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von Benjamin Vogt Montag, 23. Mai 2011
Mit der vorliegenden, jetzt aber wohl endgültig letzten Ausgabe der Helden ohne Skrupel ist dem Verein Finix Comics nichts weniger als eine kleine Sensationspublikation geglückt. Noch vor der bereits im Jahr 2003 von Carlsen vorgelegten Nummer 0 ist Album 000 anzusiedeln. Das mag kurios klingen, wird aber, wie sich bei der Lektüre zeigen wird, dem schöpferischen Prozess der Reihe gerecht. Das Besondere daran: Es handelt sich um einen eigens für den deutschen Markt (im besten Sinne) „zusammengeschusterten“ Comic, der von Finix mühsam digitalisiert, restauriert und (teilweise zum ersten Mal überhaupt) völlig neu koloriert wurde.
Das ursprünglich erste Abenteuer der drei Helden Mac, Tim und Tony wuirde Anfang der 80er im Spirou-Magazin abgedruckt. "Codename: Triple Zero" beschreibt die Entlassung der drei aus dem Militärdienst und wie sie beschließen, ein Detektivbüro zu eröffnen. Noch nicht ganz so bissig und ausgereift wie spätere Geschichten der Serie, präsentiet sich die Erzählung vornehmlich als eine knubbelnasige Parodie im Stile von M.A.S.H.
Das macht umso mehr Sinn, wenn man sich verdeutlicht, aus welcher Idee heraus "Codename: Triple Zero" geboren wurde: Yann und Conrad, seit den 70er Jahren ein aufstrebendes, aber umstrittenes Kreativduo, sollten für Spirou einen Ersatz für den Comichit Buck Danny liefern. Heraus kam der Luftwaffenheld Chuck Willys (zwei Testseiten zu dieser Schöpfung sind im vorleigenden Album abgedruckt), den die beiden eigenwilligen Künstler aber bereits im zweiten Panel der ersten richtigen Story von einem Jeep überfahren lassen. Stattdessen sind die uns wohl bekannten Helden ohne Skrupel die Stars von "Codename: Triple Zero".
Für die ausführliche Erläuterung der Entstehung von Helden ohne Skrupel empfiehlt es sich aber dringend, einen Blick in das liebevoll gestaltete Werk von Finix zu riskieren. Das darin befindliche Zusatzmaterial erstreckt sich auf 15 Seiten und ist so aufschlussreich und spannend, dass es schwerfällt, bestimmte Themenpunkte hervorzuheben. Den groben Rahmen bildet Yann und Conrads gemeinsame Vergangenheit beim Spirou-Magazin, die in einem redaktionellen Text aufgearbeitet und von zahlreichen Illustrationen, Covern, Beispielseiten (u.a. die erwähnten Testseiten zu Chuck Willys) flankiert wird.
Besonders schön ist, dass man sich denkbar viel Mühe gegeben hat, die Eigenarten der beiden Künstler und ihrer provokanten Ideen und Zeichnungen zu umreißen und zu zeigen, wie und warum sie (auch vor den Helden ohne Skrupel) beim Herausgeber angeeckt sind. Überdies wird der Band ergänzt durch Skizzenmaterial und unveröffentlichte Seiten. Da bleiben wirklich keine Wünsche übrig. Die Nummer 000 der Reihe bildet einen mehr als würdigen Abschluss eines überdurchschnittlichen Semi-Funnys.
Dass Finix diesen Abschluss auch noch mit Zusatzmaterial ausgestattet und ihm durch Mitarbeiter Oriol Schreibweis mit einer neuen Kolorierung verfeinert hat, macht dieses Album zu einem Kleinod im Comicregal.
Wertung: ![]()
Tolle Zusammenstellung rund um die ganz frühen Anfänge der Serie
Helden ohne Skrupel 000 - Codename: Triple Zero
Finix Comics, April 2011
Text: Yann
Zeichnungen: Didier Conrad
64 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 12,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-42-4
Leseprobe
Abbildungen © der dt. Ausgabe: Finix Comics















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Rezensionen




"Da Vinci Code meets (russische) Lara Croft", so oder so ähnlich
kann man den Inhalt des dritten Bandes von Tatjana K. grob umschreiben.
Hauptprotagonistin ist
Der Titel sagt eigentlich schon alles: dies hier ist ein Fußball-Weltmeisterschaftscomic - und es wird jeder verarscht, der nicht bei drei auf den Bäumen ist.
In Retrospektive betrachtet haben die Schweizer im vergangenen Jahr
nicht gerade zur Verbesserung ihres Ansehens in Europa beigetragen.
Nicht nur der Volksentscheid zum Minarett-Verbot, sondern auch die
nicht ganz unumstrittene Festnahme von Roman Polanski, haben die
Eidgenossen und ihre hoch gelobte Neutralität schlecht aussehen lassen.
Anstatt diese Großereignisse aufs Korn zu nehmen, richtet der
Comiczeichner Ruedi Widmer seinen Blick lieber auf den Schweizer Alltag
und seine Individuen. Durch diese Hintertür gelingt es ihm, neben den
Marketingstrategien der Schweizer Post und neuen Handyangeboten zum
Schluss doch noch kritische Themen, wie eben den Minarettbeschluss,
humoristisch zu hinterfragen. Die letzten Geheimnisse einer rationalen Welt erscheint seit 2000 als wöchentliche Comic-Kolumne in der Winterthurer Zeitung Der Landbote
und liegt nun in gebundener Form vor (Sewicky Verlag). Widmer beweist
in dieser Sammlung, dass Selbstreflexivität sehr wohl ein Schweizer Gut
ist.
Da haben wir einen Comic, der überzogene Gewaltdarstellungen mit unmöglichen Mördertitten kreuzt, in dem ein riesiger Scheißhaufen prominent in Szene gesetzt wird, Figuren "Hundeficker" genannt und Gesichter verspeist werden. Und die deutschen Medien überhäufen dieses Machwerk mit Lob.
Lange musste man hierzulande auf die Veröffentlichung der
US-Kultreihe The Goon
warten, nun liegt der erste Sammelband der
bereits fünffach
mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie auf Deutsch und in
gewohnter Cross Cult-Aufmachung im A5-Hardcover vor.