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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Donnerstag, 03. Juli 2008
Im bereits achten Band der Reihe von Hellboy lässt sich Mike Mignolas Schöpfung erstmals komplett in Farbe bestaunen. Bislang setzte man bei Cross Cult ja ganz auf die unberührten Schwarz-Weiß-Zeichnungen, was sicherlich einen besonderen Reiz der deutschen Ausgabe ausmachte. Immerhin kommen Mignolas Bilder dabei einfach unverfälschter rüber und die s/w-Kontraste, die Mignola sehr gezielt einsetzt, entfalten ihre volle Wirkung. Im neuen Band "Die Troll-Hexe" beließ man es nicht nur bei den Gastzeichnern Richard Corben und P. Craig Russel bei der Kolorierung des US-Originals, sondern auch Mignolas Geschichten behielten ihren Farbanteil. Somit hat man als Leser jetzt den direkten Vergleich zwischen Farb- und s/w-Version. Welche dabei nun wirklich, gerade zu den Zeichnungen von Mike Mignola, besser passen, ist schwer zu beantworten und sicherlich auch Geschmackssache. Ich persönlich mag die puristische Variante ohne Kolorierung, muss aber zugestehen, dass die im neuen Band angewandte Farbpalette die Zeichnungen ebenso gut zur Geltung bringt.
"Die Troll-Hexe" ist im Grunde ein Sammelband diverser Kurzgeschichten und damit ein ungewöhnlicher Band in der ansonsten mit einer gewissen Kontinuität ausgestatteten Reihe des Höllenjungen. Wer sich mit der Figur noch gar nicht auskennt, bekommt hier auch eine gute Gelegenheit, einen Einstieg ins Hellboy-Universum zu finden. Die Erzählungen, die hier enthalten sind, lesen sich weitestgehend eigenständig und berichten von Abenteuern aus der Vergangenheit.
Fünf der insgesamt sieben Beiträge stammen von Mike Mignola
selbst. Er lässt Hellboy an diverse exotische Orte reisen, wo er wie gewohnt
auch mit Fäusten gegen das Paranormale ermittelt. Es wird tief in die
europäische Mythologie eingetaucht, Mignola bedient sich Sagen, Mythen und
lässt in ganzen Passagen aus Hamlet rezitieren. Das Schema, dass Hellboy an
einen neuen Ort kommt und über wenige Seiten für eine schnelle Aufklärung eines
unnatürlichen Phänomens sorgt, wiederholt sich zwar sehr oft, was man jedoch
verzeihen mag, wenn solch gelungene prägnante Kurzgeschichten dabei
rauskommen.
Neben Mignola stammt "Der Vampir von Prag" von P.Craig
Russel und "Makoma" von Zeichnerlegende Richard Corben (zusammen mit Mignola).
Ersterer liefert mit seinem im Vergleich zu Mignola etwas runderen Stil eine
dynamische und leicht humoristisch angelegte Vampirjagd ab. Das ist weniger mysteriös und atmosphärisch als üblich, was sicherlich
auch die Intention war. Corben erzählt mit "Makoma" in seinem unverwechselbaren Stil eine
afrikanische Sage nach - eine Adaption für die Hellboy-Kontinuität, die Mignola
schon lange umsetzen wollte. "Makoma" ist ein wundervolles Märchen, das ein so
ungewohntes Szenario bietet, wie man es bislang nicht gewohnt war.
Schlussendlich kann man beiden Zeichnern neben Mignola eine gute Arbeit
bescheinigen. Auch ergänzen sie diesen achten Band um einige neue Facetten, die
ihn zu einem Must Have für Fans von Hellboy, aber auch zu einem geeigneten Auftakt für
Neueinsteiger macht. Und durch die Anekdoten von Meister Mignola und einem Interview mit Richard Corben werden einem die Entstehung und Hintergründe der einzelnen Beiträge sympathisch näher gebracht.
Hellboy 8 - Die
Troll-Hexe
Cross Cult, April 2008
Text: Mike Mignola. P. Craig Russell, Richard Corben
Zeichnungen: Mike Mignola. P. Craig Russell, Richard Corben
A5, Hardcover, Farbe, 160 Seiten; Euro 19,80
ISBN: 978-3-936480-82-5
Abbildungen © Cross Cult, Mike Mignola, Richard Corben















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Das Horror-Genre ist in den letzten Jahren im Comicbereich immer beliebter geworden. Wirklich guten und überzeugenden Horror findet man jedoch eher selten. Eine willkommene Ausnahme im Genre-Einheitsbrei ist die Serie Locke & Key von Joe Hill, die nun erstmals auch auf Deutsch erscheint. In Form einer Dialog-Rezension besprechen Christopher Bünte und Thomas Kögel den ersten Band der Reihe.
Wenn man bei Dark Horse stöbert, fällt einem schnell auf, dass sich dort Vieles um Horror dreht. Hellboy, Buffy und andere geben sich bei dem US-Verlag ein Stelldichein. Seit August 2006 veröffentlicht Dark Horse auch die Serie Rex Mundi. Das ist zwar weniger Horror und mehr Verschwörungsthriller, aber wer weiß diese Grenze im Angesicht von Dämonen und fanatischen Klerikern schon genau zu bestimmen?
Die Behörde mit dem komischen Namen ist wieder zurück. Wer es noch nicht weiß: B.U.A.P. steht für: Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen. Der Hauptsitz der Organisation wider die bösen Mächte liegt in Colorado, das prominenteste Mitglied ist Hellboy. Der ist jedoch inzwischen ausgestiegen und untergetaucht. Er geht seine eigenen Wege. Zuletzt wurde er mit der Hexe Babajaga in der Zwischenwelt gesehen. Ohne ihn bleiben zum Böse-Monster-Verkloppen: der Fischmensch Abe Sapien, die Feuerteufelin Liz Sherman, der Untote Captain Daimo, Dr. Kate Corrigan und die Ektoplasma-Projektion Johann Kraus. Früher gab es noch den Homunkulus Roger, aber der ist mittlerweile passé, ausgeschieden ins Totenreich, wenn es denn solch einen Ort für künstliche Lebensformen überhaupt gibt.
- 20.12.2008
Christophe Bec lässt es scheinbar ganz schön krachen. Denn mit dem
ersten Heiligtum-Band "USS Nebraska" ist bei Splitter nach Prometheus
und Carthago seine dritte Albumserie gestartet. Doch bei
dieser Science-Fiction-Mystery hat er das Schreiben an seinen Kollegen
Xavier Dorison abgegeben. Splitter hat die etwas ältere
Zusammenarbeit der beiden Franzosen aus dem Jahr 2001 anscheinend neu
für sich entdeckt und nun für den deutschen Markt herausgebracht.
- 23.07.2010