Nazis, die fehlen dieses Mal.
Solch ein Lieblingsprojekt des Autors muss jedoch noch lange nicht die liebste Comic-Lektüre der Leser werden. Dass Hellboy so viele Fans hat, liegt nicht in erster Linie an den Monstern, dem interessant geflochtenen Storytelling oder dem tollen Artwork. Es liegt an der Hauptfigur selbst. Denn auch der beste Horror-Comic, in dem sich immer nur Gut und Böse kräftig gegenseitig verdreschen, wird irgendwann langweilig.
Auch in dem neuesten Band wird deutlich, dass Hellboy eine vielfach gebrochene Figur ist. Er befindet sich auf der Suche nach sich selbst, nach seinem Schicksal und seinem Platz in der Welt. Er ist weder gut noch böse, weil das viel zu einfache Parameter sind, um dieser Welt gerecht zu werden. Zugegeben, Sorgen wie Hellboy haben die Leser nicht. Seine rechte Hand ist der Schlüssel zur Apokalypse. Böse Mächte drängen ihn, einen Weltenbrand zu entfachen und die Erde zu verheeren. Sein Ringen ist das Ringen mit dem Schicksal selbst. Nur wenn es einen freien Willen gibt, kann er die Apokalypse abwenden. Dieser innere Konflikt der Hauptfigur sorgt dafür, dass man Hellboy immer weiter und weiter lesen möchte. Und es ist zum Glück noch nicht zuende.
Hellboy 9: Ruf der Finsternis
Cross Cult, August 2008
Autor: Mike Mignola
Zeichnungen: Duncan Fegredo
204 Seiten; vierfarbig; Hardcover; 19,80 Euro
ISBN 9783936480832

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Bildquelle: cross-cult.de
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Rezensionen

Unter dem deutschen Titel Am Rande des Himmels erschien dieses Werk schon einmal, 1996 beim Carlsen Verlag. 15 Jahre später hat sich die Comiclandschaft stark verändert – ein Comic, der teilweise autobiografisch auf über 200 Seiten von Rassismus und Homosexualität, Politik und Gesellschaft erzählt, muss längst nicht mehr als exotische Besonderheit gelten, sondern passt formal und inhaltlich hervorragend in die mittlerweile etablierte Marktnische der "Graphic Novels". Grund genug für den Verlag Cross Cult, eine Neuauflage des vergriffenen Comics zu machen, diesmal unter dem englischen Originaltitel.
Während eines Erkundungsfluges
kommt US-Airforce-Pilot Travis Morgan vom Kurs ab und entdeckt eine
abgeschottete Welt im Erdinneren. Skartaris heißt das archaische Negativ zu der
uns bekannten Außenwelt. Mit Schwert und Pistole kämpft er sich fortan durch
ein Reich voller Dinosaurier, Ungeheuer, Sklaventreiber und Despoten. Zeit
scheint irrelevant, denn die verläuft in Skartaris mal rasend schnell, mal
scheint sie still zu stehen. Kein Wunder also, dass dem Krieger aus der
vermeintlich fortschrittlicheren Zivilisation über Nacht auf dem Kopf und im
Gesicht eine weiße Haarpracht wächst.
- 14.08.2010
Manchen Lesern und Fans dürfte dieser Comic nicht gänzlich unbekannt sein, da er schon vorab in Fortsetzungen im Magazin Comix erschien. Nur hat man hier nun den kompletten Band in einer sehr viel schöneren Aufmachung vorliegen. Qualitativ ist an den Cross-Cult-Veröffentlichungen kaum etwas auszusetzen, was Papier, Bindung und Zusatzmaterial betrifft. Hier sind einige Anhänge zu den Storyhintergründen und eine kleine Galerie angefügt.
Als Autor John Layman mit seiner Idee von einem Cop, der mittels einer außergewöhnlichen Geschmacksbegabung die Geschichte und Herkunft einer jeden Speise erfahren kann, in der amerikanischen Comicverlagslandschaft hausieren ging, lehnte so gut wie jeder ab. Die Zurückweisung kam dem ehemaligen Wildstorm-Redakteur jedoch letztendlich zugute.