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(Vortrag/Diskussion)
von Christopher Bünte Freitag, 25. Mai 2007
Autor Mike Carey und Zeichner Leonardo Manco erzählen die Geschichte einer eigentümlichen Seuche, die überall auf der Welt um sich greift. Die Krankheit lässt Menschen ins Koma fallen und ist offensichtlich dämonischer Natur. Wo die Ärzte vor einem unlösbaren Rätsel stehen, fängt die Arbeit von Constantine an. Die Nichte seines alten (und vielleicht einzigen) Freundes Chas ist ebenfalls betroffen. Die Angelegenheit ist also persönlich, und Constantines Motivation entsprechend hoch. Dennoch lässt er sich davon nichts anmerken. Die Nerven zu verlieren - das passt nicht zu einem Kerl wie John. Coolness ist Teil des Geschäfts.
Nach einem kurzen Vorgeplänkel in London begibt sich der Straßenmagier schließlich auf die Suche nach dem Ursprung der Seuche. Die Reise führt ihn nach Los Angeles, in die Stadt der Engel. Chas begleitet ihn, macht den Chauffeur und sorgt für so manchen Fehltritt, wenn Johns Gebahren einmal allzu glatt abläuft. Constantine findet heraus, dass die Hölle expandieren und in L. A. Filialen aufmachen will. Der Dämon Beroul, der es sich in einer verfallenen Villa in den Hügel bequem gemacht hat, benötigt dafür Johns Hilfe. Denn die Hölle ist vielgestaltig, und mehr als ein Seelenknechter möchte in Kalifornien Fuß fassen. Beroul hätte das Revier gerne für sich alleine und die Konkurrenten aus dem Weg. Die Seuche benutzt er als Druckmittel, um John für sich arbeiten zu lassen. Beim Poker um die Hölle von Los Angeles sitzt jedoch noch ein anderer Spieler am Tisch. John bringt den aztekischen Totengott Mictlantecuhtli mit in die Runde. Und der hat nicht vor, Berouls infernalischen Vormarschplänen tatenlos zusehen.
Obwohl es Spaß macht, Constantine dabei zu begleiten, wie er wieder einmal eine Partei gegen die andere ausspielt, bleibt Hölle auf Erden leider nur ein durchschnittliches Horror-Szenario. Irgendwie hat man stets das Gefühl, dass Constantine alles im Griff hat. Dabei gehört er eigentlich auf das zitternde Drahtseil, das die Hölle und die Welt der Menschen überspannt. Frühere Geschichten über den britischen Straßenmagier ließen ihn mehr wanken, das Szenario erschien insgesamt bedrohlicher. Kurz vor dem Abgrund, wo Dämonen sich die Lippen nach seiner Seele lecken, dort sollte Constantines Stammplatz eigentlich sein. In Hölle auf Erden ist er schnippisch, cool und lässig wie immer, aber so richtig nah am Abgrund steht er nicht.
Hölle auf Erden ist im März bei Panini Comics erschienen. Zum ersten Mal wurde die Geschichte in englischer Sprache unter dem Titel All His Engines veröffentlicht (Juli 2006, bei DC/Vertigo).
Hellblazer 1 - Hölle auf Erden
Panini, März 2007 (Leseprobe bei DC)
Text: Mike Carey
Zeichnungen: Leonardo Manco
128 Seiten, vierfarbig, Softcover; 16,95 Euro
ISBN: 9783866073722

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Rezensionen

Zum zwanzigsten Jubiläum der Sandman-Reihe hat P. Craig Russell
(Batman, Die Zauberflöte) Neil Gaimans "Traumjäger" adaptiert.
Ursprünglich war "Traumjäger" kein Comic, sondern eine illustrierte
Kurzgeschichte, die Gaiman zusammen mit dem Illustrator Yoshitaka Amano
umgesetzt hat. Nun liegt bei Panini Comic mit dem leicht abgewandelten
Titel "Die Traumjäger" also Russels Comicinterpretation vor. Russel hat
bereits fünfmal mit Gaiman zusammengearbeitet, darunter Coraline.
- 02.09.2010
"Unkraut jäten" ist das nicht, eher Unkraut modernisieren. Haben in den
Ausgaben davor die alten Batschurken, Joker und Scarecrow zum Beispiel,
einen neuen, modernen Anstrich bekommen, ist jetzt Poison Ivy dran.
- 28.05.2006

Der Titel der Fortsetzung „Jenseits vom Wunderland" trifft es ziemlich gut. Denn zum einen spielt die Handlung dieses Bandes in der „realen" Welt und nicht, wie der erste Band, im Wunderland. Und zum anderen werden, verglichen mit dem ersten Band, einige Charaktere mehr, ins Jenseits geschickt. Die Fortsetzung des literarischen Horrorcomics ist ziemlich blutig geraten und dürfte auch manche Splatterfreunde ansprechen. In manchen Szenen liegen die Gedärme in Massen herum.
Der Autor J.M. Straczynski (Babylon 5) und der Zeichner Gary Frank hatten mit ihrem zwölfteiligen Mystery-Comic Midnight Nation (dt. im Infinity-Verlag) hervorragende Arbeit geleistet. Frank ist seitdem auf meiner persönlichen Lieblingszeichnerliste ganz weit oben.